Über die Verbechen des Nazi-Regimes wurde viel geschrieben und berichtet, die Greuel gegenüber den Juden, Andersdenkenden und Minoritäten sind inzwischen wohl hoffentlich allgemein bekannt. Und doch gibt es noch immer Kapitel des dritten Reiches, die bisher im Dunkeln blieben. Eines davon deckt Christiane Kohl in diesen Berichten auf: die Hinrichtung abertausender Italiener, Soldaten wie Zivilisten, in Griechenland und Italien.
Sie bemüht sich auch um ein Verständnis, warum gerade diese Verbrechen der Wehrmacht in Italien so lange weder an die Öffentlichkeit kamen noch zufriedenstellend verfolgt wurden. Und sie bemüht sich um ein wertfreies Bild der Wehrmachtssoldaten, von denen sicher nicht alle skrupellose Mörder und Bestien waren, sie geht sensibel auf das Problem der Befehlskette ein und schildert die Untaten aus verschiedenen Perspektiven, wofür Christiane Kohl mit Italienern und ehemaligen Wehrmachtssoldaten sprach, in Kriegstagebüchern und Archiven und vor Ort recherchierte. So entsteht ein anderes Bild vom Krieg, das nicht in schwarz und weiß, gut und böse, richtig und falsch einteilt, sondern nur die absurde Grausamkeit des Krieges für alle Beteiligten aufdeckt.
Ein wichtiges Buch, empfehlenswert für alle, die nicht vergessen wollen, aber auch als Urlaubslektüre besonders für Toskana- und Italien-Fans, die dieses Kapitel der deutsch-italienischen Beziehungen kennen sollten.