Besonders gefällt mir an Frank Adams Romanen, daß er sich Kriegsschauplätze auswählt, über die nicht jeder schreibt, und dann die Ereignisse so darstellt, daß man erfährt, wie es wirklich war. Man liest, daß England mit seiner mächtigen Flotte zwar nach 1790 die meisten Inseln in der Karibik erobert hatte, dann aber furchtbare Verluste durch das Gelbfieber ertragen mußte. Das revolutionäre Frankreich versprach allen Sklaven die Freiheit und wiegelte sie gegen England auf. Als David Winter mit seiner neuen Fregatte Apollo die Karibik erreicht, muß er mit seinen Männern auch in die Landkämpfe eingreifen. Der grausame Sklavenführer Fédon auf Grenada metzelt vor den Augen der Briten Frauen und Kinder nieder. David Winter entkommt nur knapp seinem mörderischen Angriff. Hauptperson ist aber für mich in diesem Roman Toussaint Louvertüre, der charismatische Negergeneral. Immer wieder erscheint er im Hintergrund der vielen Abenteuer David Winters zu Land und auf See. David Winter fällt in die Hände fanatischer Voodoo-Anhänger, die mit reaktionären Franzosen zusammenarbeiten und ihn foltern. Aber sie können die Erfolge Toussaint Louvertüres nicht aufhalten. In Freundschaft und Achtung mit seinem Gegner David Winter verbunden handelt er mit dessen Hilfe einen ehrenvollen Abzug für die Briten aus. Toussaint, der als König von Haiiti bezeichnet wurde, hat sich diese Krone nicht von den Briten aufdrängen lassen, sondern treu zum revolutionären Frankreich gestanden, von dem er die Freiheit für alle Farbigen erwartete. Er sollte furchtbar enttäuscht werden. Auch David Winter zahlt einen hohen Preis für die Siege und Prisen, die er errang. Ein beeindruckender Roman!