"Der Hofmagier" ist der erste Teil der mehrteiligen Romanbiographie über Gaius Cordovan Eslam Galotta, ehemaliger Hofmagus und den DSA-Spielern wohl am ehesten als Antagonist in Abenteuerklassikern wie "Mehr als 1000 Oger" und "Die Attentäter" bekannt. Nach seinem bislang letzten Auftritt in dem Abenteuer "Schlacht in den Wolken" war es an der Zeit, den Werdegang dieses Charakters von seinen Anfangsjahren bis hin zu seinen Plänen als Dämonenkaiser in literarischer Form festzuhalten. Angenommen hat sich dieser Aufgabe die junge Autorin Kathrin Ludwig, die schon seit einigen Jahren durch ihre Webpräsenz www.schwarzmagier-blues.de und ihre Begeisterung für Galotta auffiel. Unterstützt wurde sie bei dem Romanprojekt von Mark Wachholz, der in DSA-Kreisen ebenfalls kein unbeschriebenes Blatt mehr ist. Mit diesen idealen Rahmenbedingungen sollte es eigentlich kein Problem sein, "Der Hofmagier" zu etwas besonderem unter den DSA-Romanen werden zu lassen.
Tatsächlich erfüllt der Roman vor allem die Träume der älteren DSA-Fans, führt er doch zurück in eine Zeit, als Borbarad und die Schwarzen Lande nichts weiter als Schatten am entfernten Horizont waren. So gibt es unter anderem ein Zusammentreffen mit beliebten Charakteren wie Answin von Rabenmund, Helme Haffax oder Dexter Nemrod. Dadurch, dass dieser Roman erst jetzt geschrieben wurde, hatten die Autoren die Möglichkeit, Unstimmigkeiten in früheren Charakterbeschreibungen auszugleichen und den natürlich gewachsenen Figuren in dieser Momentaufnahme aus ihrer Jugend die Züge zu verleihen, die sie in heutigen Beschreibungen tragen. Die einzige problematische Figur ist Galotta, den man sich aufgrund seiner Bedeutung für das gegenwärtige DSA nur schwer als charismatischen aufsteigenden jungen Magier vorstellen kann. Allerdings muss man Ludwig und Wachholz zugute halten, dass sie sich redlich bemühen, ihrem Protagonisten Farbe zu verleihen.
Der Roman ist flüssig geschrieben und lässt den Leser tief in die Welt des Schwarzen Auges eintauchen. Trotz der verschiedenen Handlungsstränge aus Galottas Jugend, die sich nicht zu einem geschlossenen Spannungsbogen vereinen lassen, haben die beiden Autoren ein in sich schlüssiges Buch geschaffen, das Appetit auf die Fortsetzung macht, die es in "Der Feuertänzer" gefunden hat. In der mittlerweile fast hundertbändigen Reihe der DAS-Romane nimmt "Der Hofmagier" jedenfalls einen Platz unter den besseren und authentischen Werken ein.