gekürzte Lesung, 6 CDs, Hördauer ca. 486 Min.
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gekürzte Lesung, 6 CDs, Hördauer ca. 486 Min.
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Allerdings wirken die lästigen kleinen Angewohnheiten, die ich schon in früheren Franz-Büchern unangenehm fand, mittlerweile sehr störend. Zunächst einmal sind viele der Dialoge einfach nicht gut geschrieben, da oft wenig realistisch und sogar etwas unbeholfen. Auffallend auch, daß alle Charaktere in allen Franz-Büchern die gleichen Sprachmuster und Redewendungen aufweisen, besonders störend z.B. ist, daß ständig Sätze und Konversationen mit einem abrupten "Was soll's" oder "Lassen wir das" beendet werden, die mir eher den Eindruck geben, daß der Autor hier nicht mehr weiß, was er schreiben soll. Auch die Tatsache, daß die Morde, mit denen Julia Durant sich beschäftigt, in jedem Buch (zumindest denen, die ich gelesen habe) im Umfeld der wohlhabenden Frankfurter Gesellschaft abspielen, stört irgendwann. Die ständigen Beschreibungen riesiger Villen, teuerer Kleidung und Autos langweilen schnell. Noch langweiliger ist es, daß alle diese Leute sich in vielen Aspekten gleichen. Außerordentlich verstörend ist es, daß es in diesem Umfeld anscheinend keine einzige funktionierende Ehe gibt und jeder fröhlich und jederzeit mit jedem ins Bett hüpft und sich überhaupt deftiger Ausdrücke bedient. Eine Prise Erotik kann einem Roman nicht schaden und in "Der Jäger" ist die sexuelle Aufgeschlossenheit der Opfer schon von Bedeutung, aber diese allumfassende stets bestehende Willligkeit insbesondere aller Frauen wirkt auf Dauer doch ein wenig billig, unglaubwürdig und lästig. Diesbezüglich ist gerade das Ende von "Der Jäger" sehr aufgesetzt und sogar ordinär.
Ein letzter Störfaktor sind die ständig wiederholten Details. Der Leser erfährt jeden Tag genau, was Julia Durant im Supermarkt kauft, bis hin zur Anzahl der Bananen und Flaschen Bier, er wird informiert, was jeden Tag im Briefkasten der Kommissarin zu finden ist, sei es Werbung oder eine Zeitschrift und jeder Handgriff von Durant wird ebenfalls beschrieben, sei es das Trinken des Bieres, das stets folgende leise Rülpsen, das Schmieren des Brotes etc. etc. Der Geschichte dient dies nicht und beim siebten Abend, an dem es bei der Kommissarin Salamibrote gibt, fragt man sich schon, warum man das immer wieder lesen muß.
Wären diese störenden Kleinigkeiten nicht, hätte "Der Jäger" problemlos fünf Sterne verdient. Allerdings fallen die negativen Punkte nicht so sehr ins Gewicht, daß sie das Lesevergnügen erheblich mindern. Ich habe das Buch mit konstantem Interesse und recht zügig durchgelesen.
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