Gebraucht kaufen
Gebraucht - Sehr gut Informationen anzeigen
Preis: EUR 3,89

oder
Loggen Sie sich ein, um 1-Click® einzuschalten.
 
   
Möchten Sie verkaufen? Hier verkaufen
Der Hund von Balard: Roman
 
Größeres Bild
 
Den Verlag informieren!
Ich möchte dieses Buch auf dem Kindle lesen.

Sie haben keinen Kindle? Hier kaufen oder eine gratis Kindle Lese-App herunterladen.

Der Hund von Balard: Roman [Gebundene Ausgabe]

Ludovic Roubaudi , Gaby Wurster
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)

Erhältlich bei diesen Anbietern.


Weitere Ausgaben

Amazon-Preis Neu ab Gebraucht ab
Gebundene Ausgabe --  
Taschenbuch --  
Audio CD --  

Kunden, die diesen Artikel angesehen haben, haben auch angesehen


Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 272 Seiten
  • Verlag: Schirmergraf; Auflage: 1 (April 2004)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3865550037
  • ISBN-13: 978-3865550033
  • Originaltitel: Les Baltringues.
  • Größe und/oder Gewicht: 19,2 x 12,2 x 2,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 321.715 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Neue Zürcher Zeitung

Richtige Herren - Ludovic Roubaudis Zirkusroman «Der Hund von Balard» Mit seinen Erinnerungen kann ein Schriftsteller alles Mögliche anstellen. Ist er eher Paranoiker, kommt ihm alles bezeichnend vor. Selbst so unwichtige Details wie ein in einen Tee getunktes Gebäck treten in einen Grosszusammenhang, in dem das Leben zur ästhetischen Verschwörung wird – so weit bekanntlich Proust. Ist er aber eher Hysteriker, dann nützt auch das aufsässigste Symbol nichts, dann ist das Leben ein blödsinniger Spiessrutenlauf. «Es ist alles lächerlich, wenn man an den Tod denkt», fasst Thomas Bernhard zähneknirschend zusammen. Metaphorische Collage und deprimierendes Durcheinander: zwei Erzählhaltungen, wie sie in der gehobenen Literatur üblich sind. An den Rändern der Kunst aber, wo die Literatur in den Journalismus abfliesst, dort, wo der Autor verdeckt wird vom Lauf der Ereignisse, gibt es eine dritte Form – das Dokumentarische. Der Dokumentarist nimmt sich vom Paranoiker den Willen zum Zusammenhang, vom Hysteriker den chronologischen Zufall. Der Dokumentarist ist auf Sinn aus – aber unter minimalen Eingriffen in die Abfolge des Vorgefundenen. Eine mühsame Position. Dokumentarische Texte sind erzählerisch meist unbefriedigend: Es gibt weder die Erlösung noch das endgültige, fiese Verrecken. Irgendwo beginnt die Geschichte, irgendwo bricht sie wieder ab. Was dazwischen liegt, wird einfach erzählt, besser oder schlechter. Nicht der Stil, sondern die Kenntnis sichert dem Dokumentaristen die Leser. Ludovic Roubaudi gehört zu dieser dritten Gruppe. Selber lange Zeit beim Zirkus tätig, hat er einen Roman – «Der Hund von Balard» – über eine Handvoll versoffener, verlumpter Zeltbauer in der Pariser Banlieue geschrieben. Masten müssen aufgerichtet, Stahlseile gespannt werden, oft nachts und im Akkord. Der grösste Teil des Buchs handelt ausschliesslich von einer Arbeit, die man auf Dauer nur unter Alkohol und andern Drogen erträgt. Zeltbauer, erklärt Roubaudi, «gehören» zu einem Zelt wie die Leibeigenen zu einem Stück Boden: «Wir schuften im Hintergrund, damit alles klappt.» Zwischen den Arbeitern, die sich aus ehemaligen Clochards, Matrosen und sonstig Gescheiterten rekrutieren, herrscht raue Kameradschaft; ihr Chef Marco nimmt auch einmal die Peitsche in die Hand, um für Ruhe zu sorgen. Untermischt ist das Ganze mit Ganovengeschichten, mit technischen Details, Rückblenden, Säuferszenen – dem unsentimentalen Allerlei einer «Zirkus» genannten Schattenwirtschaft. Grandiose Dressurnummer Das ist von Beginn weg hinreissend, auch weil es mit den idiotischen Manegenklischees aufräumt, die seit je umgehen. Roubaudis Protagonisten sind nicht die Hellsten, nicht die Gewandtesten, sie sind vor allem nicht die Schönsten; sie sind «schwarz vor Dreck» und riechen so unangenehm, dass sie sogar im Gedränge der Pariser Métro einen Sitzplatz finden. An ihrem Zustand haben sie nichts auszusetzen: «Wir waren unter uns, und wir hatten das Gefühl, frei zu sein.» Erst als ihnen ein begabter Strassenköter zuläuft – der titelgebende Hund von Balard – und als Hauptattraktion zur Gründung eines eigenen kleinen Zirkus verhilft, mischt sich das Phantastische oder, sagen wir: die Hoffnung in ihr Leben. Denn bei dem Hund handelt es sich, wie ein alter Dresseur die Zeltbauer aufklärt, um ein «Subjekt»: eines jener seltenen Tiere, die die Absichten des Dresseurs intuitiv verstehen und deshalb zu der grandiosesten aller Darbietungen fähig sind, dem «Schlappsack». Was genau das ist, wird bis zur ersten Vorführung am Ende des Buchs geheim gehalten, der wahrscheinlich irrsten Szene aller Tiergeschichten überhaupt. «Sogar den Deutschen verschlug es die Sprache» – mehr sei hier nicht verraten. Man hat Roubaudis mehrfach preisgekröntes Buch mit John Steinbecks sozialkritischen Romanen verglichen. Aber Roubaudis Figuren sind von Steinbeck etwa so weit entfernt wie ein Stück gebrauchte Zeltplane von einer Häkelarbeit. Roubaudi simuliert keinen Realismus. Von der Kraft seines Stoffs geradezu übermannt, fügt er Erfundenes, Dokumentarisches und irgendwo Gehörtes zu einer plappermäuligen Einheit. Während Steinbecks Helden immer ein wenig wie verkleidete Ansichten des Autors wirken, kümmern sich Roubaudis Zeltbauer keine Sekunde um die grosse Synthese. Es kommt am wenigsten auf die sogenannte Fabel an, sondern aufs Erzählen und auf die Wirklichkeit. Trotzdem ist es wohl diese Art von Geschichten, die ein sozialkritischer Realismus unter seiner Fahne gern hätte entstehen sehen. Und es ist eine Ironie der Literatur, ein Witz der Geschichte, dass sie heute, in einer kaum mehr «kritisierbaren», da planlosen Gesellschaft entstehen. Am Rand von Paris, in Balard, gleichsam am Ende der Welt. Je fremder uns die Welt begegnet, desto süchtiger sind wir danach, in ihr heimisch zu werden. Oder immerhin einen einigermassen erträglichen Platz zu finden: «Denn wenn der Hunger in einem bohrt, dann ist man zu nichts mehr fähig, kann nicht mehr denken, nicht mehr reden, ist kein Mensch mehr.» Dennoch taugt «Der Hund von Balard» nicht als Allegorie vom Aufstieg der Geknechteten. «Wir grölten vor Freude», das ist das Maximum an von Glühwein angefeuerter Entwicklung, die den Zeltbauern zuteil wird. Zum Glück. So geht das Ganze nicht ohne die nötigen Lächerlichkeiten ab, die die Wirklichkeit erst lebbar machen. «Wir, die Zeltbauer, deren Namen und Vornamen niemand kennt, wir sind nun richtige Herren geworden (. . .), und das Lustigste ist, dass wir es einem Hund zu verdanken haben», erklärt Marco in seiner Schlussansprache. Subjektwerdung an der Seite eines «Subjekts» eben, eines klugen Hundes. Das Sichtbare ist das Geheimnis Am Ende ist der Hund tot, der Zirkus wieder aufgelöst, die Zeltbauer in alle Winde verstreut. Lustig war's, ergreifend, und – was das Schwierigste ist – es bleibt der Eindruck, dass ein Leben, auch wenn es dumm endet, Sinn ergibt. An jedem einzelnen Tag, einfach, weil es geschieht. «Gibt es denn nichts, wovon ihr träumt?», fragt Marco, ebenfalls kurz vor dem Ende, seine Zeltbauer. «Doch», antworten sie, «vom Zirkus.» Darüber hinaus zu denken, das wissen die Zeltbauer und ihr Chronist Roubaudi, lohnt nicht. Roubaudis Figuren leben so, wie ihr Autor schreibt: von der Hand in den Mund. Die Lektion, wenn es eine geben soll, ist einfach. Im Leben gibt es keine ästhetischen Verschwörungen, die der Paranoiker aufzudecken, es gibt auch keinen Leerlauf, den der Hysteriker zu beklagen hätte. Das Geheimnis im Leben ist das Sichtbare, nicht das Unsichtbare. Thomas Bernhards Maxime jedenfalls wird widerlegt: Alles ist wertvoll, wenn man an den Tod denkt. Auch das Geringste. Ein Köter kann uns erlösen. Man wünscht sich mehr solche Bücher. Milo Rau

Pressestimmen

"Egal, ob Sie sich etwas aus Zirkus machen oder nicht: Um dieses Buch zu lieben, genügt es, Menschen zu lieben." (Elle, Paris)
"Dieser Roman erinnert an einen Film von Fellini: Stellen Sie sich vor, die Kinder von Gelsomina hätten La Strada verlassen und wären in einem Pariser Vorort gelandet, wo sie nicht, wie in Amacord, Pfaue im Schnee sehen, sondern einen armseligen Köter von ähnlicher Poesie." (Le Monde)
"Ein Buch, das ich selbst gerne geschrieben hätte. Das Zirkusmilieu, aber nicht das bunte, schillernde in der Manege, sondern das raue, harte, hinter den Kulissen, in den Ställen und Wohnwägen. Im Stil wie John Steinbecks Tortilla Flat." (Anna Gavalda)

Welche anderen Artikel kaufen Kunden, nachdem sie diesen Artikel angesehen haben?


Vorgeschlagene Tags zu ähnlichen Produkten

 (Was ist das?)
Setzen Sie den ersten relevanten Tag hinzu (ein Schlüsselwort, das mit diesem Produkt in engem Zusammenhang steht).
 
(1)

 

Eine digitale Version dieses Buchs im Kindle-Shop verkaufen

Wenn Sie ein Verleger oder Autor sind und die digitalen Rechte an einem Buch haben, können Sie die digitale Version des Buchs in unserem Kindle-Shop verkaufen. Weitere Informationen

Kundenrezensionen

4 Sterne
0
3 Sterne
0
2 Sterne
0
1 Sterne
0
Die hilfreichsten Kundenrezensionen
12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Ein schönes Buch ... 21. Mai 2004
Von Pepe4711
Format:Gebundene Ausgabe
... mit viel Witz und Situationskomik, und jeder Satz erfreut mich mit seinem eleganten, schlanken Stil (kein Wort ist zu viel).

Verschiedene Randgestalten -- Marco (= der Chef), der Lange (= Ich-Person), der Belgier (= die Pflaume) und und und -- arbeiten als Zeltbauer in Paris, bekommen wöchentlich 200 Franc in die Hand gedrückt und versaufen es an den freien Abenden. Eines Tages taucht ein Hund auf, dem zuerst ein Zahn gezogen werden muss, und mit der Zeit entpuppt sich der Hund als Subjekt (= ein Tier, das nicht dressiert werden muss, sondern das die Tricks freiwillig und wie von selbst lernt). Marco gründet mit seinen Leuten einen Zirkus (er selbst war früher schon in diesem Metier tätig), und alles kommt gut ... hofft man wenigstens.

Auffallend bei diesem Buch: Roubaudi schreibt über alle Personen im Buch (Zeltbauer, Polizisten, Richter, Künstler, Taugenichtse, Wirtinnen, Ehefrauen, Alkoholker) mit sehr viel Liebe. Aus jeder Ritze des Buches scheint die Liebe zu strömen, an jedem Kerl findet er ein gutes Haar, eine nette Seite. -- Roubaudi ist ein Optimist (ohne jedoch zu übertreiben), nur am Schluss des Buches hat ihn der Optimismus verlassen. Vier schreckliche Zeilen genügen ihm, um alles einstürzen zu lassen. -- Eine Bitte an Sie, Ludovic Roubaudi: Lassen Sie Ihre Romanfiguren im nächsten Buch glücklich sterben ...

War diese Rezension für Sie hilfreich?
8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Carl-heinrich Bock HALL OF FAME REZENSENT TOP 500 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe
Der Ich - Erzähler Ludovic Roubaudi ist Zeltbauer im Buch und Zeltbauer im richtigen Leben. Übersetzerin ist Gaby Wurster. Roubaudi arbeitet in diesem Buch mit einer Gruppe von Zeltbauern zusammen. Er erzählt uns in einfacher, klarer Form wie das Leben auf dem Zeltplatz abläuft. Es sind Männer, die hart arbeiten, sich raufen, viel trinken, vom freien Leben träumen und die Zelte für die unterschiedlichsten Veranstaltungen errichten. Doch bei aller Sorge hegen sie einen ganz großen Traum: Sie möchten irgendwann einmal einen kleinen eigenen Zirkus aufmachen.

Und da geschieht das Wunder, ihnen läuft eines Tages ein herrenloser Hund zu. Und dieser Hund scheint die Begabung zu haben, seltsame Kunststücke machen zu können, die man vor einem Publikum aufführen könnte. Da beschließen diese Männer sich den Traum vom eigenen Zirkus zu verwirklichen. Sie arbeiten wie besessen an der Verwirklichung ihres Traumes. Es bleibt dabei natürlich auch nicht aus, dass sie sich heftig streiten. Aber die Liebe zu diesem Hund, den sie „Weiß nicht" nennen, macht es möglich, dass sie sich immer wieder zusammenraufen und versöhnen. Das alles erzählt Roubaudi mit seinen einfachen Worten. Und bei dieser gefühlvollen Darstellung findet man diese ruppigen Männer, mit ihrem Macho-Gehabe, doch irgendwie sympathisch. Sie, die in ihrem Leben schon so viel Missgeschick hatten, wachsen einem ans Herz, und man ertappt sich dabei sie zu lieben.
Ein gefühlvolles , nicht schwieriges, aber in jeder Passage ehrliches Buch , auch für den Leser, der sich nicht unbedingt etwas aus „Zirkus" macht. Und Emotionen werden garantiert ausgelöst, und die gehen dann unter die Haut.

War diese Rezension für Sie hilfreich?
6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Gebundene Ausgabe
Ich habe "Der Hund von Balard" aufgrund E. Heidenreichs Empfehlung in "Lesen" gelesen. Zwar sind ihre Empfehlungen nicht unbedingt immer mein Geschmack, aber "Der Hund von Balard" ist die Ausnahme.

Es geht um eine Gruppe Zeltbauer aus Paris, die nichts haben als ihre Arbeit und ihr Leben, das sie auch außerhalb ihrer Beschäftigung zusammen verbringen. Eines Tage läuft ihnen ein Hund zu - alle lieben ihn und schon bald erkennen sie die besondere Eigenschaft des Hundes; sie schmieden Pläne, einen Zirkus zu gründen mit dem Hund als Hauptattraktion. Mehr verrate ich nicht über den Inhalt.

Mir hat die poetisch-rauhe Sprache des Buches, die Einfachheit ihres Lebens und auch die Ergebenheit, mit der sich die Zeltbauer in ihr Schicksal fügten, sehr gut gefallen. Kleine Dinge, wie die wöchentliche Besaufnis in ihrer Stammkneipe haben bereits genug Abwechslung in ihr Dasein gebracht. Jeder wußte, was er ist und dass sie es nur zusammen schaffen können. Ich habe noch lange über "Der Hund von Balard" nachgedacht - und es nimmt auf jeden Fall einen Platz in meinem Herzen ein.

War diese Rezension für Sie hilfreich?

Kunden diskutieren

Das Forum zu diesem Produkt
Diskussion Antworten Jüngster Beitrag
Noch keine Diskussionen

Fragen stellen, Meinungen austauschen, Einblicke gewinnen
Neue Diskussion starten
Thema:
Erster Beitrag:
Eingabe des Log-ins
 


Aktive Diskussionen in ähnlichen Foren
Kundendiskussionen durchsuchen
Alle Amazon-Diskussionen durchsuchen
   
Ähnliche Foren


Lieblingslisten


Ähnliche Artikel finden


Anhand des Sachgebietes nach ähnlichen Produkten suchen:


Ihr Kommentar