Ich habe mir den "Kaiser von China" aufgrund der vielen Preisauszeichnungen und Lobsagungen gekauft und musste für mich leider feststellen, dass es nicht das war, was ich mir erhofft hatte.
Kurz zum Inhalt: Hauptsächlich geht es darum, dass Keith von seinen Geschwistern auserwählt wurde, mit seinem Großvater an einen Ort dessen Wahl zu reisen. China. Keith, aus dessen Sicht das Buch geschrieben ist, sträubt sich dagegen, willigt dann ein, verprasst aber durch eine Dummheit seinerseits das gesamte Geld seiner Geschwister. Das Buch besteht darin, dass Keith seinen Großvater allein losziehen lässt und sich tagelang unter seinem Schreibtisch im Gartenhaus versteckt, damit die Geschwister es nicht merken. Dann erhält er einen Anruf aus einer Pathologie im Westerwald, die die Leiche seines Großvaters gefunden hätten. Er schiebt dies jedoch lange raus, um sich Erklärungen einfallen zu lassen. Zwischendurch enthält das Buch sehr lange Passagen, die aus Briefen von Keith an die Geschwister bestehen, in denen er fiktive Berichte über den Urlaub in China erfindet. Nebenbei geht es noch um Franziska, die ehemals die Geliebte des Großvaters war, mit der Keith nun eine seltsame Beziehung führt, die darin gipfelt, Sex nur im Zimmer des schlafenden Großvaters zu praktizieren.
Leider konnte mich das Buch nicht erheitern. Das Verhalten Keiths wurde ermüdend, besonders diese fiktiven Briefe schienen für mich langatmig und steuerten zur eigentlichen Geschichte nichts bei, da man unlängst wusste, was der Großvater für ein Mensch war. Die zweifelhafte Beziehung von Keith zu Franziska wurde für mich nicht ausreichend geklärt. Warum führten sie eine solche? Erheiternd oder gar witzig fand ich es also nicht, das mag allerdings Geschmackssache sein. Fazit für mich: zu viel versprochen und nicht gehalten.