Als kleiner Junge habe ich mit Vorliebe Science Fiction Romane gelesen. Alles schien nach dem zweiten Weltkrieg auf einmal in greifbare Nähe gerückt zu sein. Maschinen, die denken und fühlen konnten. Ferne Planeten, die bewohnbar gemacht werden. Ja, sogar Menschen, die das Wort Menschheit mit Leben erfüllten.
Geistige Kinder dieser Zeit waren nicht nur Serien wie RAUMSCHIFF ENTERPRISE, sondern auch Filme wie DER JÜNGSTE TAG (WHEN WORLDS COLLIDE). Er ist ein Klassiker geworden, weil er einen zeittypischen Enthusiasmus und eine Hoffnung ausstrahlt, die man aus der heutigen Perspektive kaum verstehen, aber mitfühlen kann. Dabei kann gerade der 1951 entstandene Film DER JÜNGSTE TAG seine Anleihen an die Erfahrungen des zweiten Weltkrieges kaum verhehlen. Vielleicht wirkt gerade der Kontrast zwischen den Bildern, die förmlich der Kriegsberichterstattung entlehnt sind, einerseits und dem heroischen Altruismus der Filmfiguren andererseits so anrührend pathetisch, daß man auch heute noch die damalige Aufbruchstimmung nachfühlen kann, die alsbald im Kalten Krieg zum verbitterten Hass gerinnen sollte.
Besonders hervorheben sollte man an diesem Klassiker die außergewöhnliche Tricktechnik, für die Gordon Jennings 1952 einen Oscar erhielt. Sichtbare Fäden an Modellen können die Wirkung der mitreißenden Inszenierung der Naturkatastrophen nur wenig vermindern. Und wer sich über die gemalten Kulissen aufregt, der hat definitiv noch nie Illustrationen eines Science Fiction Buches der damaligen Zeit gesehen.
Die DVD Umsetzung des Filmes ist zufriedenstellend. Das Vollbild entspricht dem Originalformat und die Digitalisierung vom kratzfreien Original ist für Heimvideoverhältnisse sehr gut. Die Originaltonspuren sind im zeitgemäß dumpfen Mono gehalten; vielsprachige Untertitel sind abrufbar, allerdings produzieren sie leider einen weißen Streifen am Bildoberrand. Trotz fehlender Extras sollte diese DVD in keinem gut geführten Haushalt fehlen.