Nachdem ich Childs sechstes Buch übersprungen habe, weil mich der Inhalt nicht ganz mitreissen konnte, war "Persuader" (Janusmann) wieder richtig gut. Es bekommt zwar nur 4 Sterne, weil es an "The Visitor" und "Größenwahn" nicht herankommt, trotzdem belegt es bei mir Platz 3 unter seinen bisher veröffentlichten Reacher Büchern.
An Gewalt darf man sich nicht stören, sie wird nahezu zelebriert, aber wer sein erstes Buch gut fand, wird auch dieses mögen. Gradlinig, hart, gerecht.
Interessant sind die Rückblicke, mit denen Child die Handlung vom Jetzt mit der von vor 10 Jahren durchaus spannend verknüpft, wobei die Handlung meist so gradlinig verläuft, dass man das Weitere erahnen kann, große Überraschungen gibt es bei anderen Autoren.
Stilistisch gestört hat mich etwas anderes. Child hat die Angewohnheit viele kurze Sätze (die generell sehr gut zum Stil der Handlung und Reachers Gedanken und Beobachtungen passen) zu ewigen Aufzählungen aneinanderzureihen (...and...and...and...and...). Das kann beim dritten and mitunter nerven. Vom vierten ganz zu schweigen.
Ich möchte auch jedem empfehlen, der sich dazu imstande fühlt (oder damit beginnen möchte, ist kein umfangreicher Wortschatz und man bedenke die meist kurzen Sätze), diese Bücher auf englisch zu lesen, weil sie auf deutsch viel von ihrer brutalen Coolness verlieren. Und (fast) nur dafür sind sie gut. Unterm Strich. Die Story fliegt vorbei wie ein Actionfilm ohne Jugendfreigabe.