"Der Judas-Code" ist der vierte Roman von Rollins' "Sigma Force" Reihe, die von einer US-Organisation handelt, die im Auftrag der Regierung fortschrittlichste Technologien untersuchen und für die USA sicherstellen soll. Wer in die Reihe einsteigen möchte, sollte sie in folgender Reihenfolge lesen (was zu empfehlen ist, da man sonst vermutlich nicht alle Beweggründe der Hauptcharaktere versteht):
1. "Sandsturm"
2. "Feuermönche"
3. "Der Genesis-Plan"
4. "Der Judas-Code"
Dieser Teil der Reihe thematisiert erneut den Kampf zwischen der Gilde, einer internationalen Terrororganisation, und der Sigma Force. Ein tödliches, grässliches Virus ist bei Indonesien ausgebrochen und droht die Menschheit zu vernichten, weil es kein Heilmittel dagegen gibt.
Mit von der Partie sind wieder die Hauptcharaktere von der Sigma Force, Director Painter, die Agents Pierce, Kokkalis und Bryant sowie der vatikanische Priester, Spion und Archäologe Monsignore Verona (aus "Feuermönche"), die Ärztin Dr. Lisa Cummings (aus "Der Genesis-Plan") und die Dauerrivalin von Pierce, Seichan, die der Gilde angehört.
Die Story entwickelt sich gewohnt temporeich, auch wenn Action und Spannungsaufbau nicht mit dem bisherigen Höhepunkt der Reihe, "Der Genesis-Plan", mithalten können. Dazu ist die Action zu vorhersehbar und auch nicht spektakulär genug - Rollins hat es schon besser geschrieben. Die vielen pseudo-geschichtlichen und pseudo-wissenschaftlichen Erklärungen sind ebenfalls typisch für die Reihe und bieten wenig Neues. Das ist auch das Problem des Romans: Er wirkt wie ein "Best of" der ersten 3 Romane, ohne deren Niveau zu erreichen, Handlung und Action sind dafür einfach zu ähnlich und durchsichtig.
Wieso ist also ist "Der Judas-Code" trotz allem ein guter Thriller? Trotz der Ideenarmut und Vorhersehbarkeit ist der Roman ein Page-Turner. Eine Actionszene jagt die nächste und lässt den Leser kaum Luft holen. Wer noch nie ein Sigma Force Buch gelesen hat, wird vermutlich hin und weg sein.
Was bleibt, wenn man das "Sigma Force Schema" von Rollins schon kennt, ist ein packender, rasanter Thriller (mit einer einzigen Überraschung ganz am Ende), von dem man sich besonders auf den letzten 200 Seiten trotz aller Vorhersehbarkeit nicht trennen kann, weil er doch spannend ist und das "nur noch 10 Seiten" Gefühl nach den 10 Seiten wiederkommt.
Fazit: Empfehlenswert, aber der bisher schwächste Teil der Reihe. Für den fünften Teil der Sigma Force sollte Rollins wieder etwas Originelleres wagen und nicht nur Altbewährtes neu umsetzen - auch wenn das Konzept dieses Mal noch aufgegangen ist.