"Der Hund von Blackwood-Castele" ist einer der späteren Wallace-Krimis der Rialto, mittlerweile in Farbe gedreht und mittlerweile ohne die Stammschauspieler Eddi Arent und Klaus Kinski.
Die späteren Wallace-Krimis von Regisseur Alfred Vohrer tragen deutlich parodistischere Züge als die schwarzweißen Produktionen, es gibt mehr Morde spektakulärster Ausführung und viel weniger Ernsthaftigkeit in der Handlung. Es zeigt sich schon sehr, daß die ursprünglichen Stilelemente der Wallace-Filme so überdreht und dabei wenig neu sind, daß die Serie früher oder später ihrem Ende zugeht.
"Der Hund von Blackwood-Castle" ist allerdings trotzdem eine der letzten Qualitätsproduktionen der Serie und besticht immer noch durch skurille Ideen und Details von Vohrer und einer durchweg exzellenten Darstellerriege.
Heinz Drache in seinem letzten Wallace-Film verkörpert noch einmal seinen aus dem Hexer bekannten zwielichtigen Helden, dessen Motivationen bis zuletzt ein Rätsel bleiben. Die mysteriös kauzige Agnes Windeck sieht man in ihrer vielleicht besten Wallace-Rolle, Siegfried Schürenberg ermittelt noch einmal in Hochform und viele Stars der deutschen Filmgeschichte wie Hans Söhnker, Karin Baal oder Mady Rahl tummeln sich durch das makabre Geschehen, als wäre das ganze ein schwarzhumoriges Champagner-Happening des deutschen Films. Horst Tappert legt seine Rolle als Gangster allerdings für heutige Sehgewohnheiten etwas zu simpel an.
Dazu ein greller Soundtrack von Peter Thomas und der Zuschauer ist bestens unterhalten.
Fairerweise sei nur mal gesagt, daß nicht Edgar Wallace, sondern Arthur Conan Doyle die Idee mit dem furchtbaren Hund im Moor hatte, aber was solls:
Ein großer Spaß!!!