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Der Idiot.
 
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Der Idiot. [Taschenbuch]

Fjodor M. Dostojewskij , Ilma Rakusa
4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)

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Taschenbuch --  
Taschenbuch, April 1997 --  

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 981 Seiten
  • Verlag: Piper; Auflage: 9 (April 1997)
  • ISBN-10: 3492204007
  • ISBN-13: 978-3492204002
  • Größe und/oder Gewicht: 18,8 x 11,4 x 4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 761.319 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Buch der 1000 Bücher

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)

Der Idiot
OT Idiot OA 1868/69 DE 1889Form Roman Epoche Realismus
Dieser Roman stellt Fjodor Dostojewskis ersten großen Versuch dar, einen vollkommen guten Charakter, »einen im positiven Sinne schönen Menschen« künstlerisch glaubhaft zu machen. Sein Schaffen gewinnt damit eine religiös-utopische Note. Der christusähnliche Fürst Myschkin wird mit der rauen Realität der russischen Gegenwart konfrontiert, scheitert aber schließlich – und mit ihm scheitert Dostojewskis kühnes Experiment. Jahre später, in den Brüdern Karamasow, wird er es wieder aufnehmen.
Entstehung: Während der Arbeit an Der Idiot befand sich der Verfasser auf der Flucht vor seinen Gläubigern im Ausland: in Deutschland, in der Schweiz und in Italien. Die Entwürfe belegen, wie Dostojewski – fieberhaft gegen seine Schulden anschreibend – die Konzeption immer wieder änderte und sich nach und nach dazu durchrang, seinen problematisch gewordenen Idealhelden zu opfern.
Inhalt: Lew Myschkin, der letzte Spross eines verarmten Fürstengeschlechts, der nicht nur wegen seiner schweren Epilepsie (Stichwort R S. 295), sondern auch wegen seines demütigen und kindlich-naiven Wesens als »Idiot« bezeichnet wird, kehrt von einem Schweizer Sanatoriumsaufenthalt nach Russland zurück, wo er auf seine Mitmenschen eine unerhörte Anziehungskraft ausübt. Insbesondere lieben ihn zwei schöne Frauen: die junge Generalstochter Aglaja und die lasterhafte, zynische, aber tief unglückliche Nastasja Filippowna. Letztere wird zugleich von dem dämonischen und brutalen Kaufmann Rogoschin begehrt, der als eine Art Kontrastfigur zu Myschkin all die Eigenschaften aufweist, welche jenem fehlen. Der Fürst entscheidet sich schließlich für »die große Sünderin« Nastasja, vor allem aus Mitleid und weil er sie vor Rogoschin schützen möchte. Die stolze Aglaja kann diese Kränkung nicht verwinden; sie wirft sich einem dahergelaufenen Anarchisten an den Hals, folgt diesem ins Ausland und stürzt damit ihre Familie ins Unglück. Nastasja Filippowna flieht kurz vor der Trauung mit Myschkin zu Rogoschin, der sie noch in derselben Nacht vor pathologischer Eifersucht ersticht. In einer gespenstischen Szene halten der Fürst und Rogoschin Totenwache am Bett der Ermordeten. Als man sie am nächsten Morgen findet, ist Myschkins Bewusstsein praktisch erloschen. Er wird ins Sanatorium zurückgebracht, wo er den Rest seines Lebens vor sich hindämmert.
Das moralische Grundproblem des Romans besteht darin, dass der Held all seiner Güte zum Trotz Chaos und Verderben über seine Umwelt bringt. Myschkin erweist sich nämlich als durchaus nicht vollkommen. Er ist zu sehr Heiliger und zu wenig Mensch und kann daher Aglaja bzw. Nastasja kein vollwertiger Partner sein; so entscheidet sich der Fürst zwischen ihnen nicht aus Liebe, sondern aus Mitleid. Die von Gewissensbissen geplagte Nastasja findet bei ihm, dem das in Dostojewskis gesamten Schaffen so zentrale Thema »Schuld« völlig fremd ist, keine Hilfe und ist gezwungen, sich ihre Strafe selbst, im Messer Rogoschins, zu suchen.
Dostojewski kam im Laufe seiner Arbeit an diesem Roman immer mehr zu der Überzeugung, dass ein »im positiven Sinne schöner Mensch«, kein einseitig naiver Charakter sein könne. Freilich hat er Myschkin noch eine andere, eine nationalistische Utopie in den Mund gelegt, die ihn selbst zu jener Zeit stark beschäftigte, und zwar eine radikale Kritik am Westen und am Katholizismus sowie die Prophezeiung einer Erlösung der Welt durch das russische Volk.
Wirkung: Wie alle großen Romane von Dostojewski wurde Der Idiot, dessen Katastrophenhandlung Walter R Benjamin mit »einem ungeheuren Kratereinsturz« verglich, vielfach übersetzt, dramatisiert und verfilmt. Fürst Myschkin gehört mit Don Quijote von Miguel de R Cervantes Saavedra und Mr. Pickwick von Charles R Dickens zu den großen tragikomischen Idealisten der Weltliteratur. N. S.

Kurzbeschreibung

-Der Idiot- erschien 1868 als zweiter der großen -Romantragödien- Dostojewskijs. Im Mittelpunkt steht Fürst Myschkin, ein tragischer Don Quijote, der als -wahrhaft guter Mensch- über die dünne Kruste wandelt, unter der die Themen der Zeit widerhallen: Rußland, die östliche Mystik und Religiosität gegen Industrialisierung, Eisenbahnen und Nihilismus. Myschkin kehrt von einem langen Sanatoriumsaufenthalt nach Petersburg zurück. Schon im Zug lernt er Rogoschin kennen, der ihn in ein Dreiecksverhältnis hineinzieht, aus dem Myschkin sich nicht mehr befreien kann. Am Ende ist Myschkin wie vor dem Sanatoriumsaufenthalt ein -Idiot-, ein heiliger Narr, der dem 19. Jahrhundert und uns einen schwarzen Spiegel vorhält.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
29 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Faszinierend 28. Dezember 2001
Von Ein Kunde
Format:Taschenbuch
"Der Idiot" ist nicht unbedingt Dostojewskis bestes Buch, aber sicherlich eines der faszinierensten (neben "Schuld und Sühne") - und das liegt alleine an der Figur des Fürsten Lew Nikolajewitsch Myschkin. Dieser nimmt alles Leid, welches man ihm im Laufe der Geschichte antut, mit stoischer Gelassenheit hin, vergibt jedem - darin liegt wohl seine Ähnlichkeit zu Jesu. Er glaubt an das Gute im Menschen, ist laut Dostojewski damit ein "vollkommener" und auch durch und durch schöner Mensch - denn darum geht es im eigentlichen Sinne, nämlich um Darstellung und Lobpreis der Schönheit.
Zu Beginn der Geschichte verliebt sich der Fürst in die "gefallene" Nastasja Filippowna - eine Liebe, die nie Erfüllung bringen kann, sondern bald zur Qual wird (obgleich Myschkin diese Formulierung abstreiten würde), ist Dostojewskis Hauptfigur doch ein "Idiot", d.h. wohl auch bedingt durch seine Krankheit, die Epilepsie, unglaublich naiv und nicht dazu in der Lage, körperliche Liebe zu vollziehen. Er verzehrt sich vielmehr vor "mitleidender Liebe", wie er selbst formuliert.
All dies zeigt den philosophischen Ansatz des Buches - aber (leider) auch seine Schwierigkeit. Denn an dieser Stelle muß einfach eine Warnung an all diejenigen ausgesprochen werden, die entweder mit Dostojewski noch keine Erfahrung haben oder nicht über genügend Ausdauer (und manchmal auch Leidensfähigkeit) verfügen: Gerade weil Dostojewski tausende seiner Vorstellungen davon, wie die Welt wohl funktionieren mag, in das Buch einfließen ließ, ist es schwer, sich bis zum verstörenden und desillusionierenden (aber durchaus passenden) Ende "durchzubeißen". Natürlich kann man aber durchaus Gefallen an den vielen kleinen und großen, nachdenklichen Exkursen finden, die von einer Kritik an der Todesstrafe (man betrachte hierzu auch Dostojewskis Biographie) bis hin zu einer Auseinandersetzung mit der politischen und gesellschaftlichen Situation Rußlands (auch hier ist ein Blick in die Lebensgeschichte Dostojewskis anzuraten) reicht. Die Geradlinigkeit des Plots stützt all dies nicht, jedoch zeigt es in überzeugender Weise das Ausmaß der Naivität und Gutgläubigkeit Myschkins. Faszinierend, ja - aber man muß sich schon vollkommen auf die Welt des Lew Nikolajewitsch einlassen können, um Gefallen daran zu finden. Dann kann dies Buch sehr überzeugend sein! Jedem, der Dostojewski noch nicht kennt, rate ich dringend, mit einem anderen Buch einzusteigen, z.B. dem "Spieler" oder eben "Schuld und Sühne". Fünf Sterne.
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9 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Taschenbuch
Dieses Buch ist eines der besten Bücher, die ich je gelesen habe. Es ist eindrucksvoll und philosphisch geschrieben, Dostojewski entführt in eine ganz eigene Welt dieses Menschen, des "Idioten", der eigentlich kein wirklicher Idiot ist. Die Charakterbeschreibung des "Idioten" ist fesselnd, und nach einiger Zeit muss man einfach weiterlesen, weil man wissen muss, wie es mit dem Mann ausgeht. Sehr empfehlenswert!!!!!
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11 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Originell! 11. Juli 2003
Von Matthias
Format:Taschenbuch
Ich teile nicht die Meinung des Vorrezensenten, dass man besser mit einem anderen Buch als dem "Idiot" in die Werke Dostojewskis einsteigen sollte. Nein, denn trotz der unbestritten wertvollen Themen, die er in seinen Romanen behandelt, sind diese doch unterschiedlich und dazu gewaltige Brocken an Text. Ein richtiger Roman scheint bei Dostojewski erst vorzuliegen, wenn er 1000 Seiten erreicht hat. Und deshalb ist es besser gleich zu demjenigen seiner Werke zu greifen, dessen Thematik den Leser am meisten interessiert. Denn so wird er dem Umfang des Buches standhalten können und sich durch die äußerst breiten Schilderungen des Autors nicht abschrecken lassen. Es wäre doch zu schade, wenn der Leser sich erst durch die anderen Romane des Autors durchkämpfen müsste, bis er den "Idiot" lesen darf. Bis dahin wird er vielleicht frustriert aufgegeben haben. Dostojewskis Werke sind doch unterschiedlich, obwohl sich hie und da ähnliche "Ideen" des Autors verzahnen. Und so ist der Roman "Der Idiot" auf jeden Fall auch und gerade als "Einstieg in Dostojewski" wärmstens zu empfehlen, der einen ungeheuren Eindruck hinterlässt. Das Buch wird jedem gefallen, der z.B. Hermann Hesses Bücher mag ("Steppenwolf") oder den "Don Quijote" begeistert verschlungen hat. Wie bei dem letzten geht es auch hier um einen "armen Ritter", der es noch wagt, in der nur ökonomisch-rational-atheistisch denkenden und handelnden Gesellschaft Ideale, große und edle Ideale zu haben, der jedoch an dem Granitfelsen der gesellschaftlichen Normen, wie ein Rettungsboot im Sturm zerschellt. Die eingestreuten philosophischen Reflexionen des Autors, z.b. über den "Dutzendmenschen" u.a., sind ein Genuß und eine wahre Fundgrube von gesellschaftlichen Entlarvungen. Vielleicht kann man es kurz so ausdrücken: den Roman wird jeder lieben, der nonkonformistisch denkt, zu abstrakten (aber nicht trockenen!) Themen neigt, eine Nuance von subversiver Kraft in sich trägt, ohne gleich ein Anarchist zu sein, und sich mit der menschlichen Seele und der Zerwürfnis von (eigenen oder fremden) Gefühlen gern auseinandersetzt. Den Helden des Romans, den Fürst Myschkin, wird auch jeder lieben, der ein Abweichen von der sog. "Norm" nicht als Krankheit des jeweiligen Individuums, sondern als eine außergewöhnliche Sensibilität gegenüber dem Leben und der Natur betrachtet, die die Mehrheit der Menschen eben nicht besitzt. Jedoch ist das Buch keineswegs abstrakt oder nur philosophisch, im Gegenteil, es ist durchsetzt von einer packenden Handlung, die stellenweise (und das ist der einzige Stolperstein des Romans) von ermüdend langen und stumpfsinnigen Dialogen oder Monologen der "Dutzendmenschen" unterbrochen wird, die nicht gleich zur Sache kommen wollen. Dies scheint mir jedoch notwendig zu sein, um den Kontrast zu den originellen Hauptfiguren zu steigern. Ansonsten aber besticht der Roman durch eine flüssige Sprache. Wenn man bei der Lektüre recht bald in Fahrt kommt, galoppiert man ihre fast 1000 Seiten im Nu durch, dann lässt sie einen nicht mehr los, so spannend ist die Geschichte doch bis zum Ende.
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ähnlich gewaltiges Werk wie "Der Idiot" gesucht 0 22.01.2011
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