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Der Junge im gestreiften Pyjama
 
 

Der Junge im gestreiften Pyjama [Kindle Edition]

John Boyne , Gianni Conno , Brigitte Jakobeit
4.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (198 Kundenrezensionen)

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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Auf dem Umschlagtext des Jugendbuches Der Junge im gestreiften Pyjama findet der Leser nicht -- wie sonst üblich -- eine Inhaltsangabe des Romans. Vielmehr soll der Leser die Lektüre völlig unvoreingenommen beginnen und die Geschichte durch die Augen des neunjährigen Helden Bruno erleben. Bruno wächst zu Beginn des zweiten Weltkrieges wohlbehütet und glücklich mit seiner Familie in Berlin auf. Doch dann muss er plötzlich an einen Ort namens „Aus-Wisch" umziehen, weil der „Furor" den Vater dort für eine wichtige Aufgabe vorgesehen hat. Bruno kann das nicht verstehen und hasst sein neues, graues Zuhause, das in einer öden Gegend liegt, wo keiner mit ihm spielt. Besonders schrecklich und rätselhaft ist der endlose Stacheldrahtzaun hinter seinem Haus, hinter dem Menschen in gestreiften Schlafanzügen in Baracken leben. Die Antworten, die der Junge auf seine Fragen nach den "Menschen hinter dem Zaun" erhält (Antwort des Vaters: "Das sind gar keine Menschen") bringen ihn auch nicht weiter. Dann lernt er auf einem seiner Spaziergänge den gleichaltrigen Schmuel kennen, der auf der anderen Seite des Zaunes lebt, einen gestreiften Pyjama trägt und schrecklich abgemagert ist. Heimlich trifft sich Bruno von nun an fast täglich mit Schmuel und es entwickelt sich eine Freundschaft, die nur ein tragisches Ende finden kann.

Konsequent erzählt der Ire John Boyne seinen Holocaust-Roman aus der kindlich-naiven Perspektive eines neunjährigen Jungen, der nicht nur vorgibt, nicht zu wissen, sondern der wirklich nichts weiß. Durch die Unwissenheit und die Unvoreingenommenheit des Kindes, die Reduziertheit des Blickwinkels und der Sprache schafft Boyne eine neue Art des Erzählens über den Holocaust aus der Perspektive der Täter (wobei auch Bruno ein Opfer des NS-Regimes ist). Gerade das Unausgesprochene macht diesen Roman so eindringlich und schafft eine intensive Atmosphäre, der sich der Leser nicht entziehen kann. Einige Passagen erinnern an Roberto Benignis tragikomischen Film Das Leben ist schön, in dem ein Vater seinem Sohn das Leben im KZ als großes Spiel erklärt. Auch Der Junge im gestreiften Pyjama wird zurzeit unter der Regie von Mark Herman verfilmt und soll Anfang 2008 in die Kinos kommen.

"Eine Fabel" lautet der Untertitel von John Boynes Buch -- und in diesem Sinne sollte man den Roman auch lesen und verstehen, der für Jugendliche ab 13 Jahren zu empfehlen ist. Ein ungewöhnliches Jugendbuch über den Holocaust, das auch Erwachsene tief beeindruckt und erschüttert. -- Alexandra Plath

Pressestimmen

»Während andere Jugendbücher kommen und gehen, wird Der Junge im gestreiften Pyjama, die Prognose sei gewagt, ein Klassiker werden.« (Wilfried von Bredow, FAZ)

Produktinformation


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37 von 43 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Bouquineur TOP 500 REZENSENT
Format:Taschenbuch
Ich bin nach der Lektüre dieses Buches hin und her gerissen. Ich fand, dass der eigentlich wichtige Teil erst zu spät eingesetzt hat. Die Freundschaft mit Schmuel begann ja erst zur Mitte des Buches hin und bis zu diesem Zeitpunkt tat sich eigentlich nicht sehr viel in der Geschichte. Brunos grenzenlose Naivität fand ich unglaubwürdig. Ich denke, dass ein 9-jähriges Kind deutlich besser über sein Umfeld Bescheid weiß als man es Bruno hier attestiert. Dass er nicht in der Lage war, die Wörter Auschwitz und Führer richtig auszusprechen und es selbst nach mehreren Korrekturen seitens seiner Schwester oder anderen Personen nicht auf die Reihe bekommen hat, fand ich überzogen.
Dieses Bild wird für mich noch unglaubwürdiger, wenn ich an die Erzählungen meines Vaters denke, der Jahrgang 1932 ist und damit zur Zeit, in der dieses Buch spielt, zwei Jahre älter als Bruno. Kein Kind war zu dieser Zeit so blauäugig wie Bruno, jedes Kind kannte den Unterschied zwischen Juden und "der Gegenseite", wie es hier im Buch ausgedrückt wird. Rassenkunde war Bestandteil des Schulunterrichtes. Des Weiteren fällt es mir schwer mir vorzustellen, dass Bruno nicht erkennt, dass er ein hungerndes Kind vor sich hat und sich statt dessen fragt, warum Schmuel so grau und so dünn aussieht.

An der Art des Erzählens haben mich die ständigen Auslassungen geärgert. Als hätte der Autor Angst gehabt, die "bösen" Wörter zu nennen. Ich denke, dass man auch Kinder, die ja Zielgruppe dieses Buches sind, für solche Dinge sensibilisieren kann. Wie will dieses Buch etwas vermitteln, wenn die Dinge, um die es geht, nicht ausgesprochen werden?

Highlight dieses Buches war für mich Schmuel, der trotz der unerträglichen Situation, in der er sich befindet, nie verzweifelt oder sich aufgibt. Den Schluss fand ich überraschend und hätte ein solches Ende nicht vermutet.
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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Bücher-Liebhaberin TOP 1000 REZENSENT
Format:Taschenbuch
Ich kann mich meinen Vorrezensenten nur anschließen, welche dieses Buch mit nur einem oder höchstens zwei Sternen bewertet haben. Vorab muss ich sagen, dass ich selbst für mein Alter ein sehr neugieriges Wesen habe bezüglich früheren Zeiten. Ich mag Musik, Filme, Klamotten etc. von 1920 bis 1950. Darunter interessiert mich historisch gesehen auch die Zeit des Holocaust und Nazitums. Ich bin also mit großen Erwartungen an dieses Buch rangegangen und wurde schlussendlich, nachdem ich den letzten Buchstaben ausgelesen hatte, ziemlich enttäuscht. Vom Anfang bis circa in der Mitte des Buches geschieht nichts Außergewöhnliches. Der neunjährige Bruno verhält sich ziemlich unwissend und stellt sich so hin, als ob er sich alles um sich rum nicht vorstellen könne. Dauernd formt er ein "O" mit seinen Lippen, wenn ihn was erstaunt. Der Autor wiederholt das so oft, dass es schon unglaubwürdig klingt und man als Leser nur noch den Moment abwartet, wenn Bruno in der Gaskammer steht (die Szene kommt ja zum Schluss) und dort auch nochmal ein staunendes "O" formt, weil er glaubt die Nazi-Soldaten stecken so viele Menschen in eine Kammer um sie zu trocknen vom Regen. Andererseits nimmt das Buch einen schon mit, aber dann scheint es wieder zu abenteuerlich, übertrieben und allzu phantastisch. Selbst als der jüdische Junge namens Schmuel Bruno zeigt und sagt, dass er von den Nazis misshandelt wird, sie nichts zum essen haben im KZ und viele Häftlinge rumlaufen, bezweifelt Bruno das. Das Buch kommt ziemlich seicht rüber, weil kaum etwas geschieht, vor allem nichts schlimmes, außer, dass ein nazi mal "dreckiger jude" sagt, ein hund erschossen wird (wobei das nacherzählt wird vom autor und nicht aktiv in der geschichte geschieht) oder die szene am schluss mit der gaskammer kommt. Aus Kinderaugen gesehen kann es schon sein, dass ein deutscher Junge die Juden für Leute in gestreiften Pyjamas hält, aber alle anderen Dinge, die Bruno nicht verstehen will, obwohl er es kann, scheinen schier absurd. Seine Schwester wird ständig als "hoffnungsloser Fall" bezeichnet, sie selber sagt über ihren Bruder dauernd aus er sei doch erst neun Jahre alt und dann kommt wieder das staunende "O", das sich sogar einmal auf die Mutter überträgt und letztendlich schreibt der Autor immer über "Sachen, die bei Bruno ganz hinten im Schrank liegen, nur ihm gehören und keinem etwas angehen", aber dennoch: zuletzt wird nicht aufgedeckt, was diese "Sachen" eigentlich sind!?

Viel zu lang gewaschen die Wäsche. Keine Härte, kein Gefühl für den Leser von der Handlung mitgerissen zu werden. Nur ein bisschen Entdeckungsreise in eine Welt, die absurd scheint (wie kann denn ein jüdischer Junge sich ein Jahr lang mit eine deutschen Jungen unterhalten von Zaun zu Zaun ohne dabei von den Nazis strengstens überwacht zu werden über solch einen Zeitraum!?). Ach und dann schmuggelt Schmuel noch so ohne weiteres Häftlingsklamotten aus einer Kammer, die solcherlei extra beinhaltet, ja klar: er darf ja so ohne weiteres in diese Kammer als Häftling immer ein und ausgehen, wann es ihm passt. Ad absurdum, wie gesagt. Ich hoffe ich finde in Zukunft ein ergreifenderes Buch, das ich hier nun mal besser bewerten kann.

Dieser Text wurde von einer 17-jährigen verfasst.
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87 von 104 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Audio CD
Wer ein Buch über den Holocaust aus der Sicht eines 9-jährigen Kindes schreibt, der sollte sich natürlich auch in die geistige Entwicklungsstufe eines 9-jährigen hineinversetzen können (die der Autor hier aber klar mit der eines 5-jährigen verwechselt hat). Vor allem aber sollte er mehr als nur Grundkenntnisse von seinem Thema haben.

Durch unzählige Augenzeugenberichte, Literatur, Internetseiten, TV-Dokus, Gedenkstätten, Museen, und und und... ist es wohl bei kaum einem anderen Thema so leicht an gute Informationen heranzukommen, wie gerade beim HOLOCAUST.
Warum hat John Boyne keine dieser Möglichkeiten genutzt?

Rein sachlich betrachtet ist das Buch einfach katastrophal schlecht recherchiert und mit so haarsträubendem Unsinn angefüllt, dass der Untertitel "Fabel" die Sache am Schluss auch nicht retten kann.
Vor allem wird eine Geschichte ja auch nicht alleine deshalb zur Fabel, nur weil der Autor es so dazu geschrieben hat. Und ihm dieses Wort einfach nur stumm aus der Hand zu fressen ist sicher auch nicht der richtige Weg.

Eine Fabel ist es ja schonmal gar nicht, da die handelnden Figuren einer solchen eben keine Menschen sind (wodurch sie sich ja überhaupt erst definiert). Sie ist eine klare ABSTRAKTION im Bezug auf ihre Charaktere, die in der Fabel vollkommen wertneutral als Tiere (manchmal auch als Gegenstände) dargestellt werden.
Wenn überhaupt, so müsste es sich hier um eine Parabel handeln. Die Parabel nutzt FIKTIVE Inhalte um damit allgemeingültige Regeln im Bezug auf soziale und moralische Werte zu transportieren.
Doch genau hier liegt der Hase im Pfeffer.

Der Völkermord in Auschwitz ist eben keineswegs FIKTION oder ABSTRAKTION, und eignet sich daher auch nicht als Basis für eine Fabel oder Parabel.
Vor allem ist aber auch unklar, welche Botschaft denn hier eigentlich übermittelt werden soll - oder kann mir irgendjemand plausibel erklären, was die moralische Kernaussage der Geschichte ist?

In vielen Rezensionen und Kommentaren ist zu lesen, dass Brunos Naivität als Analogie zu sehen sei, für die Millionen von Deutschen die weggeschaut haben, oder die nichts gewusst haben wollen. Dies alleine wäre allerdings noch gar keine Botschaft, sondern lediglich ein Vergleich.
Es spielt aber auch keine besondere Rolle, da solch ein Erklärungsversuch ja schon im Ansatz scheitern muss. Brunos Unwissenheit wird ja hier schließlich nicht als Schutzbehauptung dargestellt, sondern als absolut ehrlich und real. Er hätte ja sonst in dieser Analogie wegschauen und mit der Masse mitschwimmen müssen. Er wäre dann niemals so unvoreingenommen auf Schmuel zugegangen oder hätte sich gar mit ihm angefreundet. Und vor allem hätte er auch niemals die andere Zaunseite betreten.
NEIN, Bruno verkörpert hier keinesfalls die damalige deutsche Bevölkerung.

Vielleicht leistet Bruno aber irgendeine Art von Widerstand, und kann deshalb für diese Gruppe stehen?
NEIN, denn alles was er tut, tut er aus reiner Unkenntnis. Er handelt nicht aus ethischen oder moralischen Gründen und bricht niemals aktiv irgendwelche Regeln um das System zu untergraben. Er geht keinerlei Risiko ein, dessen er sich vorher bewusst gewesen wäre. Daher kann er auch nicht symbolisch für die Widerstandsbewegung angesehen werden.

Vielleicht ein Täter?
Obwohl er als deutscher (und noch dazu mit diesem Vater) klar auf der Seite der Täter steht, zeigt er nicht die aller geringsten Tendenzen zu Hass, Gewalt oder Antisemitismus. Ein Täter ist er daher ganz klar AUCH NICHT.

Also was bleibt ???

Am Ende ist Bruno einfach nur ein Naivling, der durch seine eigene Beschränktheit irgendwie in die Schusslinie gestolpert ist.
Mit anderen Worten, er ist ein Individuum, das kaum stellvertretend für irgendeine größere Personengruppe stehen kann. Aus diesem Grund erschließt sich mir hier auch kein tieferer Sinn.

Sollte sich die Moral der Geschichte aber tatsächlich NUR auf die Freundschaft beider Jungen beziehen (ohne eine wirkliche Verbindung mit dem KZ-Auschwitz), so wäre dies eine fast noch größere Frechheit von John Boyne. Der Holocaust forderte über 6 Millionen Opfer - eine unvorstellbare Zahl, die noch nicht einmal die Überlebenden beinhaltet, welche kaum weniger zu bedauern sind. Diese dann für eine solch konstruierte Geschichte herzunehmen, könnte ich dann wirklich nur noch als "Verkaufsfördernde Maßnahme" bezeichnen.

Natürlich - in jeder Geschichte (so auch in dieser) gibt ein paar Dinge am Rande, die so etwas wie eine "Botschaft" darstellen könnten. Im Bezug auf Brunos Vater kann man zum Beispiel sagen: "Wer anderen eine Grube gräbt, fällt selbst hinein." Schließlich wird der am Ende ja auch irgendwie selbst Opfer seines eigenen Massenmordes.
Solche oder ähnliche Dinge sind in dieser Geschichte aber Nebensächlichkeiten. Das ist nicht die Kernaussage, und auf keinen Fall macht eine solche Botschaft das Buch zur Fabel. (Wie gesagt, etwas Ähnliches kann aus fast jeder Geschichte herausgelesen werden, selbst aus Winnetou, Harry Potter oder dem Struwwelpeter.)
Es ist auch leider etwas zu kurz gedacht wenn man annimmt, dass eine Geschichte schon alleine deshalb eine wertvolle Aussage haben müsste, nur weil sie den Holocaust zum Inhalt hat - obwohl es natürlich schön wäre, wenn man hier einen Zusammenhang voraussetzen könnte.

Doch selbst was den literarischen Wert angeht, so steckt in diesem Buch wie ich finde nicht allzu viel Lesenswertes.
Die Charaktere sind allesamt oberflächlich und entwicklungsunfähig. Der Schreibstil ist extrem simpel und bietet kaum Spannungsbögen. Die ständigen Wiederholungen (die der Autor offenbar für eine kindlichen Denk- und Sprechweise hält) nerven kolossal ab, und die unglaubliche Einfältigkeit des Protagonisten Bruno ist kaum zu ertragen.

Bruno (Sohn des LAGERKOMMANDANTEN in AUSCHWITZ), der wie kaum ein anderer Junge nationalsozialistisch gedrillt sein müsste,
- kennt Adolf Hitler nicht.
- kann selbst nach mehrfachem Vorsagen das Wort "Auschwitz" nicht aussprechen, obwohl er seit einem Jahr dort wohnt und es auf einer Parkbank sogar geschrieben gesehen hat.
- hat auch noch nichts davon gehört, dass Juden "Volksschädlinge" seien, und ist offenbar in seinem ganzen Leben (1933 bis 1943) noch mit keiner Form von Propaganda in Kontakt gekommen - weder zu Hause, noch in der Schule oder auf der Straße.
- weiß überhaupt nicht was ein Jude ist, oder ob er selber einer ist.
- kann sich auch nicht den aller geringsten Reim auf die Vorgänge in seiner direkten Umgebung machen und hinterfragt auch nichts ... (wer selber Kinder hat der weiß, was für Löcher die einem in den Bauch fragen können).
- selbst nach einem Jahr intensiver Gespräche am Zaun, wundert er sich über das fehlen von Straßencafés und Gemüseläden im Lager.

DAS ALLES IST IM HÖCHSTEN MAßE UNGLAUBWÜRDIG !!!

Was dem Ganzen aber die Krone aufsetzt ist die enorme Fülle an Absurditäten. Manche davon widersprechen nicht nur den historischen Fakten, sondern auch noch ganz krass dem gesunden Menschenverstand.

- Da klingeln eines Abends Adolf Hitler und Eva Braun bei Familie Höß an der Tür, weil sie zum Abendessen eingeladen sind ...
- Da kann ein jüdisches Kind, das offenbar nicht mit irgendeiner Art von Zwangsarbeit beschäftigt ist, ein ganzes Jahr lang in Auschwitz-Birkenau überleben und Tag für Tag am Zaun sitzen ...
- Da ist der kleine Schmuel, der im Gegensatz zu seinem Freund Bruno ganz genau weiß was es bedeutet, auf der inneren Zaunseite zu stehen. Und trotzdem konzentriert er sich nicht etwa darauf, wie er selbst (vielleicht mit seiner Familie) aus dem Lager entfliehen könnte, sondern wie er seinen BESTEN FREUND hineinbringen kann ...
- Dann ist da dieser vollkommen ungesicherte Zaun. Der kleine Bruno kann ihn völlig unbehelligt und unbeobachtet jeden Tag hochheben, Essen drunter durchschieben oder selber drunter her kriechen, obwohl doch genau dieser Zaun für tausende von Häftlingen eine unüberwindliche Barriere ist ...

Diese Liste lässt sich noch lange fortführen. Es reicht aber sicher zu sagen, dass ein persönlich betroffener (also ein Augenzeuge, der tatsächlich die Hölle von Auschwitz überlebt hat) diese Darstellung wohl nur wie HOHN empfinden kann.

Dass nun gerade in Deutschland das Thema Holocaust einen ganz besonderen (und unantastbaren) Stellenwert hat, ist natürlich bekannt - und auch vollkommen richtig so. Ich würde auch niemals einen Augenzeugenbericht schlecht rezensieren - selbst dann nicht, wenn ich die Umsetzung irgendwie misslungen fände.
Mein Respekt vor den Opfern, vor dem Thema im allgemeinen, und vor der enormen Verantwortung die wir deutschen seither tragen, verbietet da einfach jede Kritik - ganz besonders von Personen wie mir oder Mr. Boyne, die wir beide Jahrgang '71 sind und daher nicht aus eigener Erfahrung sprechen können.
Für ein derart hergeholtes Hirngespinst (was dieses Buch zweifellos ist) gilt mein selbst auferlegtes Kritikverbot aber nicht, im Gegenteil. Lesen Sie weiter... ›
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