Mit der Flugschrift " Der Hessische Landbote" wandte sich Büchner seiner politischen Überzeugung zufolge gezielt mit faktischem Material an die " materielle Not" der Bauern. Wissend, dass es wenig Zwecke hatte bei ihnen an "Sinn für die Ehre und Freiheit der Nation", an die Menschenrechte zu appellieren, versuchte er von daher zu verdeutlichen" dass sie einem Staat angehörten, dessen Lasten sie größtenteils tragen müssten, während andere den Vorteil davon beziehen". " Geht nach Darmstadt, so rät Büchner " wie die Herren sich für euer Geld lustig machen, und erzählt dann euern hungernden Weibern und Kindern, dass ihr Brod an fremden Bäuchen herrlich angeschlagen sei.
Der Autor aus Goddelau verbindet rhetorische Suggestivkraft mit argumentativer Technik, appelliert mit augenscheinlichen Methaphern aus dem Leben der Reichen und dem der Armen an die Gefühle seiner Adressaten und belegt überzeugend mit einer kommentierenden Liste der Staatsausgaben das Missverhältnis der herrschenden und der produzierenden Klasse. Die menschenunwürdigen, niederträchtig herbeigeführten Verhältnisse werden stets aufs Neue mit entsprechenden Stellen aus der Bibel als sanktionierende als Autorität konfrontiert, bis der Autor folgendermaßen zum Aufstand ermuntert: " Hebt die Augen auf und zählt das Häuflein eurer Presser, die nur stark sind durch das Blut, das sie euch aussagen und durch eure Arme, die ihr ihnen willenlos leihet. Ihrer sind vielleicht 10.000 im Großherzogtum und eurer sind es 700.000 und so verhält sich die Zahl des Volkes zu den Pressern auch im übrigen Deutschland."
Ich bewundere Büchner seit meiner Kindheit in Goddelau für seinen Mut sich für die Missstände im damaligen Hessen stark gemacht zu haben. Büchner war ein guter Mensch, wie sein unglaubliches Engagement für mehr Mitmenschlichkeit beweist.