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Der Implex: Sozialer Fortschritt: Geschichte und Idee [Taschenbuch]

Dietmar Dath , Barbara Kirchner
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)
Preis: EUR 29,90 kostenlose Lieferung. Siehe Details.
  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
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Kurzbeschreibung

13. Februar 2012
Morgen wird alles besser: An dieser Parole erkennt man seit der Aufklärung die Anhänger des sozialen Fortschritts, während die der Finsternis bellen, daß früher alles besser gewesen sei. Die einen setzen auf Wissenschaft und Technik, damit Freiheit, Wohlstand, Bildung und Schönheit sich mehren, die anderen auf Tradition, Blut, Boden, Familie, Vaterland und sonstigen Urväterhausrat, damit alles nicht noch schlimmer werde, als es ohnehin schon ist. Dieses Buch behauptet, daß jede Zeit, jede Handlung, jeder Gedanke tatsächlich mehr Möglichkeiten der Selbstverbesserung enthält, als man auf den ersten Blick sieht. Den inneren Zusammenhang dieser verborgenen Freiheitsgrade nennt das Buch »Implex«. Das Wort bezeichnet ein Modell, mit dem man erklären kann, wie Fortschritt in den Mühen tatsächlicher Menschen verwirklicht wird. Es macht verständlich, warum nur Epochen, die sich bestimmte Irrtümer erlauben, auch bestimmte Wahrheiten finden können, und es zeigt, daß die Aufklärung der Gegenwart Werkzeuge der Emanzipation vererbt hat, von denen sie selbst gar nichts wußte. Es verdeutlicht schließlich, was an dieser Lehre und anderen praktischen und theoretischen Hinterlassenschaften der historischen Linken wertvoll bleibt – bis heute. Auf dem Weg zu diesen Resultaten unternimmt das Buch Reisen durch realistische Forschung und phantastische Kunst, stellt bekannte und unbekannte Revolutionen, Kriege, Formen des Unrechts und des Widerstands dar und öffnet die Sicht auf Zeitabschnitte, von denen gar nicht so leicht zu entscheiden ist, ob sie Zukunft sind, Vergangenheit oder Gegenwart.

Wird oft zusammen gekauft

Der Implex: Sozialer Fortschritt: Geschichte und Idee + Maschinenwinter: Wissen, Technik, Sozialismus: Eine Streitschrift (edition unseld) + Pulsarnacht: Roman
Preis für alle drei: EUR 53,89

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 880 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp Verlag; Auflage: 2 (13. Februar 2012)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3518422642
  • ISBN-13: 978-3518422649
  • Größe und/oder Gewicht: 21,6 x 13,4 x 4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 253.622 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Pressestimmen

»Dath & Kirchner verfügen zweifellos über ein herausragendes geistiges Munitionsdepot.«

(Arno Orzessek Deutschlandradio Kultur )

»Dath und Kirchner beherrschen ihren Stoff und es macht Spaß,ihnen zuzuhören, wie es auch Spaß macht, sich an einer beliebigen Stelle ins Monumentalwerk Der Implex zu versenken...Ein System, das Dietmar Dath hervorbringt, hat jedenfalls noch Blut in seinen Adern.«

(Andreas Rosenfelder welt.de )

»Der Implex… ist ein Studienbuch... zum immer wieder neu Anfangen, zum Mitten-drin-Beginnen, zum Erforschen einiger Begriffe... zum Durchfahren ganzer Thementiefseen. Das Buch ist ein Symptom und hat »Schläfer«qualität: Es denkt im Land.«

(Arnold Schölzel junge Welt )

»Der Text ist eine lustvolle intellektuelle Spielerei, immer stark, wenn er klassische Ideologiekritik übt (und gleichzeitig zeigt, was darin alles nicht aufgeht) und über das Unfreie im Kapitalismus aufklärt – gute Literatur eben.«

(Jörg Später Süddeutsche Zeitung )

»Den Fortschritt zu überwinden ist noch eine Utopie. Doch mit ihrem vielschichtigen Roman hauchen Barbara Kirchner und Dietmar Dath dem Prinzip Hoffnung wieder neues Leben ein.«

(Cornelius Janzen www.3sat.de )

»Der Implex ist das Protokoll eines Gedankenexperiments...Man hat dann etwas andere Denkgewohnheiten als vorher.«

(Georg Fülberth literaturkritik.de )

»Der >Roman in Begriffen<, so hat ein Kritiker das Buch Der Implex. Sozialer Fortschritt: Geschichte und Idee einmal ironisch genannt, ist in den Feuilletons als größenwahnsinnig angefeindet worden. Wenn größenwahnsinnig bedeutet, sich noch eine andere Gesellschaftsordnung vorstellen zu können als den globalisierten Kapitalismus, dann haben Dietmar Dath und Barbara Kirchner ein erhellendes, ungemein gebildetes Aufklärungsbuch vorgelegt.«

(Ingo Zander WDR 3 )

Über den Autor

Dietmar Dath, 1970 geboren, ist Autor und Übersetzer. Er war Chefredakteur der Zeitschrift Spex und von 2001 bis 2007 Feuilletonredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, seit September 2011 ist er dort Filmkritiker.
Dietmar Dath veröffentlichte fünfzehn Romane, außerdem Bücher und Essays zu wissenschaftlichen, ästhetischen und politischen Themen, darunter die Streitschrift Maschinenwinter (2008) und die BasisBiographie Rosa Luxemburg (2010). Jüngst ist Dietmar Dath auch als Dramatiker und Lyriker in Erscheinung getreten. Er lebt in Freiburg und Frankfurt am Main.


Barbara Kirchner studierte Chemie in Freiburg, Mainz und Chemnitz und schloß ihre Promotion an der Universität Basel ab. Bevor sie 2007 den Lehrstuhl für Theoretische Chemie an der Universität Leipzig übernahm, absolvierte sie zahlreiche Forschungsaufenthalte in Deutschland, der Schweiz und Australien. Ihr Arbeitsgebiet reicht von der Untersuchung von Lösungsmitteln und Reaktionen sowie intermolekularen Kräften über quantenchemische Berechnungen interessanter Moleküle bis hin zu Programmentwicklung. Sie ist Herausgeberin der Bände Ionic Liquids und Multiscale Molecular Methods in Applied Chemistry in der Reihe Topics in Current Chemistry, für die sie außerdem die Electronic Effects in Organic Chemistry bearbeitet. Die Buchreihe Lecture Notes in Chemistry wird unter anderem von ihr herausgegeben. Barbara Kirchner schreibt außerdem für verschiedene Tageszeitungen und Zeitschriften (u.a. Frankfurter Allgemeine Zeitung, Frankfurter Rundschau, Spex, De-bug, Texte zur Kunst). Sie hat einen Roman und zusammen mit Dietmar Dath zwei weitere Bücher verfaßt.


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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein rasantes Denkabenteuer 25. September 2012
Von H. Keller TOP 500 REZENSENT
Format:Taschenbuch|Von Amazon bestätigter Kauf
"Der Implex" ist ein bemerkenswertes Buch, das ein großes Publikum vedient hat.

Die Autoren entführen uns auf ein rasantes Denkabenteuer. Von der ersten bis zur letzten Seite wird der Leser extrem temporeich durch ein Dickicht von Analysen, gewagten Thesen, weitergehenden Überlegungen und denkbaren Schlussfolgerungen gesteuert. Zum großen Teil ist es eine fast schon beängstigende Achterbahnfahrt für Geist und Verstand; eine spannende Zumutung, die manche Leser ernüchtert, andere hoffnungsvoll, einige erleuchtet zurück- und viele vermutlich erleichtert aufatmen lässt, dass sie es geschafft haben, diese 835 Seiten imposanter linker Gesellschaftsbetrachtung(en) zu lesen.

Die Tiefgründigkeit, mit der die beiden Autoren von einer linken, der Gerechtigkeit verpflichteten Vernunft aus ihre Sichtweise entwickeln, ist äußerst anregend.

Dennoch: Sind schon die Gedankengänge der Autoren kompliziert, sie werden noch komplizierter dadurch, dass sie in einer Sprache formuliert werden, die an manchen Stellen nicht mehr nachvollziehbar erscheint. Das ist schade, weil sich der so gewichtige Inhalt auch für den aufgeschlossenen, abenteuerlustigen Leser einer wirklichen Aneignung entzieht. Leider verweigert sich das Buch vor allem dadurch einem großen Publikum.

Für mich ist Implex ein faszinierendes Buch. Ich kann es allgemein empfehlen, als Herausforderung für alle, die sich mit dem Thema sozialer Fortschritt, Gesellschafts- und Zivilisationsentwicklung näher befassen wollen oder befassen müssen. Dieses Buch ist eine aus dem aktuellen intellektuellen Angebot herausragende Antwort auf den allgemeinen Zeitgeist.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ulrich Gellermann TOP 1000 REZENSENT
Format:Taschenbuch
They hurt you at home and they hit you at school
They hate you if you'r clever and they despise a fool
Till you're so crazy you can't follow their rules
A working class hero is something to be
A working class hero is something to be
John Lennon, Working Class Hero, 1970

Es gab sie, die Arbeiterklasse, zumindest John Lennon kannte sie noch. Und während in der ver- und zerstreuten Linken zuweilen vom Verschwinden der Klasse geredet, zumindest aber ihre Tauglichkeit zur Trägerin von Revolution stark angezweifelt wird, wissen Dietmar Dath und Barbara Kirchner mit Lenin, dass sie eine Art "Elite im Wartestand" ist. Und in ihrem Buch "Der Implex" hoffen Sie, "dass von Eliten in jeder Klassengesellschaft einige Bedrohungen ausgehen, die der schönste Aufstand nicht mit sich bringt." Fröhlich setzen die Autoren auf eine revolutionäre Zukunft, unbekümmert und die Debattenmode nicht achtend, zitieren sie Marx & Engels als kennten sie die beiden persönlich, und auch Lenin, der in den vergangenen zwei Jahrzehnten zum angeblichen Verursacher des Stalinismus mutierte, hat im Setzkasten der Autoren einen Platz.

Der "Implex" ist ein langes Plädoyer für die radikale Änderung einer Gesellschaft, die mit einem "positivistisch lackierten Raubtiernihilismus postaufgeklärter Bioliberaler, die das Marktgeschehen um Angebot und Nachfrage mit dem evolutionären Selektionsdruck unter Pflanzen und Tieren verwechseln" einen rigiden Schluss machen sollte. Dabei entdecken die Autoren die "Lumpenliberalen", sprechen klar und deutlich von der Ich-AG-Lüge, von einer verkarsteten Medien-und Kulturlandschaft und von Lohndrückerei und Tagelöhnerei, wo es doch alles vornehm "Geringverdiener" heißen sollte oder "Ein-Euro-Jobber". Es muss so etwas wie ein Wutstau sein, der aus ihnen herausbricht, wenn sie wortreich Kulturerscheinungen wie jene anmerken, dass selbst "so ein renitenter Kopf wie Rio Reiser" das Arbeitereinheitslied gegen den Traum "König von Deutschland" sein zu wollen eingetauscht hat.

Auf dem Weg zur Änderung sehen Dath und Kirchner Menschen, die im und vom Müll leben, bemerken hellwach unerträgliche Arbeitsbedingungen und finden Frauen, die in immer noch existierenden Klassenkämpfen auftreten. Zumal der Beginn des Buches, in dem die Autoren klug anmerken, dass jede `Freiheit' kollektive Produktion voraussetzt und daher die `Gleichheit' ihr ebenbürtig gegenübersteht, kommt wie eine Rückkehr zur Arbeiterbewegung daher: Das Buch kennt noch Viktor Agartz, den marxistisch inspirierten Sozialdemokraten, der wegen "Ostkontakten" aus seiner Partei flog und es erinnert noch an den 114 Tage dauernden Streik der Metallarbeiter in Schleswig Holstein in den Jahren 1956/57, ein Streik, der für die junge Bundesrepublik prägend war.

Doch die Autoren wissen zu viel: Kaum eine linke Regung und Strömung des letzten Jahrhunderts wird ausgelassen, kaum ein Feld der Sozialwissenschaften und der Philosophie bleibt unbeackert. Es gibt wunderbare Wiederentdeckungen, wie den vergeblichen Aufruf von Hermann L. Gremliza, die SED solle am Ende der DDR ihre Grenzen für die Verfolgten aus aller Welt öffnen und die Dokumentation des gewundenen Austritts von Philipp Reemtsma aus der linken Bewegung, als er während des Irak-Krieges zu entdecken glaubte, dass keine Parteinahme mehr möglich sei. Aber es gibt auch Satzhürden über 19 Druckzeilen und solche wie jene Sprachverdunkelung, die eine "Eskamontierung des Vermittlungscharakters des Technischen nicht in Refikationen oder Hypostasen" sehen will. Aber vielleicht bin ich ja auch nur nicht ausreichend gebildet für ein Buch, das aufmerksam und amüsiert eine Anekdote rund um den Rolling Stone Keith Richard zitiert. Auf den Beatles-Titel "All you need ist love" angesprochen, soll er gesagt haben: "Oh yeah? Try paying the fuckin' rent with it". In dieser Gegend, vermute ich, sehen die Autoren den Kommunismus angesiedelt.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
12 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Multitasking 16. Februar 2012
Von saksa71
Format:Taschenbuch
Auf den ersten Blick sieht das aus, als wären mehrere Bücher ineinander gekracht: 1. Eine Geschichte der Fortschrittsidee (nicht technisch, sondern: Wie wird das Leben besser?), 2. Eine Kritik der linken Bewegungen mit der Absicht, ihre Programme zu verjüngen und weiterzudenken, 3. eine Materialsammlung von Problemen mit dem Kapitalismus und Alternativen dazu. Schaut man es genauer an, passen diese drei Bücher aber perfekt in eins: jedes Mal, wenn eines der drei seine Grenzen hat, in eine Sackgasse läuft oder sich zu wiederholen droht, übernimmt ein anderes. Ich bin bis jetzt nicht ganz durch, erst auf der Hälfte, aber es sieht so aus, als würde dieses dreifache Verstärkerspiel bis zum Schluß durchgehalten, mit überraschenden Ergebnissen und Neuheiten auch für Leute, die sich in linker Geschichte und Theorie gut auskennen.
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