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In einem kleinen Dorf im Norden Deutschlands wird eine junge Frau der Hexerei angeklagt. Um die Vorwürfe zu prüfen und gegebenenfalls einen Prozeß zu führen, wird der junge Inquisitor Tobias in das Dorf geschickt. Schon als er in das Dorf hinein geht, bemerkt er einen sonderbaren Geruch, der die Stadt umhüllt (also ganz so wie die industrielle Dunstglocke im Ruhrgebiet). Die junge Frau soll für diesen Geruch verantwortlich sein, sie soll die Brunnen vergiftet und ihren Mann getötet haben.
Die vermeindliche Hexe wird in einem Turm gefangen gehalten. An die Wand gekettet und seit Tagen sich selbst überlassen, ohne Nahrung und Möglichkeiten, menschlichen Bedürfnissen nachzugehen, wird sie von Tobias in einem Mitleid erregenden Zustand aufgefunden. Er erkennt sie wieder. Sie ist die Frau, die er einst liebte. Wegen ihr ging er ins Kloster, wurde Inquisitor. Wegen ihr muß er nun die Vorwürfe gegen sie untersuchen, ihr womöglich den Prozeß machen, sie richten...
'Der Inquisitor' ist ein hervorragendes Buch, dessen Spannung durch viele unerwartete Wendungen in der Handlung bis zur letzten Seite erhalten bleibt. Wolfgang Hohlbein erzeugt eine Stimmung, die den Leser nicht mehr los lässt und auch nach Beendigung des Buches über mehrere Tage hinweg in seinem Bann hält. Einfach beeindruckend! (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
Es ist wahrlich nicht viel historisches dran, aber es ist trotz alledem eine schöne Geschichte und ich als Liebhaber des Mittelalters habe teilweise richtig mitfiebern können. Die Gefühle die vermittelt werden, wenn man sich auf das Geschehen einlässt, sind an vielen Stellen wirklich wunderbar. Vor allem am Ende, als ich mich schon mit Tobias und seinen Sorgen um seine Kinderliebe Katrin identifizieren konnte und den Entwicklung des Geschehens in meinem Lesewahn ähnlich begegnete wie Tobias, habe ich diesen Stolz für den Heldenmut Tobias' fühlen können, so, wie ich immer sein wollte und fühlte mich schließlich richtig befreit und gestärkt.
Was jetzt vielleicht ziemlich albern klang sind meine Eindrücke als ein selber schon fantasievoller Mensch, der die Szenen bildlich vor sich sah beim Lesen. Es hat mich wirklich mitgerissen, was wohl an der Zeit lag, in der ich das Buch verschlang. Hätte ich es über mehrere Tage hinweg gelesen, wäre der Effekt sicherlich ein anderer, weniger spektakulärer gewesen.
Es sit nicht sonderlich lang und gut zu schaffen. Diese etwas rustikal aussehende Version mit dem roten Cover hat nicht zuviele Zeilen pro Seite, sodass man in 60min als geübter Leser auch etwa 60 Seiten hinbekommen kann. Dann ist es nur ein - wie heute - verregneter Nachmittag, den man investieren muss, um in diese schöne Geshcichte einzutauchen.
Hach. Ich eifere noch immer mit. Die paar Euro lohnen sich gewiss für Hohlbeinfans die sich nicht über komische Wendungen aufregen und einfach akzeptieren, was die Geschichte ihnen erzählt.
Außerdem zu empfehlen ist "Hagen von Tronje" und vielleicht auch die "Anders"-Reihe. Beides Geschichten, die mich am meisten in ihren Bann schlagen konnten von all den Dutzend Büchern, die ich von Hohlbein habe. "Der Inquisitor" zählt nun zweifellos ebenfalls dazu.
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