Die Welt hält Arthur Milton, den Hexer, für tot! Doch die Leiche eines bekannten Londoner Mädchenhändlers trägt deutlich die Handschrift des Hexers und plötzlich bangt auch Maurice Messer um sein Leben, denn der Anwalt hat sich an dessen Schwester Gwenda vergriffen, die tot aus der Themse gefischt wurde. Die Scotland Yard-Beamten Chefinspektor Bliss und Inspektor Wembury sollen den Hexer dingfest machen, obwohl lediglich die Londoner Unterwelt vor ihm zittern muss. Aber hinter wessen Maske verbirgt sich der Hexer '?
Mit dieser Produktion startet Nocturna Entertainment überraschend eine neue Reihe von Kriminal-Hörspielen nach den Romanen des großartigen Schriftstellers Edgar Wallace. Musik und Storyaufbau haben allerdings nichts mehr mit den altbackenden Hörspielen von Maritim und Europa zu tun, sondern wirken sehr modern. Inhaltlich hat sich der Drehbuchautor, der sich hinter dem klangvollen Pseudonym C.B. Andergast, verbirgt, frei an dem Originalroman orientiert. Das Hörspiel ist mit einer Laufzeit von knapp 53 Minuten sehr kurzweilig und entwickelt binnen kürzester Zeit eine intensive Krimi-Atmosphäre. Die Geschichte birgt keinerlei Längen und wurde sehr rasant in Szene gesetzt. Dabei punktet das Label mit einem erfrischend modernen Soundtrack, komponiert von dem jungen Musiker Konstantinos Kalogeropoulos, der den Krimi mit düsteren und zugleich sehr dynamischen Klängen unterlegt hat. Gefeilt werden hätte dagegen noch an den Effekten, die insgesamt sehr sparsam eingesetzt wurden. Leider hören sich die Schüsse sehr unrealistisch an, denn gerade beim Feuergefecht zwischen den Häusern hätten die Detonationen sehr viel mehr nachhallen müssen. Viel Mühe wurde sich dagegen mit der Sprecherauswahl gegeben. Auf einen allwissenden Erzähler wurde aus gutem Grund verzichtet, wurde das Skript doch derart gestaltet, dass die Geschichte sich allein aus den Dialogen und Beobachtungen heraus erklärt, ohne dabei auf alberne Selbstgespräche zurückgreifen zu müssen. Neben Wolf Frass (Sir John) und Patrick Bach (Inspektor Wembury) ist es vor allen Dingen die Neuentdeckung Clemens Gerhard, der als Chefinspektor Bliss eine grandiose Darbietung liefert: Jung, dynamisch und mit der richtigen Portion Draufgängertum. Weitere Rollen, wie die des Pathologen Dr. Price oder des Polizeiarztes Lomond wurden prominent besetzt mit Ilja Richter und Helmut Zierl, die auch im Hörspiel unverkennbar sind. Hörspiellegende Katja Brügger ist ebenso vertreten, wie die bezaubernde Eva Maria Balkenhol oder die einzigartige Christine Pappert. Gewöhnungsbedürftig hingegen klingt Martin Heckmann, der als schurkischer Anwalt Maurice Messer etwas unbeholfen und sehr theatralisch daherkommt und sich in die Rolle des zwielichtigen Subjektes erst einfinden muss. Ein wenig zu harmlos ist auch die Leistung von Sven Schreivogel, der als Kleinganove zu wenig Biss hat. In einer Nebenrolle ist Franz Hofmann zu hören, der dieses Mal hauptsächlich als Regie-Assistent tätig war. Die Story wurde absichtlich zeitlos gehalten, auch wenn natürlich klar ist, dass im Zeitalter der globalen Kommunikation keiner mehr ein Telegramm aufgibt, wenn es sich um wichtige Nachrichten handelt.