Ich war gespannt, da ich sowohl die Unendliche Geschichte sehr mag als auch schon mehrere gute Bücher von Tanja Kinkel gelesen habe. Die Idee, noch andere Geschichten über die Bewohner Phantasiens zu schreiben, gefiel mir sehr gut - so ging ich mit hohen (vielleicht zu hohen) Erwartungen an das Buch heran: leider ist es meiner Ansicht nach bei weitem nicht so gut wie ich es mich vorgestellt hatte. Einzelne Elemente fand ich gelungen, z.B. die Webschule in Siridon,in der handwerklich meisterlich geschickte Frauen die Geschichte Phantasiens in Bildern darstellen, die Figur der Katze oder die des zunächst verwirrten und später sehr klugen Chinesen, der wie Bastian in der Unendlichen Geschichte aus der Menschenwelt nach Phantasien gelangt ist...aber das war auch schon alles. Res, die aufmüpfige Webergesellin, die sich nicht in die Traditionen fügen will, bleibt als Hauptfigur leider irgendwie blass und ohne Tiefe, die Geschichte hangelt sich von einer phantastisch-phantasischen Gegend zur anderen, ohne dass ein zusammenhängender Spannungsbogen entsteht - gegen Ende hab ich einfach nur deshalb weiter gelesen, weil ich wissen wollte, wie es wohl ausgeht, aber viel Spaß hat es nicht mehr gemacht.
Insgesamt ein enttäuschend schwaches Buch.