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Vorneweg: Komponist Howard Shore hat den kompletten Score, in enger Abstimmung mit Regisseur Peter Jackson, als Gesamtwerk gestaltet, das -- im Einklang mit den einzelnen Filmfolgen -- in drei Teile aufgeteilt worden ist. Beim Anhören von Die Rückkehr des Königs fällt auf, dass dieser Part mit den beiden Vorläufern -- abgesehen von seiner epischen Natur -- nur relativ wenig gemeinsam hat. Zwar sind natürlich wieder das London Philharmonic Orchestra sowie der Chor The London Voices mit von der Partie, doch während Folge zwei die Fortführung und Weiterentwicklung der Themen des oscargekrönten Teil eins (Die Gefährten) gewesen ist, so trifft dieser Ausbau bekannter Klangmotive auf Kapitel drei nicht zu (sogar dem Herr der Ringe-Thema wird nur zwei-, dreimal Referenz erwiesen!). Sicher, es gibt zahlreiche Querverweise und Adaptionen, aber das war es dann auch. Wirklich Neues wird nicht geboten. Dazu kommt: Mit "Gondor's Theme" liegt diesmal nur ein markantes Thema vor (es wurde in "Minas Tirith", "The White Tree" und "The Steward Of Gondor" integriert).
Der Score selbst ist primär bombastisch mit beeindruckenden Chorälen. Es sind aber gerade die ruhigen, stimmungsvollen Passagen, welche eine schöne Untermalung für Solo-Einlagen wie die des Starflötisten Sir James Galway, der US-Sopranistin Renée Fleming oder des bereits aus der Musik zu Die zwei Türme bekannten Vokalisten Ben del Maestro bieten. Nicht zu vergessen: Schauspieler Viggo "Aragorn" Mortensen spricht im Anschluss an "The Return Of The King" auf Elbisch seine Krönung ("Aragorn's Coronation")!
Äußerst zwiespältig fällt indes die Einschätzung des den Abspann untermalenden Songs mit Annie Lennox aus. Das orchestrale Arrangement von "Into The West" ist wenig beeindruckend und die Stimme der ehemaligen Eurythmics-Sängerin klingt in den höheren Tonlagen für die sanfte Pop-Ballade zu harsch, sprich unpassend. Da werden wehmütige Erinnerungen an Enyas märchenhaft-melancholisches "May It Be" aus Die Gefährten wach.
Separat für sich betrachtet, ist der Score zu Die Rückkehr des Königs musikalisch herausragend. Im Vergleich zu Die Gefährten und Die zwei Türme nimmt die CD aber nur Platz drei ein. Zu Shores Entschuldigung muss allerdings Folgendes festgestellt werden: Die vorliegende CD wurde besprochen auf der Grundlage, dass der Tonträger eine Spieldauer von 72 Minuten hat. Er enthält somit nur einen Teil von Shores gesamtem Score für das letzte Kapitel jener exzellenten Romanverfilmung, die eine Laufzeit von drei Stunden und elf Minuten umfasst! Wenn irgendwann ein Album mit der kompletten Musik veröffentlicht werden sollte, könnte das also auch ein neues Licht auf diesen Silberling werfen. Doch das ist eine andere Geschichte. --Thomas Hammerl
Dass hier die Schauspieler persönlich singen und keine professionellen Sänger als Ersatz engagiert wurden, gibt der Musik einen besonderen Flair.
Der Titelsong von Annie Lenox ist trotzdem noch besser als der Gesang von Viggo Mortensen und Billy Boyd ;-)
Er ist der beste von den dreien der Trilogie.
Vor allem bei dem Soundtrack zu den "Zwei Türmen" war durchaus nicht alles leicht hör- oder spielbar, daher überrascht der dritte Teil angenehm mit Titeln wie „The Stewart of Gondor" (mit einem erstaunlich fein gesungenen Solo von „Pippin" Billy Boyd), mit „Twilight and Shadow", bei dem (wie bei anderen Stücken auf dieser CD) die Weltklasse-Sopranistin Reneè Fleming verpflichtet wurde, oder „Andúril", das edel und majestätisch das Bruchtal-Thema aus dem ersten Film zitiert und die Übergabe des berühmten neugeschmiedeten Schwertes an Aragorn beschreibt.
Die Höhepunkte des Soundtracks aber sind die letzten drei Stücke: „The Return of the King" mit dem berühmten Flötisten James Galway, mir Reneé Fleming und Viggo Mortensen (Aragorn), der den Krönungsspruch des Königs halb raunt, halb singt - wie auch immer, es passt wunderbar. Danach kommt „The Grey Havens", bei dem eingefleischte Tolkien-Fans ihren Helden bereits an Bord des Elbenschiffes gehen sehen - weiche, melancholische Klangfarben mit irrisierenden Streichern und überraschenden Harmoniewechseln, die das Segensreich der Elben, dem Frodo entgegenfährt, bereits ahnen lassen. Und als krönender Abschluss das unglaublich schöne „Into the West" von Annie Lennox, bei dem sich die große Pop-Ikone abgesehen von zwei dramatischen Höhepunkten zu absoluter Sanftheit zurücknimmt... ein zärtliches Wiegenlied für einen müden Hobbit.
... Lesen Sie weiter... ›Howard Shore (u.a. PANIC ROOM und THE CELL) bietet auf THE RETURN OF THE KING 19 Stücke zur Auswahl, welche jedoch leider - auf einer einzigen CD vereint - nur einen Bruchteil des über 3-stündigen Gesamtscores darstellen. Zumindest sind die besten und einprägsamsten Stücke enthalten, von der einleitenden Titelmelodie (Track 1 : „A Storm is Comming") über das grandiose Thema von „Minas Tirith" (Track 3), den kurzen Gesangseinlagen von Pippin alias Billy Boyd (Track 5 „The Steward of Gondor") und Aragorn alias Viggo Mortensen (Track 17 „The Return of the King") bis hin zum Oscar prämierten Abschlusslied von Annie Lennox „Into the West".
Doch auch ohne den Film im Hinterkopf ,bietet sich dem Hörer eine starke Mischung aus bewegendender Klassik des 18. und 19.Jahrhunderts, meditativen Panflötenpassagen und kurzen Anklängen von fantastischen Oper- und Chorgesängen (u.a. mit Starsängerin Renée Flemming). Doch natürlich werden bei jedem Filmliebhaber Erinnerungen wach, wenn ein frisch gekrönter König Aragorn sein Stück in Elbisch zum Besten gibt, oder man den dezent melancholischen Klängen beim Abschied an den Grauen Anfurten (Track 18 „The Grey Havens") lauscht. Viele Stücke der CD eignen sich also bestens, um sich entspannt zurückzulehnen.
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