Tom Green ist gerade aus der haft entlassen worden, niemand holt ihn am Gefängnis ab, er hat nur noch einige hundert Dollar in der Tasche. Das wäre alles gar nicht so schlimm, wenn nicht noch genau am nächsten Tag Greens einziger Freund und letzte Hoffnung auf eine schnelle und erfolgreiche Rückkehr ins lukrative Filmbusiness an einem herzanfall sterben würde. Nun steht er also da - einst ein mittelmäßiger Schauspieler mitz großen Ambitionen und durchschnittlichen Gagen, mit Hausmädchen und Swimmingpool, Cadillac und smoking, nun ein heimatloser Penner, den vor dem endgültigen Absturz in die Gosse nur sein letzter Anzug schützt. Soweit die Anfangssituation in Leon de Winters "der Himmel von Hollywood". doch dabei bleibt es natürlich nicht. Green trifft bald auf zwei ältere Männer, welche das selbe Schicksal ereilt hat wie ihn: einmal nicht richtig mitgespielt, zuviel riskiert und sie waren raus aus dem geldbringenden Geschäft der Traumfabrik, welches ihnen ihren Lebensstandard sicherte. Bei einer nächtlichen Sauftour finden die drei Ex-Sternchen nun unterhalb der großen Lettern des Hollywood-Signs eine Leiche, und wie es der Zufall nun mal so will ist sie einem der dreien wohl bekannt. Hinter dem Toten wird eine Gangsterbande und viel Geld vermutet, und da man aus einer solchen Situation wunderbar Kapital schlagen kann, wird der Tote erstmal ins Auto gepackt und zu hause in der Liebherr-Truhe bei Turbofrost eingefroren. Mitten in ihrer ausweglosen Situation kommen die drei Verlierer auf die Idee ihres Lebens, den genialen Coup, der ihnen mit einem schlag aus der scheiße helfen und das Leben so einfach wie früher machen kann. Sie müssen nur das tun, was sie ihr ganzes leben lang getan haben: eine Rolle spielen. Nur mit dem kleinen Unterschied, daß man sich nicht am set sondern in der nackten Realität befindet: Es gibt kein drehbuch, die Mitspielre haben keinen festgelegten Text, die drei Männer müssen nicht um ihre Gage sondern um ihr Leben spielen... Leon de Winter erzählt in seinem unglaublich schlau konstruierten Roman mit Leichtigkeit, Witz und Ironie, aber auch mit Gefühl und Intensität eine spannende und rührende Geschichte über Leben, Liebe und Unterhaltung. Glaubt man beim Lesen, man könne dieses Buch wie eine Fernsehserie in eine Kategorie pressen oder ihre Handlung voraussagen, hat man sich schwer getäuscht. "Europa wird immer mehr zu einer Kopie Amerikas, ein zweites Disneyworld" läßt de Winter einen seiner Charaktere sagen. Daß man trotz dieser Realität wunderbar geistreiche Unterhaltung schaffen kann, beweist er in diesem tollen Buch. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)