Die Geschichte, die Frank McCourt in seinem Buch „Die Asche meiner Mutter" erzählt, zieht den Leser mitten in das nasse Land - Irland, und zeigt ihm unverfälscht die Freude, das Leid, den Kampf und Zerfall einer Familie. Man kann förmlich die verdreckten Slums von Limerick sehen, die feuchten, muffigen Wänden, die Familie McCourt umgeben, riechen, den Hunger, der die unglückliche McCourts wie eine lästige Krankheit verfolgte, spüren. Dennoch empfindet man Sympathie mit dem kleinen Jungen, Frank, der gierig das Leben festhält und überhaupt nicht daran denkt, los zu lassen.
Wenn man dann die letzte Seite des Buches liest, endet sie beinahe mit einem Happy end...beinahe, weil die Familie (die es niemals gab) für immer nur eine Illusion bleiben wird.
Das Buch war ein gigantischer Erfolg, daher war es irgendwie erdenklich, dass Franks Bruder, Malachy, seine Chance, aus dem Erlebten ein Kapital zu schlagen, ausnutzen musste.
Grund, warum viele Leser das Buch kauften, lag an dem deutschen Titel: „Der Junge aus Limerick"
Das Buch hat keinerlei literarischen Wert, weil es in einer sehr einfachen Erzählform geschrieben worden ist und auch inhaltlich sehr wenig zu bieten hat.
Malachy erzählt sein bewegtes Leben, in dem es sehr viel Alkohol, Frauen, Alkohol, Probleme, Alkohol, Frauen, Alkohol, Geldnot und Alkohol gab, und nervt den Leser durch die zahlreiche Alkoholexzesse und jede Menge Fleischtöpfe (seine Wortwahl für Frauen), die er überall auf der Welt so zahlreich flachgelegt hat.
Keine Frage, der Typ hat viel erlebt... dennoch ist seine Lebensgeschichte nicht so interessant und bewegend, um es in einer Buchform zu präsentieren. Eine gute Geschichte wurde bereits von seinem älteren Bruder erzählt. Er, Malachy, versucht nur den Namen McCourt irgendwie zu vermarkten. Denn, wie es scheint, leidet er nach wie vor am Geldmangel.
Diejenigen, die das Buch „Die Asche meiner Mutter" gelesen und genossen haben, werden von diesem Werk bitter enttäuscht sein. Bemerkenswert ist, das traurige Schicksal der Familie McCourt in Irland, und wie sie trotz aller Schwierigkeiten schafften, am Leben zu bleiben. Erbärmlich dagegen, das traurige Schicksal des Malachy McCourt in New York, das er nicht ändern will, obwohl er, anders als in Irland, wohl in der Lage war, es zu tun.
Zum Schluss, verprügelt der anständige Ire und Frauenheld Malachy seinen Vater, wirft ihm seine ganze Misere vor, und beschuldigt ihn, Angela und die Kinder im Stich gelassen zu haben. Wie anständig von ihm, ein so rührendes Ende mit einer Brise Moralpredigt zu schreiben, obwohl er selber ein krankhafter Alkoholiker und dazu noch ein Familienzerstörer war.