Vor Camus und Sartre war es André Malraux, der wichtige Elemente des Existenzialismus literarisch verarbeitet hat: die Betonung der Freiheit und Würde des Menschen, trotz ihrer Geworfenheit ins Nichts. Der Königsweg dokumentiert das in hervorragender Weise: Claude, Wissenschaftler wie Malraux selbst (Archäologie, Sanskrit, Sinologie) soll in Kambodscha Altertümer retten, verbündet und verbindet sich unterwegs mit dem Abenteurer Perken und beide versuchen, Reliefs aus dem Dschungel Kambodschas zu stehlen. Sie treffen dabei auf einen weiteren Abenteurer, Grabot, und beweisen in unterschiedlicher Weise, Würde, Wahn und Wahrhaftigkeit zu (über)leben. Den Königsweg darf man sich dabei weniger als Abenteurroman vorstellen, er ist in erster Linie ein philosophisches Werk. Malraux zeichnet sich dabei dadurch aus, dass er aus Erfahrung im Leben schreibt: 1923, 22jährig, war er selbst in Kambodscha unterwegs uns stahl, ähnlich wie im Roman, mehrere Reliefs aus einem Tempel bei Angkor. Der Königsweg wurde wenige Jahre später, 1930, veröffentlich. Malraux selbst wandte sich nur wenig darauf dem Kommunismus zu und engagierte sich 1936 im Spanischen Bürgerkrieg, u.a. baute er die Flugstaffel Espana auf, und arbeitete später, bei kurzer deutscher Gefangenschaft, in Frankreich. Unter de Gaulle war er 1959 bis 1969 Minister für kulturelle Angelegenheiten. Dass der Band heute nur noch schwer erhältlich ist, ist ebenso schwer zu verstehen.