Danka ist ein ganz normaler Junge, doch eines Tages, als er krank zu Hause im Bett liegt, passiert etwas ganz und gar Außergewöhnliches. Mitten in seinem Zimmer verwandelt sich ein Fleck aus Sonnenlicht in eine Katze. Diese kann nicht nur fliegen und leuchten, sie kann auch sprechen und stellt sich als Sonnenkater vor. Dass der kleine Kerl magisch ist, merkt Danka schnell, denn er kann verborgene Türen öffnen. Prompt entdecken sie eine im Zimmer und gehen arglos hindurch. Nur schade, dass sie hinter ihnen ins Schloss fällt und sie nicht mehr zurück können.
Die Welt, in der Danka gelandet ist, unterscheidet sind von der, die er kennt. Es herrscht dort ewige Nacht. Die Bewohner sehen niemals Sonnenlicht, denn es existiert einfach nicht. Um im Dunkeln sehen zu können, tragen sie spezielle Brillen. Danka wird von Len, einen Jungen in seinem Alter, aufgenommen. Nach und nach bekommt der junge Reisende einen Einblick in das dortige Leben. Es gibt die Flügelträger, zu denen Len gehört, und die Freiflieger, ihre Feinde. Die einen wollen das Licht zurück, die anderen kämpfen für die Finsternis. Flügelträger sind immer Kinder, da die Flügel keine Erwachsenen tragen können. Weil sie deswegen die Verantwortung haben, stehen sie auch in der Hierarchie ganz oben. Danka gibt sich als Flügelträger aus und wird zu Lens Partner. Schnell wird klar, dass auch er gegen die Finsternis kämpfen will. Doch tut er da wirklich das Richtige? Lässt sich die Welt so einfach in Gut und Böse aufteilen?
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Der Autor Sergej Lukianenko ist vielen Lesern durch seinen Wächter-Zyklus bekannt. Dank des Erfolgs dieser Buchreihe werden nun auch andere Romane von ihm in Deutschland veröffentlicht, so zum Beispiel das vorliegende mit dem Titel "Der Herr der Finsternis". Bei einigen mag da sofort der Teufel die Gedanken beherrschen, doch Lukianenko hatte etwas ganz anderes im Sinn.
Der Junge Danka, der Protagonist der Geschichte, aus dessen Sicht die Ereignisse geschildert werden, ist absolut unscheinbar. Bemerkenswert ist, dass er keinerlei Geschichte mitbringt. Er stolpert einfach in eine für ihn neue Welt und nimmt den Leser mit auf diese Reise. Über ihn selbst erfahren wir dabei quasi nichts. Gerade männlichen, jugendlichen Lesern gibt der Autor damit jedoch die einmalige Möglichkeit, sich selbst auf diese Figur zu projizieren. Natürlich entwickelt sich Danka nach und nach und bekommt einen Charakter. Zu dem Jungen, der er in unserer Welt war, erfährt man jedoch kaum etwas.
Die Geschichte selbst wirkt zu Anfang recht gradlinig. Schnell wird klar, dass Danka sich auf die Seite des Lichts stellt und dafür kämpfen will, dass das Land die Sonne wieder sehen kann. Doch dem Autor ist es gelungen, keine Schwarzweiß-Welt zu zeichnen, sondern auch Facetten zuzulassen, die einen grübeln lassen, wer nun der wahre Feind ist. Auch Danka muss sich dieser Frage stellen.
Es gibt einige gelungene Anspielungen auf andere bekannte Jugendbücher, vor allen Dingen auf die "Unendliche Geschichte" von Michael Ende. Sie sind so geschickt in die Handlung verwoben, dass Kenner sofort verstehen werden, worum es geht, man aber auch noch alles versteht, wenn man dieses Wissen nicht besitzt.
"Der Herr der Finsternis" ist eine etwas andere fantastische Geschichte, die sich vor allen Dingen an Jungen richtet, die sich mit dem Protagonisten leicht identifizieren können.