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Der Hinduismus
 
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Der Hinduismus [Gebundene Ausgabe]

Axel Michaels
3.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 458 Seiten
  • Verlag: C.H.Beck; Auflage: 1 (5. Oktober 1998)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3406441033
  • ISBN-13: 978-3406441035
  • Größe und/oder Gewicht: 23,4 x 15,2 x 4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 658.092 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Axel Michaels
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Produktbeschreibungen

Neue Zürcher Zeitung

Ohne Schaudern

LL. Die metaphysische Überbevölkerung, die den hinduistischen Götterhimmel nicht anders als die physische die indische Menschenerde zu bestimmen scheint, hat im Westen oft, zu oft, Unverständnis oder Missverständnisse provoziert. Erst die in ihrer Denkweise polytheistische, in ihrem identifikatorischen Habitus freilich guruzentrische esoterische Postmoderne gibt sich gerne der alten indischen Unübersichtlichkeit anheim. – Hinzu gekommen ist im Westen lange Zeit gegenüber bestimmten Spezifika des indischen religiösen und gesellschaftlichen Lebens (Kastensystem, Witwenverbrennung, Mitgiftmord . . .) eine Haltung, die Axel Michaels, Autor der anzuzeigenden Darstellung, sehr griffig einen «Exotismus des Schauderns» nennt. Ihm will Michaels ganz entschieden nicht folgen. Präzise und ziemlich «cool» schaut er hin. Und vieles von dem, was sein sich der «Ethnoindologie» (mit dem Akzent auf den sozio-religiösen Zusammenhängen) zurechnendes Buch zeigt, stellt sich anders dar, als es die liebgewordenen Vorurteile wollen. Differenzierung und Relativierung machen die Szene indes nicht einfacher übersehbar. Eine «Einführung» ist das Buch kaum. Der Erkenntnisgewinn ist um so beträchtlicher. Höchst ergiebig zum Beispiel, wie der Autor auf wenigen Seiten den altvertrauten universalistischen Glauben, die Mystik sei weltweit die gleiche, richtigstellt. Ein gelegentlich weit übers Ziel hinausschiessender flapsiger Ton, der sich wohl dem «coolen» Anti-Exotismus des Schauderns verdankt, kann die Lektüre stören. Die Neigung des Autors, en passant die Götter des westlichen Theoriehimmels in zwei, drei hingeworfenen Sätzen abzufertigen, provoziert jedenfalls das Schaudern des Rezensenten. «Jeder weiss, dass Freud oder Marx grundlegend falsch gelegen haben.» We are awfully sorry, wir wissen es immer noch nicht.

Kurzbeschreibung

Eine umfassende Einführung in den Hinduismus und seine dreitausendjährige Geschichte. Der Indologe Axel Michaels erläutert die religionswissenschaftlichen Grundlagen, erfaßt die Geschichte von den vorwedischen Religionen bis heute und schildert anschaulich die Alltagspraxis dieser Weltreligion: die Lebensstadien, das Hochzeitsritual, religiöse Feste, das Kastensystem, die Askese sowie die religiösen Vorstellungen von Raum und Zeit, Tod und Wiedergeburt.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
40 von 41 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Gebundene Ausgabe
Die Beschreibung religiöser Systeme in völlig anderen Weltgegenden ist immer eine Herausforderung besonderer Art. Dies wird oft auch deshalb so schwierig, als wir im Westen aufgrund unserer klassifikatorischen Herangehensweisen Weltanschauung, Religion, Philosophie in aller Regel mit konzentriertem Blick auf deren spirituellen Inhalte und die damit verbundenen Rituale betrachten und zu erfassen suchen und dabei nicht selten die enge Verwobenheit mit der in ihr lebenden Gesellschaft, die zahlreichen gesellschaftlichen Implikationen aus dem Auge verlieren. Damit werden wir den entsprechenden religiösen Systemen häufig nicht oder nur sehr unvollständig gerecht. Ganz anders geht daher Axel Michaels in seiner umfangreichen Einführung an den Hinduismus heran. Bei über 700 Millionen Menschen, die verschiedene Formen hinduistischen Glaubens praktizieren, kann es nicht bei einer Betrachtung der „heiligen Schriften" und der Ritualistik und der Beschreibung der „Millionen von Göttern" bleiben. Hier muß die Alltagspraxis einer Weltreligion geschildert werden. Schon zu Beginn des Buches wird klar, daß es höchste Zeit für neue Herangehensweisen war - vor allem, wenn bei der versuchten Beantwortung der Frage 'Was ist Hinduismus?' deutlich wird, dass dieser als zusammenhängende Religion von manchen als ein Konstrukt des Westens in Frage gestellt wird. Ein solches Hinterfragen muss auch erlaubt sein, wenn man erfährt, nach dem 1955 erlassenen indischen Gesetz Hindu Marriage Act sei „ein Inder dann ein Hindu, wenn er nicht einer anderen Religion angehört". Inder hatten sich selbst bis in die jüngste Vergangenheit nicht als Hindus bezeichnet - es ist eine Fremdbezeichnung, welche die Briten von den persischen Muslimen übernahmen, um die nicht-muslimische Bevölkerung des indischen Subkontinents zu bezeichnen. Wie also beschreibt man eine Religion, die wir zunächst durch Abgrenzung von anderen Religionen definiert haben? Eine Religion, in der es weder den einen Religionsstifter, noch nur eine kirchliche Institution oder ein religiöses Oberhaupt gibt? nicht nur ein heiliges Buch oder eine Lehre oder ein religiöses Zentrum? und damit keine einzige für alle verbindliche religiöse Autorität. Schon diese Fragen machen deutlich, dass die sonst übliche Herangehensweise bei der Betrachtung von Religionen beim Hinduismus so nicht fruchten kann. Axel Michaels hält es für geboten, „alte Zöpfe in Darstellungen des Hinduismus abzuschneiden". Mit Recht verweist er darauf, dass die Indologie mit ihrer Selbstauffassung als reine Philologie und der ausschließlichen Beschäftigung mit alten Texten große Lücken bei der Bearbeitung kulturgeschichtlicher Komplexe Indiens offen gelassen hat. Michaels möchte diese Lücke zu schließen versuchen, indem er ethnologische Forschungsergebnisse mit indologischen Erkenntnissen verknüpft. Das heißt, er rückt den lebendigen religiösen Komplex des Hinduismus in den Vordergrund und entgeht so dem Fehler, ihn mehr oder weniger ausschließlich über seinen Schriften allein zu definieren: „Bei Ritualen wird zu oft von normativen Texten statt der Praxis ausgegangen." Dem interessierten Leser bietet Michaels daher verschiedene Zugänge zum Hinduismus an. Diese gliedert er in drei Teile, die sich 1. mit den theoretischen und historischen Grundlegungen, 2. der Bedeutung der Religion in der indischen Gesellschaft und 3. schließlich mit den weltanschaulich-philosophischen Gedankengebäuden dieser Religionskomplexes auseinandersetzen. Sehr anschaulich und an vielen vor Ort beobachteten Beispielen fängt der Autor die traditionell geprägte, noch lebendige Alltagspraxis des Hinduismus und dessen Einfluß auf die moderne indische Gesellschaft ein: Michaels beschreibt die Lebensstadien der Kindhe;t und Sozialisation, die Initiationsriten, das Hochzeitsritual und d;e religiösen Feste; er untersucht den Ursprung und die Auswirkungen des Kastensystems, die Vorstellung von Raum und Zeit, von Tod, Wiedergeburt und Erlosung aus dem Kreislauf der Wiedergeburten. Damit wird Michaels Buch über den Hinduismus zugleich zu einer Studie über Rituale und sozio-religiöse Identitätsbildung, das nicht nur in den Stoff einführen, sondern auch mit einem bestimmten habituellen Denken und Fühlen vertraut machen will. Damit haben wir über den gesellschaftlichen und religiösen Komplex Hinduismus endlich einmal ein anspruchsvolles und spannendes Werk, das uns nach der Lektüre nicht nur mit dem Befremden zurück lässt, dass Indien eben wirklich anders sei, und das nicht - wie häufig die üblichen Pressemeldungen - einen Exotismus des Schauderns bedient. Hier eröffnet sich die Chance, das Fühlen und Denken der Menschen in größerem Maße nachzuvollziehen und damit natürlich auch einen besseren Zugang zu der zugegebenermaßen schwierigen Lebenswelt der Inder zu finden.

Andreas Gruschke

War diese Rezension für Sie hilfreich?
5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Solides Standarzwerk 21. Juli 2007
Format:Gebundene Ausgabe
Axel Michaels hat ein Buch geschrieben, was schon vom Titel her nichts anderes sein will, als ein Standardwerk, und er hat dieses auch geschafft. So umfassend und von Grund auf systematisiert ist Der Hinduismus, dass er den definitiven Überblick liefern kann. Der muss sich aber durchaus erarbeitet werden. Michaels schreibt nicht gerade populärwissenschaftlich, auch wenn die nette Aufmachung ein bisschen so wirkt. Aber gerade die Dichte und die Nähe zum Menschen, zur indischen Gesellschaft, zeigen die Autorität des Heidelberger Indologen. Sowohl die Religion, als auch die Gesellschaft der Hindus, werden gerade in ihrer Verknüpfung dargestellt und ihre Traditionen kenntnisreich erklärt.

Ein Standardwerk, das die so fremden Welten Indiens erfahrbar macht.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
Hinduismus verstehen 4. Juli 2009
Von B. Glitza
Format:Broschiert
Gut gemachter Einstieg in den Alltagsvollzug und dessen Hintergrund in der hinduistischen Religion. Da der Auto Indologe ist, hat er eine sehr wissenschaftliche Darstellung und eine sehr grosse Informationsdichte. Alles ist fundiert und obejektiv dargestellt. Sehr gut um einen Überblick zu gewinnen. Der Index ist erwartungsgemäß professionell gemacht. Empfehlenswert für alle, die mehr wissen wollen als ein paar allgemeine Fakten.
War diese Rezension für Sie hilfreich?

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