Nach fast 30-jähriger Arbeit Robert Merles, ist nun "Der König ist tot" der letzte Teil des 13-teiligen Romanzyklus "
Fortune de France" (dt. Schicksal Frankreichs) vollendet. Wie man am Ende des Buches erfährt, hat Merle als 95-Jähriger in einem Interview gesagt, dass er die Romanfolge weiter fortsetzen wolle. Leider kam es aber nicht mehr dazu, da er 2004 gestorben ist (*1908). Ob er diesen letzten Roman wirklich bis zum Schluss vollendet hat, wage ich, ehrlich gesagt, zu bezweifeln, da mir dieser letzte Teil einfach nicht fertig erscheint. Es werden viele politische Begebenheiten nur angeschnitten und nicht so detailliert beschrieben, wie ich es vom Autor gewohnt bin. Auch der Schluss wirkte nicht wirklich vollendet, was auch die geringe Seitenzahl von nur 272 in meinen Augen beweist. Auch sonst kann dieser Roman nicht wirklich mit seinen Vorgängern mithalten.
Themen sind unter anderem der Tod von Kardinal Richelieu (04.Dezember 1642), danach der Tod König Ludwig XIII. (14. Mai 1643), die Regentschaft Annas von Österreich, der Westfälische Frieden, der Pyrenäenfrieden, wie schon im vorherigen Teil der französische Absolutismus, der Aufstand der Fronde und die Krönung des Sonnenkönigs Ludwig XIV. Richelieus Nachfolger Kardinal Jules Mazarins lernen wir hier etwas besser kennen (auch er wurde schon im zwölften Teil erwähnt). Leider werden alle Bereiche viel zu schnell "abgefertigt" und ich vermisste die Detailtreuen Schilderungen dieser historischen Ereignisse. Bei so vielen Themen hätte Merle auf jeden Fall mehr auf diese Geschehnisse eingehen können, wobei ich mir echt nicht sicher bin, ob Merle dieses Buch wirklich noch fertig bekommen hat und es auch als solches angesehen hat. Auch fehlten mir die lustigen Dialoge, die Pierre sonst zu führen pflegt. Das ganze Drumherum um seine Person fehlte einfach.
In 13 Teilen hat Robert Merle eine Menge Geschichte des 16/17. Jahrhundert in Frankreich aufgearbeitet. Dabei hat er das vor allem (mal diesen Teil außer Acht gelassen) informativ gestaltet, wobei es nie langweilig wurde, sondern witzig und charmant, spannend und interessant und außerdem sehr lehrreich. Themen waren unter anderem die Religionskriege zwischen Katholiken und Hugenotten, die Michelade in Nîmes, die Bartholomäusnacht, der Barrikadenaufstand von Paris, Die Belagerung von Paris, das Edikt von Nantes, der Zweite Prager Fenstersturz ( gilt als Auslöser des dreißigjährigen Krieges), die Belagerung von La Rochelle, Der Tag der Geprellten, der französische Absolutismus, der Westfälische Frieden, der Pyrenäenfrieden, um nur einige, wichtige zu nennen. Dies geschah in dem Zeitraum 1550-1661 unter vier Königen: Heinrich III., Heinrich IV., Ludwig XIII. und Ludwig XIV., wobei letzterer den geringsten Teil einnimmt, da er erst im letzten Band richtig erscheint. Da dieses Buch 27 Jahre umfasst, wo Ludwig am Schluss sein 22. Lebensjahr erreicht hat, zeigt die recht dürftige Behandlung der Ereignisse um Ludwig XIV.
Ich kann dieses Buch leider nicht als würdigen Abschluss der Serie sehen. Zu wenig ist in Bezug auf historische Begebenheiten geboten worden und auch die Geschichte um Pierre-Emmanuel ist recht mager geworden und konnte mich gar nicht mehr fesseln. Schade, dass nach 12 richtig guten Teilen der letzte richtig danebengehauen wurde und überflüssig erscheint. Dieses Buch kann ich deswegen auch nicht unbedingt weiter empfehlen. Eine tolle Serie bis zum zwölften Teil, der letzte enttäuscht nur noch.