Jedes Kind braucht einen Freund für sich allein, den es mit niemandem teilen muss. So einen Freund findet der phantasiebegabte Omri, als eines Morgens ein Geräusch aus seinem Schrank dringt und er mit großen blauen Augen erblickt, dass sein Spielzeugindianer sich in einen echten kleinen Menschen verwandelt hat.
Der Zauber der Kindheit - immer wieder wird er von Heranwachsenden vernachlässigt und schließlich vergessen. Daran wieder erinnert wird aber, wer Filme wie "Der Indianer im Küchenschrank" schaut. Ich begreife gar nicht, warum ich mir den nicht selber auf DVD kaufen wollte, nachdem ich ihn einmal im Fernsehen sah, sondern warum es erst einer Appetitanreger-Rezension von Eberhard bedurfte, dass ich mir die DVD gewünscht hab (woraufhin er sie mir auch sofort geschenkt hat - vielen Dank, Eberhard!)
Vielleicht war damals die deutsche Synchronisation Schuld, dass ein DVD-Kauf mir nicht allzu wichtig war. Im Originalton wird die Figur des Omri allerdings so herzallerliebst verkörpert, dass der Fantasyfilm heute ein Muss für mich geworden ist. Hal Scardinos gewandtes Stimmchen ist eine Freude fürs Ohr und sein weltoffenes, stets entzücktes Lächeln in den "Magic Moments" ist ansteckend. In derselben Sekunde, in der Omri am anrührenden Schluss ein Tränchen vergoss, kullerte mir auch eins über die Wange.
Muss das schön sein, einen Zauberschrank zu besitzen, der nach dem Zuschließen den Inhalt in lebende Materie umwandeln kann! Wenn ich so ein magisches Möbel hätte, könnte ich mich künftig endlich mal mit meinen ganzen Masters-of-the-Universe-Figuren unterhalten, die ich als Kind gesammelt und bis heute nicht weggeschmissen habe. Ich hab bei amazon vergeblich nach einem Küchenschrank gesucht, der die Zusatzfunktion hat, Plastikspielzeug in Fleisch und Blut zu transformieren. Vielleicht kann mir ja irgendein Zimmermann, der sein Handwerk versteht, so ein Ding anfertigen bitte?