Aus der Amazon.de-Redaktion
Dass die Schauspieler nicht gut genug, die Spezialeffekte einige Wünsche offen lassen würden, brauchte man nach den beiden vorangegangenen Teilen wirklich nicht zu befürchten. Sie sind brillant. Deshalb war die spannendste Frage an Die Rückkehr des Königs, wie der Neuseeländische Edel-Hobbit Jackson den von der Geschichte und den Handlungssträngen sicherlich komplexesten Part leinwandkompatibel aufbereiten würde. Und so ist Die Rückkehr des Königs eine Geschichte geworden, die sich im Spannungsfeld gewaltiger Schlachten und großer Gefühle auf rund 200 Minuten entfaltet: Auf der einen Seite muss sich Aragorn nämlich endlich seiner königlichen Bestimmung stellen und alle Kräfte bündeln, um Saurons nervöse Suche nach dem einen Ring vom Ringträger abzulenken. Denn Frodo benötigt Zeit, um sich gemeinsam mit Sam und dem immer hinterhältiger agierenden Gollum an Minas Morgul und Kankra vorbei über die Ebene von Gorgoroth zu kämpfen und schließlich an jene Stelle zu gelangen, an der Elrond einst Isildur beim bitteren ersten Versuch, den Ring ins Feuer zu werfen, scheitern sah: den Schicksalsklüften. Dem Ort, an dem sich das Schicksal aller Beteiligten erfüllt.
Als Zuschauer wird man von diesem Film einem Wechselbad der Gefühle unterworfen. Auf der einen Seite darf sich der Zuschauer über drei großartig inszenierte Schlachten freuen, deren Wucht ihn erfreulicherweise ordentlich in den Kinosessel drückt. Andererseits verfolgt man Frodos immer drückender werdendes Leiden -- und bekommt beinahe selbst Atemnot. Und dann ist da noch dieser lange schmerzhafte Abschied. Irgendwie beschleicht einen da das widerwillige Gefühl, dass sich am Ende nicht nur die Gefährten voneinander und teilweise aus Mittelerde verabschieden müssen, sondern auch man selbst.
Ob Peter Jackson nach gut sieben Jahren Beschäftigung mit Mittelerde tief in seinem Herzen ein Sadist geworden ist, wenn er gerade den Abschied so intensiv zelebriert? Mitnichten. Aber bestimmt einer, der sich mit der Schlacht auf dem Pelennor ein klein wenig vor einer anderen wunderbaren Trilogie verneigt: vor George Lucas' ursprünglicher Sternensaga. Wenn die gewaltigen Olifanten vor Theodens fassungslosen Männern auftauchen, hat das etwas von den imperialen Kampfmaschinen AT ATs, die über die Rebellen auf dem Eisplaneten Hoth in Das Imperium schlägt zurück herfielen. Danke Peter! --Constanze Pappert
Produktbeschreibungen
- Das Produkt enthält 1 Blu-ray Disc und 1 DVD.
- Die Special Features befinden sich auf der DVD.
- Der Film befindet sich auf der Blu-ray Disc.
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Bild: Bedenkt man, das hier 192 Minuten Film mit 2 EX-Tonspuren auf einen Double Layer gepackt wurden (oft unter 4 MBit/Sekunde), dann ist der Tester geneigt, respektvoll den Hut vor den Authorern zu ziehen. Vor allem, wenn man vorangegangene "Verbrechen" bedenkt, wo aus perfektem Quellmaterial noch Grieseln entstand. Die Detailkraft ist bemerkenswert, z.B. wenn Pippin auf das Leuchtfeuer klettert und die Kamera eine Draufsicht mit dem tief unten liegenden Tal mit vielen kleinen Details zeigt (00.44.50). Gesichter wirken, wenn man etwas genauer hinsieht, leicht angeweicht, aber satt im Bereich des GUT. Der Kontrastumfang ist zwar stilistisch häufigen Manipulationen ausgesetzt, erreicht aber eine hohe Leuchtkraft in den Monumentalszenen. Die teilweise überstrahlten Weißtöne schaffen ein gewolltes Persilweiß, dass so manchem Angorakater in Angst versetzen dürfte. Selten ist ein ansatzweises Grieseln und damit interagierende stehende Rauschblöcke auf dem Bildschirm zu sehen, der sich auf der großen Leinwand etwas stärker darstellt. Diese Störungen der großen Bildharmonie sind aber weit jenseits eines groben Makels.
Ton: Der Film liefert auch in seinem Abschluss eine kraftvolle Dynamik, die zuweilen auch fundamentale Erschütterungen via Basskanal an die Zwiebelhäute im Gehörgang transportiert. Seitens der Surroundkanäle ist dieser Dolby-EX-Mix ein wenig zurückhaltend in seiner Kraftentfaltung geraten, bietet aber auf jeden Fall eine großartige Raumakustik, die zwar keine Maßstäbe setzt, aber stets klar macht, dass hier digitale Mehrkanalpower am Werke ist. Der rückwärtige Mittenkanal (EX), bringt insgesamt ein wenig mehr Dynamik durch das Mehr an Membranfläche, aber eindeutig diesem Kanal zugeordnete Effekte waren, wenn überhaupt, nur mit Mühe auszumachen. Die Vielzahl der auch im Volumen natürlich gepgelten Effekte ist extrem, was im Übrigen auch für die Ortbarkeit gilt. Ein mittig sprechender Nazgul auf einem leicht rechts sabberndem Drachen, das Trampeln der Olyphanten, alles wirkt beängstigend genau platziert. Sprachlich gibt es auch nichts zu bemängeln, außer vielleicht eine Tendenz zu zurückhaltendem Grundton. Insgesamt wirken englische wie deutsche Stimmen immer eine Spur zu dünn, wenn man einmal die Realität zum Vergleich bemüht. --movieman.de
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Blickpunkt: Film
Um das am besten verfilmbare Buch der Trilogie handele es sich, sagt Peter Jackson. Und kann das wahrlich bloß als Koketterie meinen 'Die Gefährten' bezog sein Wunder daraus, die Figuren, Welt und Mythologie vorzustellen und die dramatischen Grundlagen der Fantasy-Saga zu umreißen. In 'Die zwei Türme' nahm die Geschichte über den Kampf um Mittelerde Fahrt auf und trennte die acht verbliebenen Gefährten, um äußere und innere Konflikte und damit auch die Spannung zu verschärfen. Das abschließende Buch Tolkiens ist dagegen streng genommen ein einziger dritter Akt, Resolution pur: In der ersten Hälfte ein gewaltiges Schlachtenszenario, das parallel zur letzten Etappe von Frodo und Samweis im Höllenschlund Mordor alle Energien bannt, in der zweiten Hälfte schließlich die hoch emotionale Rückreise ins Auenland, Heimkehr und Abschied in einem. Mit anderen Worten: Nicht unbedingt der ideale Stoff für ein rundes Filmabenteuer, das einerseits natürlich das Epos mit einem gewaltigen Paukenschlag beschließen, andererseits aber auch als eigenständiger Film auf eigenen Beinen stehen muss. Anders als die Wachowski-Brüder, die bei 'Matrix Revolutions' vor dem gleichen Problem standen, aber scheiterten, gelingt Jackson die nochmalige Steigerung. Auch weil der findige Regisseur und seine beiden Drehbuchautorinnen Fran Walsh und Phillippa Boyens die in der Struktur inhärenten Probleme erkennen und sich noch weitaus größere Freiheiten bei der Adaption der Quelle nehmen als bereits bei 'Die zwei Türme'. Dem Film tut es gut. Gewiss: Tolkien-Fans werden hart daran zu kauen haben, dass der böse Samuran aus dem Fortlauf der Geschichte eliminiert wurde - auch wenn damit die Dramaturgie klarer und zwingender ist. Und sie werden aufschreien, dass Frodo erst nach etwa der Hälfte der Laufzeit in einer herausragenden Sequenz auf die Riesenspinne Kankra trifft, die bei Tolkien bereits am Ende des zweiten Romans ihren Auftritt hat. Aber wenn schließlich die Schlacht der Schlachten vor den Toren des letzten menschlichen Bollwerks beginnt, werden Puristen wie Nörgler verstummen: Größer und besser geht nicht.
Doch bis dahin haben Figuren und Zuschauer bereits eine weite Reise zurückgelegt. Mit einem Rückblick auf die Geschichte, wie aus dem unbeschwerten Smeagol durch den verheerenden Einfluss des einen Ringes die ebenso bemitleidens- wie verachtenswerte Kreatur Gollum wird, beginnt Peter Jackson 'Die Rückkehr des Königs'. In nur fünf Minuten gelingt ihm dabei der Bogen von farbenfroher Unbeschwertheit zu grau-trister Düsternis und bringt damit auch den Zuschauer auf den Stand der Dinge. Wie zu erwarten ist Teil drei der finsterste der Reihe, die immerhin das Heldenlied vom Ende einer Ära, dem Ableben einer Kultur singt. Entsprechend bedeutungsschwanger sind die Reden und Gesichter der beteiligten Personen, die Jackson im ersten Akt zeigt - ein bisweilen schwieriger Balanceakt zwischen emotionaler Schwere und dem Abgleiten ins Lächerliche.
Doch dann folgt die Schlacht der Hunderttausend von Minas Tirith - und jeder Anflug von Angst, Peter Jackson könne auf den letzten Metern die Luft ausgehen, ist wie weggeblasen: In etwa eineinhalb Stunden erlebt man das unfassbarste Schlachtengetümmel der Filmgeschichte, dessen schiere Größe den Zuschauer in Tränen ausbrechen lässt. Gleichzeitig gelingt Jackson das Kunststück, inmitten des Hauens und Stechens all seine angerissenen Geschichten mit großer Klarheit weiter zu erzählen. Höhepunkt ist schließlich der Moment, in dem sich die Amazone Eowyn zwischen den mächtigsten Ringgeist und ihren besiegten Vater, König Theoden, stellt. Ein Gänsehautklassiker, dem Jackson einfach noch als Zuckerl eine Einstellung folgen lässt, in der Elbe Legolas einen Wolkenkratzer großen Mumakil mit der Eleganz eines Surfers im Alleingang niederstreckt. Und Aragorns Ankunft mit seiner Armee der Toten, die er zuvor in der Ehrfurcht gebietenden Pfade-der-Toten-Sequenz in seiner ersten Amtshandlung als rechtmäßiger König von Gondor rekrutierte, ist das Tüpfelchen auf dem I.
Alldieweil Frodo, den einen Ring mit dem Gewicht eines Mühlsteins an seinem Hals baumelnd und zerfressen von Zweifeln an dem getreuen Sam und dem gepeinigten Gollum, die letzten und schwersten Meter seiner Reise zurück zu legen hat: ein beinahe intimer und dennoch auf der größtmöglichen Leinwand gemalter Gegenpol zum Wahnsinn von Minas Tirith und später vor dem Schwarzen Tor von Mordor. Dass der Film nach getaner Arbeit gar kein Ende finden will und gleich mehrere Abblendemomente anbietet, ist nicht nur zeihbar, sondern auch wichtig, will Peter Jackson seinen Zehnstunden-Gewaltakt gebührend zum Abschluss bringen und gleichzeitig Tolkiens Vorlage gerecht werden. Es mag sich um das Ende einer Welt handeln, aber dennoch endet 'Die Rückkehr des Königs' mit einem Moment der Hoffnung. Derart wird man gerne aus dem Kino entlassen - um sich gleich wieder in die Schlange vor der Kasse einzureihen, um die wunderbaren Darsteller, die exzellenten Effekte und die unzählbare Menge unvergesslicher Momente, kurz: Filmmagie pur erneut zu erleben. ts.