"Der Himmel fängt gleich über dem Boden an" ist eigentlich der letzte Band einer Art Trilogie und stammt sozusagen aus Thommie Bayers "erstem Leben" als Schriftsteller, bevor er anfing, Krimis und Drehbücher zu schreiben. Die Vorgängerbücher sind "Eine Überdosis Liebe" und "Einsam, Zweisam, Dreisam", die man vielleicht vorher gelesen haben sollte, um alle Anspielungen zu verstehen. Das Buch erzählt eine unabhängige, in sich geschlossene Liebesgeschichte, die sich, wie immer bei Bayer, fern aller sonstigen Romanklischees entwickelt. Viele Figuren, die ich noch aus früheren Büchern liebhatte, tauchen auf und leben ihr Leben weiter oder auch nicht, prallen zusammen, driften auseinander und finden sich wieder. Das ist oft zum Grinsen, auch zum breit Grinsen, manchmal zum lauten Lachen und hin und wieder zum Heulen, aber immer mitreißend und wunderschön. Man kann sehr gut eintauchen in diese leicht merkwürdige Welt voller endgültig, aber ungern erwachsen gewordener Typen, die sich scheinbar auch in der Zeit zwischen den Bücher mit dem Autor und Ur-Lesern wie mir seit den frühen Achtzigern weiterentwickelt haben. Schade nur, dass sie alle jetzt wohl endgültig aus meinem Leben verschwunden sind. Besonders leid tut es mir um Siggi und Nicht-Anton!