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Der Judenweg
 
 
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Der Judenweg [Taschenbuch]

Ruth Weiss , Elmar Balster , Bettina Keller , Paolo Tosi
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 191 Seiten
  • Verlag: Mosse Verlag; Auflage: 1., Aufl. (1. Oktober 2004)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3935097042
  • ISBN-13: 978-3935097048
  • Größe und/oder Gewicht: 21,2 x 13,4 x 1,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 847.948 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Mehr über den Autor

Ruth Weiss
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Daniel Löw ist einer der vielen armen Juden, die von keiner Obrigkeit einen Schutzbrief erhalten. Nach dem Dreißigjährigen Krieg fristen diese Menschen ihr Leben auf der Straße. Um dem verhassten Leibzoll zu entgehen, den jeder Jude bei Grenzüberquerungen zahlen muss, benutzen sie so genannte Judenwege. Diese Schleichwege führen an Städten und Dörfern vorbei. Da Juden weder Land besitzen noch Handwerksberufe ausüben dürfen, bleibt ihnen nur das Hausieren, der Vieh- und Pferdehandel und – der oberen Schicht – das Geldgeschäft. Die Armen sind zum Betteln gezwungen, viele werden kriminell. Nach bitteren Erfahrungen trotzt Daniel der Gesellschaft, die ihm und seinesgleichen das Menschsein abspricht: Er gründet eine Diebesbande.

Über den Autor

Ruth Weiss, 1924 in Fürth geboren, konnte mit ihrer Familie 1936 nach Südafrika emigrieren. Anfang der 1960er Jahre begann sie in Johannesburg eine große Karriere als Journalistin. 1966 verließ sie das Land und berichtete für Financial Times, The Guardian, die BBC und die Deutsche Welle aus Südrhodesien. Viele Jahre lebte sie in Simbabwe und bildete dort Journalisten aus. Weil sie gegen das Apartheidsystem schrieb, durfte sie lange Zeit nicht nach Südafrika einreisen. Nach einem mehrjährigen Aufenthalt auf der Isle of Wight lebt sie seit 2002 im Münsterland. In Deutschland wurde Ruth Weiss vor allem durch ihre Autobiographie „Wege im harten Gras“ und ihren Roman „Meine Schwester Sara“ bekannt.

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Format:Taschenbuch
Gruselig, anschaulich mit sehr detaillierten, genauen Beschreibungen gehen die Schriftsteller hier vor. Die Zeit kurz nach dem Dreißigjährigen Krieg ist schillernd, realistisch, brutal und gruselig, sehr bildhaft in Szene gesetzt. Die Verwüstungen des Landes und der Gegend und das Leid der Menschen ist farbenprächtig, bis ins kleinste Detail genau wiedergegeben. Die Angst und auch die Panik vor noch drohenden Gefahren, die sich nicht abwenden lassen, kommt auch hier auch zur Geltung.
Genauso wie sich die Wolken zu einem Gewitter zusammen ballen, so geht es hier in Franken und Umgebung den Menschen. Not und Elend waren verbreitet und damit auch die Armut. Innerlich verarmt und verkrüppelt bluteten die Menschen immer noch. Die Nachwirkungen des Krieges zeigten sich in unmenschlicher Grausamkeit.
Die Armseligkeiten, die diese Menschen umgaben, konnte ich mir lebhaft und sehr lebendig vorstellen. Die Menschen, die nicht vom Handel leben konnten, brauchten Vieh, um nicht zu verhungern. Alle lebten von der Hand in den Mund und wussten nicht, was der nächste Tag bringen würde.
Der Tod lauerte noch überall. Die Menschen waren hilf- und machtlos gegenüber dem, was um sie herum geschah.
Ich roch den Gestank der Misthaufen und des toten Tieres, konnte mich in die Figuren hinein versetzen. Ich sah jede beschriebene Einzelheit vor mir. Gefühle und Gedanken, die Ratlosigkeit blieben mir nicht verborgen. Sehr lebendig schildern die Schriftsteller die Zeit kurz nach dem Dreißigjährigen Krieg und vermitteln das Leben der Juden jener längst vergangenen Zeit.
Auch die Tiere hungerten, weil es an Nahrung fehlte. Die Landwirte jener Zeit mussten sich das Vieh aus dem Ausland besorgen und hatten nur kleine Herden, die sie auf einer kleinen Weide grasen lassen mussten. Trotz aller Schwierigkeiten fanden Menschen Mut zum Leben, fanden Wege zum Überleben, hatten Freude am Leben, trotzten jeder Widerwärtigkeit.
Auf der anderen Seite gibt es Leute, die keinen Gefallen an diesem armseligen Leben haben, die sich am liebsten die Rosinen überall da, wo es sie gab, herauspicken wollten. Sie waren nie mit irgendetwas zufrieden, lebten von ihrem Egoismus getrieben. Die um sie herum lebenden Menschen hatten darunter zu leiden. Einer von den herrschsüchtigen Personen war zum Beispiel Westernau.
Die normale Bevölkerung fühlte sich bedroht von ankommenden Reitern, da sie Gefahr witterten. Sie ritten immer in einem Heer und konnten Haus und Hof und die Menschen, die dort lebten, überfallen und ausrauben. Deshalb brachten sich die meisten in Sicherheit.
Die Juden, um die es hier in dem Buch geht, waren nicht gleichgestellt mit den Deutschen, obwohl sie seit Jahren oder auch schon ein Leben lang hier wohnten. Sie wurden ausgeschlossen dadurch, dass sie einfach entrechtet wurden. An den Steuern und Abgaben mussten sie sich beteiligen, aber das wars dann auch schon.
Während des Krieges richtete sich die gesamte Wut gegen die Juden. Häuser wurden niedergebrannt, die Juden ausgeraubt und vieles mehr, so dass ihnen nichts mehr blieb.
Die Ausländerfeindlichkeit wütet im Land. Die jüdischen Menschen hatten keinen Wert, bis jemand entdeckte, dass die Juden Handel treiben konnten mit den ausländischen Nachbarländern, um Geld feilschen, verhandeln und vieles mehr.
In jeder Situation werden die Juden wie Vieh behandelt, getreten, geschlagen, herabgewürdigt. Die Ritter und Reiter waren sich nicht zu schade dafür und schämten sich auch nicht, über jüdische Kinder herzufallen und sie zu vergewaltigen genauso wie die Frauen. Der Krieg zwischen den Deutschen und den Juden ging weiter in einer hasserfüllten Welt.
In der Zeit der Armut und der Not kannte das Plündern und der Diebstahl keine Grenzen. Einer war der Feind des anderen, selbst in den eigenen Reihen.

Daniel Löw musste als zehnjähriger kleiner Junge mit ansehen, wie seine Eltern auf brutale Weise ihr Leben verloren. Als jüdisches Kind aufgewachsen, lebte er im Haus seiner Eltern sehr glücklich. Doch mit dem Eintreffen des Reiterheeres verändert sich sein Leben. Er siehr und spürt den Hass, die diese Reiter auf die Juden haben, indem sie seine Eltern ermorden. Eine Räuberbande nimmt ihn zu sich auf, so dass der Junge zwar nicht auf sich allein gestellt ist, aber von den wirklichen Werten des Lebens nichts mitbekommt, sondern nur auf der Jagd nach Beute herumzieht. Er lernt es, Menschen zu führen und gründet später als erwachsener Mann selbst eine Räuberbande. Als Räuberführer wird er zu dem Menschen, der anderen Juden die Schutzbriefe verschafft, die er selbst nicht bekam. Dieser Schutzbrief von einem Fürsten, der teuer bezahlt werden musste, gewährte den Juden den Aufenthalt in ihrer Gegend. Daniel Löw schafft es sogar, zu einem bedeutenden Kaufmann aufzusteigen.

Daniel war es Leid, immer verachtet und als minderwertig betrachtet zu werden. Um nicht ganz rechtlos zu sein und wie andere Leute betteln zu müssen, kämpfte und boxte er sich durch sein Leben und erreichte es, für seine Landsleute einzustehen, was sich sonst keiner traute. Im Inneren war er stark, hatte Vertrauen in sich selbst und verzweifelte nicht. Er bewies Mut, auch wenn er stehlend durch die Lande zog. Zu dieser Zeit war das die einzige Möglichkeit, nicht an Hunger zu leiden oder um Geld zu betteln.

Der Roman zeigt ganz genau und detailliert, wie es in diesen Tagen zuging. Und mir kommt der Antisemitismus von Hitler dabei wieder in den Sinn. Auch hier in unserer heutigen Zeit wurden Juden verachtet, sie wurden gehasst, aus welchem Grund auch immer. Die Zeiten haben sich seit Jahrhunderten nicht verändert. Wir Menschen lernen es wohl nie, vernünftig und nicht feindlich auf andere Menschen zuzugehen ohne nach Religion und Herkunft zu fragen. Vor Gottes Angesicht sind wir letztendlich alle gleich, egal, an welchen Gott wir glauben. Die Menschen suchen es sich sicher nicht selbst aus, in welches Land sie geboren werden oder welcher Religion sie angehören. Sie werden damit konfrontiert durch ihre Geburt. Geht das den Bürgern nicht in die Schädel? Wer will sich denn amit rühmen, etwas besseres zu sein als der andere? Wie bescheuert ist das eigentlich?
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