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Kundenrezensionen

414
3,3 von 5 Sternen
Der Hof
Format: Kindle EditionÄndern
Preis:9,99 €
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102 von 110 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
TOP 500 REZENSENTam 3. Februar 2014
Simon Beckett ist mir durch seine David Hunter Bücher bekannt und so glaubte ich mit "Der Hof ", Ähnliches zu finden. Doch ein David Hunter Thriller ist dies definitiv nicht.Wenn Sie dies erwarten, werden sie eventuell enttäuscht werden. Ich war es zu Anfang auch, muss ich zugeben. Doch je weiter ich dieses Buch las, je mehr wurde ich in diese atmosphärische Geschichte hineingezogen, die es auf jeden Fall lohnt gelesen zu werden.

Aufgebaut ist dieses Buch aus zwei Erzählsträngen. Der erste schildert die Flucht des Engländers Sean in eine einsame Gegend Frankreichs, die jäh gestoppt wird, weil er in einem Waldstück in eine Falle tritt. Seine Wunde ist so schwer, dass er auf dem Hof , zu dem dieses Waldstück gehört und auf dem er kurz vorher schon um Wasser gebeten hat, halt machen muss, um sich von der Tochter des Besitzers Arnaud, Matilde, verarzten zu lassen . Er bleibt auch nach seiner Genesung weiter auf dem Hof, obwohl er merkt, dass hier irgendetwas nicht stimmt. Der zweite Erzählstrang spielt in London und es wird erzählt, welche Gründe Sean zu seiner Flucht zwangen.

Das Simon Beckett atmosphärische, aktionreiche Thriller schreiben kann, hat er mir schon durch seine David Hunter Bücher bewiesen. Doch im Gegensatz zu diesem Buch, waren diese Bücher auch sehr spannend, was man bei diesem Buch nicht unbedingt behaupten kann. Wer hier eine knisternde, aktionreiche und interessante Aufklärung eines Mordfalles sucht, liegt mit diesem Buch falsch. Die Geschichte ist sehr ruhig und stimmungsvoll geschrieben.
Hier wird die zum Teil subtile Spannung durch die Atmosphäre auf dem Hof erzeugt. Man merkt als Leser sehr schnell, dass mit dieser Familie nicht alles stimmen kann , dass es ein Geheimnis gibt, das die Menschen so handeln lässt, wie sie es tun. Diese atmosphärischen Beschreibungen des Lebens auf dem Hof, das Verhalten von Arnaud, aber auch das seiner Töchter Matilde und Gretchen, haben mir sehr gut gefallen, weil sie beweisen, dass der Leser auch ohne großes Blutvergießen bei der Stange gehalten werden kann. Auch die flirrende Hitze passt gut zu der aufgeladenen Stimmung, die man in jeder Zeile spürt und man wartet eigentlich nur darauf, dass sie explodiert.

Doch mit den Hunter Krimis kann dieses Buch leider nicht mithalten. Ich würde dieses Buch auch nicht unbedingt als Thriller, sondern eher als atmosphärischen Roman beschreiben, der allerdings schon durch seine Schilderungen ein Kopfkino bei mir in Gang gesetzt hat.

Wer auf Krimis steht, die durch gut beschriebene Stimmungen hervorstechen, wird dieses Buch lieben, wer Spannung a la David Hunter sucht, wird glaube ich enttäuscht werden, doch es lohnt sich schon, auch diese Seite Simon Becketts kennen zu lernen.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 12. August 2014
Ich kenne die David Hunter-Thriller von Simon Beckett nicht und war deswegen völlig unvoreingenommen und ohne jegliche vorgefertigte Erwartungen an diesen Roman. Zum Glück, denn so konnte ich nicht, wie andere Rezensenten, enttäuscht werden.

Mich reizte der Plot: Der junge Engländer Sean landet bei der Flucht aus seiner Heimat auf einem abgelegenen, ziemlich heruntergekommenen Hof in Südfrankreich, auf dem der tyrannische Bauer Arnaud mit seinen Töchtern Mathilde und Gretchen lebt. Da Sean in eine von Arnaud aufgestellte Eisenfalle getreten ist, muss er gegen seinen Willen eine längere Zeit auf dem Hof verbringen. Er merkt schnell, dass hier irgendwas nicht stimmt und versucht, dem Geheimnis auf den Grund zu gehen, was nicht ganz ungefährlich ist.

Der Romananfang ist gelungen und veranlasst zum Weiterlesen: Der Engländer Sean ist auf seiner Flucht in Südfrankreich gelandet und hat kaum noch Benzin im Tank. Mit letzter Kraft lenkt er den Wagen von der Straße auf einen holperigen Weg, damit er genügend Deckung hat. Der Leser erfährt nicht, warum Sean aus England geflohen ist, aber es werden genügend Andeutungen gemacht, die vermuten lassen, dass irgendetwas Schlimmes passiert ist ("Ich muss von der Straße runter ... in Deckung ... ich habe keine Zeit, mich auszuruhen ...Nichts davon könnte mich verraten ... meine Hände zittern ... zu erschöpft, um diese neue Komplikation zu begreifen ... Bluterguss ... meine Abschürfungen ...").

Gefallen haben mir auch die düstere Atmosphäre, die Beckett erzeugt, sowie die überzeugende Charakterisierung der Hauptfiguren (Sean, Arnaud, Mathilde, Gretchen, Chloe), aber auch von Nebenfiguren wie den Bewohnern des Dorfes, das in der Nähe des unheimlichen Einödhofs liegt.

Die Handlung ist spannend: Der Leser möchte zum einen wissen, warum Sean auf der Flucht ist (Was ist mit Chloe, seiner englischen Freundin, passiert?) und er möchte ebenso wie Sean das dunkle Geheimnis des Hofes mit seinen seltsamen Bewohnern ergründen. Dabei führen oft falsche Spuren in die Irre, zum Beispiel ein verdächtiger Riss in einem Betonboden der Scheune, in der Arnaud dem Engländer widerwillig erlaubt hat, bis zu seiner Genesung zu wohnen.

Leider lässt die Spannung im Mittelteil etwas nach, nimmt dann aber im Finale wieder deutlich an Fahrt auf: Es kommt zu einem äußerst spannenden Countdown und einer Überraschung am Ende.

Der Roman wird aus der Ich-Perspektive (Sean) erzählt, und zwar auf zwei Zeitebenen: Zum einen handelt es sich um die Gegenwart (Sean in Südfrankreich auf Arnauds Hof), zum anderen gibt es Rückblenden in die Zeit vor seiner Flucht (London). Mir persönlich gefällt der Wechsel zwischen verschiedenen Zeitebenen sehr gut, da Hintergründe und Motive somit besser veranschaulicht werden können.

Weniger gefallen haben mir das Tempus (Präsens), das ich sehr gewöhnungsbedürftig fand, und die doch recht einfache Sprache und Syntax, vor allem die kurzen und abgehackten Sätze. Ebenso fand ich den Grund, der Sean zu seiner Flucht veranlasst, nicht überzeugend genug.

Trotz dieser negativen Kritikpunkte hat mir der Roman gut gefallen. Deshalb vier von fünf Sternen!
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31 von 35 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 10. September 2014
+++ Achtung: Spoiler! +++

Ich habe selten so ein ödes Buch gelesen, oder sagen wir mal, ertragen. Am Anfang hielt ich die Story für zu durchschaubar. Der müde und nahezu fade Alltag auf dem Hof, sollte schon bald durch irgendeine Grausamkeit zerrissen werden, so meine Vermutung. Irgendetwas in Richtung Kannibalismus oder Inzest habe ich befürchtet. Eine Wendung der Story, die den dahinsiechenden Leser, tatsächlich noch einmal wiederbeleben könnte. Doch meine Erwartungen wurden - vorerst - nicht erfüllt. Im Gegenteil. Sieht man mal von der eigentlichen Intention des Buches ab, könnte es in Sachen Spannungsaufbau, einem Rosamunde-Pilcher-Roman Konkurrenz machen. Die Story ist zu dünn. Man merkt förmlich, wie der Autor die Szenerien strecken muss, damit das Buch eine ansehnliche Schwere (im doppelten Sinne) erreicht. Über mehrere Seiten, und wiederholend, werden langweilige Handlungen umschrieben wie das Sanieren einer Fassade, das Schlachten eines Schweins oder das Aufbereiten von Brennholz. Wenn es dann tatsächlich mal zu einer Schlüsselszene kommt, die naturgemäß wichtig für den roten Faden der Story ist, wird diese über - mehr oder weniger - 1 Seite abgehandelt oder in kurze Dialoge gefasst. Selbst der Nebenschauplatz in London, übertrifft die eigentliche Szenerie in Frankreich um ein vielfaches. Dramaturgisch halbwegs gut geladen und durch ein paar interessante Akteure geschickt besetzt, fiebert man regelrecht darauf hin, dass die Story, vom öden und schwitzigen Hof in Südfrankreich, hin zum nasskalten und düsteren London wechselt. Dabei wäre viel mehr rauszuholen gewesen. Doch leider siecht das Buch, selbst nach einer überstandenen Zwei-Drittel-Länge, belanglos dahin. Es ist eine derartig klebrig-leichte Kost, die durchaus für eine Kurzgeschichte gut gewesen wäre, nicht jedoch für einen ganzen Roman. Und zu guter Letzt, wird die gesamte Spannung, das große Finale, in eine kurze Szenerie geschmissen und das war’s. Meine Vermutung über den Ausgang des Buches sollte sich in ähnlicher Form bestätigen. Und dann ist Schluss. Schade eigentlich. Denn es bleiben zu viele Dinge ungesagt und unerforscht, die kurzer Hand in den Epilog gepackt werden. Was darin beschrieben wird, hätte gut und gerne, ausführlich in die eigentliche Geschichte integriert werden können. Stattdessen kommt es zu diesem schnöden Eilverfahren, das wirklich nicht nötig gewesen wäre.

Eines muss man dem Autor, Simon Beckett, jedoch zugestehen. Seine unbeschreibliche Art, Situationen, Handlungen und Dialoge atmosphärisch so zu verpacken, dass man ein filmähnliches Erlebnis bekommt, gelingt ihm auch hier wieder. Die Interaktionen der Figuren lassen sich sehr gut nachvollziehen, und man bekommt das Gefühl vermittelt, einem guten Schauspiel beizuwohnen, obwohl es sich nur um ein Buch handelt, bei dem jegliche Regie, die eine visuelle Dramaturgie erzeugen könnte, fehlt. Trotz alledem bleibt „Der Hof“ ein ruhmloser und unwichtiger Roman in der Bibliografie eines Simon Beckett, dem hier anscheinend eine gute Story gefehlt hat.
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84 von 96 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 12. Februar 2014
Ich gebe zu ich bin Rezensionskäufer und kaufe sonst selten Bücher zu denen es so viele schlechte Rezensionen gibt wie zu diesem. Bei "Der Hof" bin ich froh dies nicht getan zu haben, mir wäre sonst ein großartiger Ausflug in die flirrende Sommerhitze des ländlichen Frankreichs entgangen. Gewiss dies hier ist kein David Hunter Krimi und er mag einer gewissen Lesergruppe auch die atemlose Spannung verwehren die sie sich von einem Beckett Buch erhoffen, aber das Wörtchen "langweilig" das in den schlechteren Rezensionen so oft auftaucht ist hier gänzlich fehl am Platz.
Ich finde es keineswegs langweilig wie sich im Buch, unterstützt durch die drückende Hitze die Spannung subtil erhöht, um sich dann in einem Sommergewitter zu entladen.
"Der Hof" lebt nicht von seiner Handlung, sondern von seiner Atmosphäre, auf diese sollte man sich einlassen und sie genießen, dann kann man auch dieses Buch genießen.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 14. Februar 2014
Über den Inhalt ist hier schon viel geschrieben worden das lass ich darum mal. Warum die Bewertungen hier so gemischt sind ist mir unverständlich, ich könnte mir nur vorstellen das viele den Autor an seiner Hunter Reihe beurteilen. Und darum ein etwas anderes Buch erwartet haben.
Ich fand die Geschichte sehr spannend, wenn auch eher untergeordnet das Thema Thriller bzw Krimi vorkommt,.Für mich war es eher ein spannender Roman, aber Simon Beckett weiss eine Geschichte zu erzählen, und das Buch ist sicher wert gelesen zu werden.
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45 von 53 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 3. Februar 2014
Von der ersten Seite an nimmt Simon Beckett seine Leser gefangen. Auch wenn man die Sorge und Angst des jungen Mannes auf der Flucht spüren kann, ist die Stimmung aber eher ruhig und beinahe schon träge – passend zum einem heißen Sommertag irgendwo in der französischen Provinz. Und diese Stimmung, gepaart mit einem unterschwelligen Gefühl von dunklen Geheimnissen, bleibt den ganzen Roman über erhalten. Dieses Buch ist kein Thriller im Sinne von Action, Blutrausch und Brutalität. Vielmehr ist es ein Krimi vom feinsten.
Wir erleben alles aus der Sicht von Sean, aber wir wissen nicht, wovor oder vor wem er auf der Flucht ist. Dieses Geheimnis lüftet sich erst nach und nach durch seine Rückblenden an die Zeit in London. Hautnah erleben wir dagegen die Erlebnisse auf diesem merkwürdigen einsamen Gehöft in Frankreich, das von seinem Besitzer beinahe in eine Festung verwandelt wurde und auf dem der alte Arnaud sich und seine Töchter von der Außenwelt abschottet. Wir machen uns Gedanken über die Gründe für die Feindschaft der Nachbarn, erleben die beiden so unterschiedlichen jungen Frauen und den herrischen Arnaud und fühlen mit Sean, der hin und her gerissen ist, zwischen der trügerischen Sicherheit hier auf dem abgeschiedenen Hof und seiner Furcht, doch von der Vergangenheit eingeholt zu werden.
Ganz allmählich lüften sich die Geheimnisse, manche Dinge scheinen vorhersehbar und sind am Ende dann eben doch nicht so, wie vermutet. Manche Wendung ist überraschend und beängstigend. Die Charaktere sind stimmig und durchweg glaubhaft in ihren Handlungen (auch wenn sich manche Motive erst nach und nach erschließen).

Beckett hat mit „Der Hof“ einen atmosphärischen Krimi geschrieben, der auf mich wie ein französischer Film aus den 70er Jahren gewirkt hat - wäre Sean nicht rothaarig, hätte er Alain Delons Gesicht für mich ;-) - und sich wohltuend von der derzeit üblichen Thrillerkost abhebt: unaufgeregt, aber geheimnisvoll, beinahe unblutig, aber voller menschlicher Abgründe. Spannung von der ersten bis zur letzten Seite. Von mir gibt es eine absolute Leseempfehlung und 4,5 Sterne (die man hier leider nicht anzeigen kann). Den kleinen Abzug verschuldet das ein wenig zu schnell erzählte Finale auf dem Arnaud-Gehöft.
Fazit:
Spannend, gefühlvoll, atmosphärisch und voller Geheimnisse – ein Krimi zum Genießen.
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25 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
TOP 500 REZENSENTam 4. Februar 2014
Sean ein junger Engländer, flüchtet nach Frankreich, wo er bei einem entlegenen Hof hängenbleibt. Warum und vor was er auf der Flucht ist, erfahren wir erst im Laufe der Auflösung gegen Ende der Geschichte. Dort wird er den komischen und griesgrämigen Schweinezüchter Arnaud kennenlernen, der dort mit seinen beiden Töchtern und einem Enkelkind lebt. Eine zurückgezogene Familie, die ihr Grundstück eingezäunt und mit Fussfallen versehen hat. Arnaud ist nicht gut auf die dortigen Dorfbewohner zu sprechen und umgekehrt ebenso. Als Sean in eine solche Tretfalle tritt, wird sein Fuss schwer verletzt. Eine Tochter des Bauern findet ihn und beide Töchtern bringen ihn zum Hof um ihn zu verarzten. Obwohl er kein gern gesehener Gast dort ist, gibt es kleine Annäherungen, die schliesslich dazu führen, dass Sean dort beginnt, das baufällige Haus zu reparieren, gegen Kost und Logis - versteht sich. In kleinen Schritten, bekommt er langsam Zutritt in diese kleine Familie, die sich ein wenig für ihn öffnet und interessiert, doch herrscht dort ein recht gereiztes und seltsames Familienklima. Mathilda ist die ältere und Gretchen die jüngere Tochter.

Während Mathilda ihren Vater mit Kochen und Haushalt versorgt, hasst dagegen die jüngere Tochter ihre ältere Schwester, die sich irgendwie dort, doch wie einem Gefängnis vorkommt, aus dem sie sich nicht befreien kann. Ihre Mutter ist schon gestorben und so leben dort der Vater (Arnaud) und seine Töchter. Es werden dort Sanglochons" gezüchtet, eine Kreuzung zwischen Haus - und Wildschweinen. Je länger Sean dort ist, desto mehr spürt er, was dort für ein Leben herrscht, wo verschiedene Geheimnisse gehegt werden, denen er sich langsam annähert, wobei er immer aufpassen muss, nicht selbst in die Fänge des unberechenbaren Arnaud zu gelangen, der schon mal gerne ein Gewehr in die Hand nimmt und in der Gegend rumballert. Als Sean, Jean-Claude vom Dorf kennenlernt, erfährt er, dass sein Bruder Louis schon seit 18 Monaten vermisst wird. Louis war angeblich mit der älteren Tochter Mathilda liiert. Jean-Claude glaubt, dass Arnaud, seinen Bruder umgebracht hat. Das ist die Eintrittstür, in jene seltsamen Geheimnisse, die diesen undurchschaubaren Schweinezucht-Hof umwittert...

Beckett lässt auf zwei Erzählebenen die Story parallel vor sich her laufen. Entweder sind wir auf dem französischen Hof, oder wir sind in England, genau genommen in London. Von dort schildert Beckett, das Leben, bevor Sean nach Frankreich geflüchtet ist. Er schildert darin eine Liebe zu Chloe, die einen tragischen Verlauf nimmt und schliesslich dazu führt, dass eben Sean abhauen muss. Zumindest hier sind die Gründe für die Flucht, relativ bald voraussehbar. Die Story, die sich anfangs etwas zäh dahinschleppt, kommt dann aber doch vor allem gegen Ende richtig in Fahrt. Auf den ersten 200 Seiten, wird man wirklich nur mit kleinen Details informiert, bis man überhaupt einmal einen Gesamtüberblick über den Plot bekommt. Wunderbar geschrieben, sind Passagen in denen Sean in eigener innerer Beschäftigung seine Situation reflektiert und welchem liebevollen Blick er dort den Menschen begegnet, auch wenn sie nicht immer mit ihm nett und freundlich umgehen. Die Zeichnung der Charaktere finde ich toll herausgearbeitet, gerade Mathilde und Sean sind zwei Hauptfiguren, mit denen man sich irgendwann als Leser zu solidarisieren beginnt. (Wenn man mal von dem süssen Hündchen Lulu" absieht, der am Schluss eine Extra-Honorierung erfährt.)

Auch wie Beckett, hier Körpersprache deutet und auf den Punkt bringt (Wie sie sich mit einer vertrauten Geste eine Strähne hinters Ohr schiebt") finde ich schon einfach klasse von ihm gemacht. Zwischendurch wird's immer wieder ein wenig gruselig, ohne dass ganz grass werden würde, wie das ja bei seinen früheren Büchern wohl der Fall war (rote Buchtitel wie etwa Tiere, was mir jedoch NICHT gefallen hat). Am Ende kommt der Leser auf jeden Fall auf seine Kosten und dürfte unter anderem auch den Erfolg von Simon Beckett erklären lassen. Auch wenn die erste Hälfte etwas langatmig noch nicht so richtig in die Gänge kommt, hat Beckett trotz allem einen sehr lesenswerten und soliden (Soft-)Thriller geschrieben, der klasse geschrieben ist, auch wenn er vielleicht nicht ganz an die Klasse seiner Hunter-Reihe herankommt. (Das letzte Buch von ihm Verwesung: David Hunters 4. Fall hat mir besser gefallen) Nur deswegen, ist dieser Roman noch lange kein schlecht Geschriebener! Eine Geschichte die auch mit erzeugter Atmosphäre und weniger Spannung daherkommt und (trotz vieler enttäuschter Leser), trotzdem toll gemacht ist. Die enttäuschten Meinungen finde ich sehr schade. Warum kann ein Autor wie Beckett, nicht auch einmal noch etwas anderes versuchen? Warum muss immer an das vorangegangene die Messlatte gehalten werden??? Ich bedauere das sehr. Und vor allem: Das ist für mich bei weitem kein Grund, dieses Buch schlecht zu bewerten...So, das muss mal gesagt sein!

Kleiner Nachtrag / 13.2.2014:

Für interessierte Leser die Beckett noch nicht kennen, empfehle ich dieses Buch ganz besonders! Und: Beckett ist diese Woche unterwegs an die Spitze der Spiegel-Liste auf Platz Nr.1, ein Beweis dafür, dass sich Leser auch von den enttäuschten Berichten nicht abhalten lassen wollen. Leser, die die Hunterreihe noch nicht kennen oder nur teilweise kennen, wozu ich auch gehöre, dürfen sich noch zusätzlich auf die früheren Bücher (Hunter-Reihe) wie Die Chemie des Todes: David Hunters 1. Fall,Kalte Asche: David Hunters 2. Fall,Leichenblässe: David Hunters 3. Fall oder Verwesung: David Hunters 4. Fall freuen, das ist doch auch was. Finden Sie nicht?

2.Anmerkung / 10.3.2014

Heute in der einzigen Lesung von S.B. in der Schweiz gewesen. Beckett hat einen kleinen Ausschnitt von seinem nächsten Roman gelesen und für alle Fans sei schon mal vorgespurt: Der nächste Beckett wird ein Hunter-Roman!
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 19. Februar 2014
Das Buch ist spannend, aber nicht wirklich ein Thriller, für mich mehr eine Familientragödie. Das Ende des Buches ist nicht wirklich überraschend. Jetzt freue ich mich aber mal wieder auf ein "Hunter" Buch und hoffentlich lässt Simon Beckett mich nicht zu lange warten.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 13. August 2015
Was war das denn??? In etwa so spannend,wie einem Zaun beim trocknen zuzusehen..Und das nach der grandiosen David-Hunter-Reihe..Absolut keine Kaufempfehlung,Finger weg!!Das kann Simon Beckett besser.
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30 von 37 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
In seinen neuen stand-alone-Thriller “Der Hof” entblättert Simon Beckett erst nach und nach die Umstände, unter denen sein sympathischer Held Sean die Flucht nach Frankreich angetreten hat. Mit seinem atmosphärisch dichten Erzähltstil zieht er uns in den Bann und entführt uns in die eigenwillig-düstere Stimmung auf dem still in der Sommerhitze liegenden, heruntergekommenden Hof. Fast schon wie in einem Kammerspiel agieren seine wenigen Protagonisten auf engem Raum und halten die Spannung bis zur letzten Seite aufrecht. Dazu trägt auch bei, dass der Autor es geschickt versteht, die Geschehnisse im fernen London in die Entwicklungen auf dem Hof einzubauen. So kommt “Der Hof” ohne große Action, aber mit jeder Menge Atmosphäre, Spannung und Thrill aus.
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