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Produktinformation
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Kurts Nirvana bekannte sich zu lumpigen Klamotten, nörgelte über eigene Erfolge, benahm sich schlecht wie einst die Rolling Stones und belebte den Rock 'n' Roll nach den glatten Yuppie-80er-Jahren neu. Ungewaschen und seit der Pubertät voll gedröhnt, im amerikanischen White Trash orientierungslos aufgewachsen, war der Held des Buches stets auf der Suche nach Anerkennung, beileibe kein souveränes Arschloch. Das bescheinigen auch die vielen anderen Bücher über den armen Kerl, der sich seines kommerziellen Erfolgs gar nicht so richtig freuen konnte und wollte.
Im Verlag Hannibal liegen bereits einige Bücher zu dem Phänomen Kurt Cobain vor, aber dieses hier dokumentiert spurgenau, warum der Junkie trotz anderer Opfer des Rock 'n' Rolls nicht auf einer Stufe mit Jimi Hendrix oder Jim Morrison steht. Nach der autorisierten und folglich von Cobain geglätteten Bio von Michael Azerrad und unglücklichen Scripts wie etwa von Dave Thompson zum Thema bringt Cross das ultimative Werk, auch wenn die Liste der Nirvana-Bootlegs fehlt. --Uli Lemke
Hier setzt Charles R. Cross an. Er führte mehr als 400 Interviews und recherchierte vier Jahre lang in allen zugänglichen Quellen; er studierte die Tagebücher von Curt Cobain, seine Songtexte und sogar die Fotoalben seiner Familie- und so verfolgt er die Spur dieses kurzen, intensiven Lebens zurück bis in den Wohnwagen in Aberdeen, US-Bundesstaat Washington, in dem Cobain aufwuchs.
Die Witwe Courtney Love gewährte Charles R. Cross für seine Cobain-Biografie exklusiven und intensiven Einblick in die Tagebücher des Verstorbenen.
Kurt Cobain - der Himmel über Nirvana ergänzt die Nirvana-Biografie von Michael Azerrad auf ideale Weise.
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Der Autor ist nur allzu bemüht, in Cobains Leben Aspekte hervorzuheben, die letztlich zum Suizid führen. Angefangen von der Scheidung seiner Eltern, deren Bedeutung Cross immer wieder strapaziert, über andere Tragödien in Cobains Familie bis hin zu seinen schlimmen Bauchschmerzen, gegen die ihm über Jahre hinweg kein Arzt helfen konnte.
Cross zimmert ein Bild, in dem es mit Cobain so unweigerlich bergab geht, dass es nur im Suizid enden konnte. Höhepunkt dessen ist die unsäglich kitschige fiktive Rekonstruktion der letzten Tage Cobains zwischen seinem Verschwinden und seinem angeblichen Freitod, der dann auch noch fast wie eine Erlösung daherkommt. Ein zähes Gemisch aus unerträglicher Schwermut, vorgeblicher Empathie und dem Ignorieren von allem, was nicht ins Bild des unweigerlichen Weges zum Selbstmord passt.
So wird zum Beispiel mit keine Silbe erwähnt, dass Cobain Anfang 1993, also ein Jahr vor seinem Tod, einen Arzt gefunden hatte, der ihm gegen seine Bauchschmerzen helfen konnte. Statt dessen wird der Leser im Glauben an das unverminderte Leiden Cobains gelassen. Es ist auch seltsam, wie unhinterfragt die Medikamentenüberdosis Cobains in Rom 1994 als Selbstmordversuch dargestellt wird, im medizinischen Bulletin stand nichts davon. Auch die Ungereimtheiten beim Tode Cobains werden nicht hinterfragt: In seinem Körper fanden sich Narkotika, die so hoch dosiert waren, dass er unmöglich noch selbst den Auslöser des Gewehrs drücken konnte.
Von alledem erfährt der Leser bei Cross nichts. Sein Buch wirft mehr Fragen auf, als es beantwortet. Klebriger Brei, nach dem mir noch tagelang schlecht war. Als Gegengift kann ich Love & Death (an explosive investigation into the murder of Kurt Cobain) von Max Wallace / Ian Halperin empfehlen.
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