Der Film beeindruckt durch außerordenlich gute schauspielerische Leistung, gute Kameraführung und allgemein
technisch perfektes Handwerk.
Dafür hält die Geschichte kaum das Versprechen, Einblick zu veschaffen in die bäuerliche Lebenssituation
in Tirol im frühen 19. Jahrhundert. Die einzelnen Hauptcharaktere sind dermaßen theatralisch überhöht, Franz Raffl, der Judas wird zu einer überfrachteten Schicksalsgestalt hochstilisiert, die er bestimmt nicht war. Vielleicht warer einfach ein armer Schlucker, wie derlei Knechte damals waren, der einmal im Leben die Möglichkeit genutzt hatte,durch die horrende Belohnung, die zur Ergreifung des Sandwirts Andreas Hofer, ausgesetzt war, ein anderes Leben zu führen.
Die Geknechteten Tiroler sind durchweg die Ehrbaren und im harten Überlebenskampf Rechtschaffenen, der böse französiche Kommandeur taugt nicht einmal als Liebhaber, und wozu braucht man für dieses Thema eine Lebedame?
Am meisten hat mich die taghelle Ausleuchtung der Nachtscenen gestört, überall Riesenscheinwerfer, Beleuchtung wie in einem Fußballstadion!
Die düster melancholische und dennoch langweilige Filmmusik passt weder zu diesem Film, noch zum Ort oder der Zeit der Handlung. Ich hätte mir außerdem mehr historische Hintergrundinformationen gewünscht.