Es fällt mir nicht leicht diesem Buch "nur" 3 Sterne zu geben, habe ich doch sowohl den ersten als auch zweiten Teil geradezu verschlungen und mich sehr auf den dritten gefreut! Geschätzt vor allem, wegen der unorthodoxen Figuren, allem voran der "anachronistischen" Adelia, Mansur, Henry und Rowley.
Soweit so gut- dachte ich auch, als ich zum dritten Teil griff:
Gespannt harrte ich des Falles- es "lies" sich spannend an - Glastonbury, Skelettfunde, ... alles vor dem Hintergrund der Artus-Legende - (bin ich doch ein passionierter Fan der Tafelrunde und habe seit früher Kindheit diverses über Artus gelesen...). Flachte dann aber zusehends ab: es wurde mit diversens Skeletten etwas verworren, dann verschwindet auch noch Emma ...
Auch die Spannung bleibt auf der Strecke, der Fall entwickelt sich vorhersehbar und die letzten 50-100 Seiten zieht sich alles extrem und einige Entwicklungen (vor allem die private- sind m.E. nach etwas unglaubwürdig) ...
Rowley taucht hin & wieder mal auf und zwischen den beiden kommt so gar nix rüber - jedenfalls über weite Teile...).
Deswegen diesmal nur 3 Sterne- und das heißt ja "durchaus OK"- und das wars - aber keineswegs vergleichbar mit der Spannung und der Atmosphäre und den leibenswürdig-schrulligen Charakteren der ersten beiden Teile (5 Sterne). In diesem Teil bleiben die meisten Beteiligten merkwürdig blass und auch die Atmosphäre Glasotnburys/Avalon ist für den Leser nicht wirklich greifbar ... Ebenso blass dadurch die Artus-Legende. Auch Gyltha und Mansur und die kleine Allie verlieren ihren Charme aus früheren Bänden. Weiterhin irritiert haben mich Adelias diverse Träume und einige ihrer Geistesblitze erschienen mir etwas zu unglaubwürdig.
Ich weiß, dass Adleia ein anachronistischer Charakter ist und das ist ja das Spannende an der Reihe und macht deren Charme aus, aber wenn sie dann anno 1176 einen Zeitgenossen mit HALLO begrüßt, stößt mir das doch etwas auf ...
Plus waren die Verweise auf die Zeit unter Heinrich Plantagenet (ich finde gerade diese Zeitpsanne äußerst intertessant), das Rechtssystem (Assise, Zehnschaft ..), der spannende Anfang und die Figur unserer mittelalterlichen Pathologin, die aber in diesem 3. Fall nicht so überzeugen konnte wie zuvor.
Schade, aber dieser Fall überzeugt leider nur mittelmäßig, ich hab mich über eine Woche durch das Buch gelesen und teilweise auch quergelesen.
Bleibt zu hoffen, dass der gerade im Original erscheinende 4. Teil wieder besser wird. Für eingefleischte Adelia Fans sicherlich ein empfehlenswert. Allen anderen würde ich raten bis zur TB Ausgabe zu warten.
Solide, aber wahrlich kein Pagturner wie "Die Totenleserin" & "Die Teufelshaube"!