Der Preis ist heiß! Vor allem beim Mais! Wer wüsste das besser als der Biochemiker Mark Whitacre(Matt Damon), der einen hochrangigen Posten bei der Lebensmittelfirma MDA inne hat. Mark lebt mit seiner Frau Ginger(Melanie Lynskey)und drei Kindern ein unbeschwertes Leben, finanzielle Nöte gibt es nicht. Aber dann drückt Mark doch das Gewissen. Er weiß, dass seine Firma auf dem gesamten Weltmarkt, mit anderen Herstellern, die Preise abspricht. Und weil Evelyn immer so schön sagt: "Denk dran Mark, du musst immer die Wahrheit sagen", offenbart sich Mark dem FBI. Die schicken den Agenten Brian Shepard(Scott Bakula) zu Mark und fortan geht der nur noch komplett verkabelt in die entsprechenden Absprachesitzungen. So macht sich das FBI ein Bild von einem der größten Skandale der Lebensmittelindustrie. Mark brilliert in seiner neuen Rolle als Agent und Informant. Aber auf einmal ändert sich die Situation drastisch. Denn weder das FBI noch Mark konnten ahnen, wie dieser Deal gegen das Verbrechen sich entwickeln würde. Ziemlich schnell wird allen Beteiligten klar, wie wenig man voneinander weiß...
Steven Soderbergh kann man vieles vorwerfen, aber ganz sicher nicht, eingefahren zu sein. Ganz ehrlich, ich kann keinerlei Gemeinsamkeiten von Arbeiten wie -Che- oder -Der Informant- erkennen. Soderbergh interpretiert seine Arbeit immer wieder aufs Neue. In -Der Informant-, einer Geschichte, die an eine wahre Begebenheit angelehnt ist, begleitet seine Kamera Mark Whitacre in den Jahren 1992 bis 2006. Soderbergh lässt die Story durchgehend von der Erzählstimme Marks begleiten. Dabei plaudert der reichlich Lokalkolorit und Zeitgeschehen aus, das ist wunderbar gelungen. Ein dickes Lob diesbezüglich auch für Simon Jäger, die deutsche Synchronstimme Damons.
Wie der Mann mit dem Koffer dann von einer grotesken Situation in die nächste stolpert und uns nur nach und nach über seine wirkliche Persönlichkeit aufklärt, das ist Erzählkino vom Feinsten. Wie Soderbergh Damons Auftritte dann noch mit beschwingt-heiterer Musik untermalt, das setzt den naiven, ehrlichen und völlig weltfremden Mark Whitacre erst ins rechte Licht.
-Der Informant- ist ein wirlich unterhaltsamer, cleverer, ziemlich komischer Streifen. Ich habe mich von Matt Damon und Soderberghs Geschichte perfekt unterhalten lassen. Allein Whitacres Kommentare, wie z.B.: "Das scheint mir heikel zu sein", oder "Alles was sie mir antun, haben sie Tom Cruise in -Die Firma- auch angetan" sind allein schon Lacher für sich. Schauen sie einfach rein und entscheiden sie selbst, was sie von diesem Film halten. Zum Schluss aber lege ich ihnen noch Mark Whitacres Lebensmotto ans Herz: "Ich bemühe mich nur, das zu tun, was richtig ist."