Es wird auch auf den zweiten und dritten Blick nicht klar, was eigentlich das Jugendspezifische dieses Nachschlagewerks sein soll. Die Beiträge wirken wie normale Lexikon-Texte, und man hat nicht den Eindruck, dass hier bezüglich Verständlichkeit und Sprachstil auf die Bedürfnisse jugendlicher Leser -- empfohlen wird das Lexikon immerhin ab zwölf Jahren -- besonders eingegangen wird.
Auch inhaltlich scheint man sich nicht bemüht zu haben, für Jugendliche interessante Themen eingehender zu behandeln. Beispiel Popmusik: Wenn es sich nicht gerade um die allergrößten Stars wie Madonna handelt, blättert man vergebens. Oder beim Stichwort "HIV" könnte verunsicherte Jugendliche interessieren, welche sexuellen Handlungen riskant sind und welche nicht -- leider Fehlanzeige. Auch das Stichwort "Liebe" würde ein Teenager vergebens suchen. Und dass technische Neuerungen wie MP3 oder UMTS nicht erklärt werden, wäre für jedes Lexikon, das auf dem neuesten Stand sein will, ein Armutszeugnis.
So kann man diesem Lexikon aus dem traditionsreichen Brockhaus-Verlag zwar solide Qualität bescheinigen, aber Begeisterungsstürme vermag es leider nicht hervorzurufen.