Der Jackpot des Lebens: Die sechs Richtigen finden ist ein neues Buch von Hermann Meyer. Ich mag es, wenn Bücher im ersten Kapitel schon mal auf den Punkt kommen. Und das erste Kapitel heißt: Denkvoraussetzungen. Danach führt Meyer das Kind-Eltern-Erwachsenen-Schema ein. Das kennt man schon aus der Transaktionsanalyse. Neu ist, dass Meyer diese als dauerhafte Rollen postuliert. Es gibt bei ihm gehemmte Kind-Typen und als Gegenpol den Eltern-Typ, der zwar nicht gehemmt ist, aber immer Angst hat seinen Eltern-Nimbus zu verlieren. Glücklich ist, wer es zum Erwachsenen-Typ schafft. Und dieser Erwachsenen-Typus kann sich dann auf die sechs Richtigen konzentrieren: Gesundheit, Identität, Liebe, Zeit, Berufung und Geist.
Nun kommen folgerichtig sechs Kapitel zu den sechs Richtigen. Grundsätzlich spricht Meyer von einem Energiefluß. Für ihn gibt es gute Gefühle und bipolar falsche Gefühle, wenn man zu intensiv ein Gefühl lebt oder nicht intensiv genug (Beispiel: das Gefühl sich seiner mächtig zu sein (?) hat ein zu wenig Pol (Ohnmachts-, Eifersuchtsgefühl) und ein zu viel Pol (Macht- und Dominanzgefühl). Beide Pole machen krank. Und so geht Seite um Seite um in diesen etwas schwammigen Begriffen den goldenen Mittelweg als (einzig?) gangbaren Weg zu zeigen.
Der Weg geht bei Meyer über einfache Fragen, die man sich selbst stellen soll um so seine Gesundheit wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Mir gefällt besonders die Frage "Ist der finanzielle Fluss in meinem Leben gewährleistet?" Geschlossene Fragen haben ein Problem: Was ist, wenn jemand mit Nein antwortet? Dann hat man ja das Problem erkannt und kann es lösen. Denn: Schulden auf der Bank sind Energieräuber und finanzielle Gewinne stärken die Energie. Wow, was für eine Erkenntnis! Und jetzt?
Für Menschen, die noch nie über ihr Leben nachgedacht haben und die das einfach mal anhand der Fragen machen wollen und selbstverständlich sofort auf ihre unbewussten Bremser kommen mag das Buch helfen. Wenn das Leben so einfach wäre, dann hätten wir kein Problem. Wenn mich mein Partner nicht mehr liebt, dann lohnt sich kein Liebeskummer. Dann läßt man ihn einfach auch stehen und gut.
Warum soll man das Buch nicht kaufen?
Es ist einfach super-naiv zu sagen, man kann alle Probleme rein kognitiv für sich selbst analysieren. Unsere eigene subjektive Betriebsblindheit läßt sich nicht mal eben so kognitiv objektivieren! Wer noch nie über sein Leben richtig nachgedacht hat, der findet hier Denkanstösse das zu tun. Wer aber ein Problem hat, der findet als Lösung nur: finde das Problem heraus und überlege wie du es lösen kannst - super-naiver Lösungsversuch, der nur selten gelingen wird.