F.C. Delius - seit "der Sonntag an dem ich Weltmeister wurde" Meister der mit biographisch angereicherten Erzählung - hat mich mit diesem Buch ziemlich enttäuscht. 2 Stories, die Geschichte des unehelichen Königsbastard und die Geschichte des erfolglosen Schriftstellers A. Rusch - die originellerweise in der Herkunft des Schriftstellers zusammenfinden sollen - aber sich doch letztlich gegenseitig langweilen. Die Preussenstory des unehelichens Mädchens wird knapp und lustlos skizziert, ausprobiert werden die gängigen Genreklischee. Die ständige Metaebene, die z. T. ironisch eingeflochen wird, zerstört die Erzählspannung und macht aus dem Schicksal des Mädels nur ein literarisches Spiel ohne Sympathie. Die 2. Erzählebene, die Wende des erfolglosen Autors A. Rusch zum Pop-Preussen - was soll das? Medienkritik? Gesellschaftsanalyse? Letztlich nur öde, oberflächlich und langweilig.
Meiner Meinung nach hat der Autor kein Verhältnis zum Stoff - wie soll ich als Leser dann Sympathie für diese flott hingeworfenen Erzählungen bekommen?