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Garett Hanlon, ein 16-jähriger Außenseiter, hat ein Mädchen entführt und ist mit ihr in die Sümpfe geflohen. Garrett, der absonderliche Teenager wird im Ort nur "der Insektensammler" genannt, weil er sich wie besessen mit giftigen Insekten beschäftigt und diese auch als tödliche Waffe einzusetzen weiß. Der örtliche Sheriff Jim Bell ist überfordert mit dem Fall und deshalb hocherfreut, als er von Rhyme Unterstützung erhält. Mit der gewohnten strategischen Vorgehensweise machen sich Rhyme und Sachs an die Arbeit, und schon bald gelingt es ihnen, Garrett ausfindig zu machen. Der Junge kommt ins Gefängnis, gibt jedoch den Aufenthaltsort seiner Geisel nicht preis. Sachs gelingt es, sich mehr und mehr in den jungen Straftäter hineinzuversetzen. Schon bald ahnt sie, dass hinter dessen Verhalten weniger brutaler Wahnsinn als vielmehr panische Angst steckt. Als eine Bürgerwehr versucht, die Sache in die Hand zu nehmen und gewaltsam gegen Garrett vorgeht, flieht Amelia Sachs kurz entschlossen mit Garrett in die Sümpfe zurück. Auf der Flucht vor der Bürgerwehr und vor der Polizei, auf der Suche nach der Wahrheit. Rhyme bleibt ratlos zurück. Was hat Amelia vor? Die Antwort scheint im Unfalltod von Garretts Eltern zu liegen. Rhymes Beschäftigung mit den vergangenen Ereignissen gleicht jedoch dem Stochern in einem Wespennest, und plötzlich lauert tödliche Gefahr.
Spätestens seit Die Assistentin (verfilmt unter dem Titel Der Knochenjäger ist auch in Deutschland das "Jeffery-Deaver-Feaver" ausgebrochen. Das Team Rhyme/Sachs ist unschlagbar! Rhymes gelegentliche Anfälle von Selbstgefälligkeit werden durch seine absolute Genialität wettgemacht. Amelia Sachs, nicht weniger brillant, ist Rhymes starkes weibliches Pendant.
Wie auch bei Die Tränen des Teufels ist der Beginn von Der Insektensammler ein bisschen chaotisch: Jede Menge Personen tauchen genauso schnell auf wie sie wieder verschwinden. Doch plötzlich ist man mittendrin! Deavers Detailgenauigkeit, kombiniert mit seiner Fähigkeit, Spannung aufzubauen und seinen Figuren Lebendigkeit zu verleihen, lassen den Leser nicht mehr los. Und eines ist immer garantiert: Die Deaver'sche Wendung der Ereignisse, die am Schluss alles noch einmal in ein anderes Licht rückt. Ein neuer packender Super-Thriller. Vorsicht! Zeit sollte man haben -- denn man wird das Buch erst wieder aus der Hand legen, wenn man auf der letzten Seite angelangt ist. --Ursula Kohaupt -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
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Und nun die Kritikpunkte:
Einen Stern kostet der naturwissenschaftliche Aspekt. Der Autor erklärt recht hübsch allerlei Analysenverfahren, vor allem die Gaschromatographie, fast ein bisschen lehrerhaft. Allerdings weiß er offensichtlich trotzdem nicht detailliert darüber Bescheid (ich von Berufs wegen schon). So analysiert er Proben mit dem Gaschromatographen, die dafür gar nicht geeignet sind, oder die man mit anderen Verfahren viel besser bestimmen könnte. (Keine Sorge, Details serviere ich Ihnen nicht.) An Hosen, die "wer weiß wie lange" offen herumgelegen haben, werden Ammoniakspuren gefunden, doch Ammoniak ist so stark flüchtig, dass dies ausgeschlossen ist. Etc. ...
Ein Stern geht für die Übersetzung verloren. Die Grammatik vieler Sätze ist fehlerhaft, ein Verletzter wird auf der Bahre abtransportiert, es stellt sich die Frage, "ob sich der Täter am Tatort aufgehalten hat". (Klar hat er das! Ein Tatort, an dem sich kein Täter aufgehalten hat, ist keiner. Hier ist jedoch ein Tatverdächtiger gemeint ...) Und so fort.
Etwas verwirrend fand ich zudem die extrem häufigen Wechsel der Erzählperspektive. Ziemlich ungeordnet wird mal aus dieser, mal aus jener Perspektive erzählt, auch aus jener irgendwelcher Nebenfiguren. Da fällt es manchmal etwas schwer, noch durchzublicken.
Normalerweise bin ich kein ausgeprägter Erbsenzähler, doch in diesem Buch haben sich ärgerliche Kleinigkeiten gehäuft.
Trotzdem finde ich den Plot und die psychologische Ausarbeitung so spannend, dass ich weitere Bücher von diesem Autor lesen möchte.
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