2003 fuhr ein weiterer Film in den Kinoolymp ein: Das atemberaubende Finale der größten Geschichte seit "Star Wars". Peter Jackson übertrumpfte nicht nur seine beiden Vorgänger, sondern ließ auch alle anderen hinter sich mit dem wohl großartigsten Filmshowdown aller Zeiten. 11 Oscars (mit den anderen beiden Teilen zusammen 18!) und eine Garantie auf Lebenszeit unvergessen zu bleiben, das waren die Preise für dieses Meisterwerk!
J. R. Tolkiens Bücher waren die Vorlage und Jackson verfilmte alle drei und besonders auf "Die Rückkehr des Königs" waren die Fans gespannt. Aber selbst die, die die Bücher nicht kannten, wollten unbedingt sehen, wie die Reise für Frodo, Sam, Aragorn und Gandalf letztendlich ausgeht. Und genau wie bei mir wurden sicherlich auch bei Millionen anderen Fans die (zurecht hohen) Erwartungen mehr als übertroffen...
Frodo und Sam werden vom heimtückischen Gollum weiter ins Innere Mordors geführt, wobei Sam Gollums Mordplänen auf die Schliche kommt. Frodo jedoch glaubt an das Gute in Gollum. Währendessen feiern Aragorn, Gandalf und König Theodin den Sieg bei Helms Klamm. Doch Saurons gesamte Streitmacht wächst von Neuem und bedroht nun Minas Tirith, das Herz Gondors. Die restlichen Gefährten müssen nun um Mittelerde kämpfen und wissen, dass es keinen Sieg gibt, solange Frodo den Ring nicht zerstört...
VORSICHT WEGEN SPOILER!
Jackson führt seine Geschichte, wie immer nahtlos weiter und macht Platz für Neuerungen: Minas Tirith, die Stadt der Könige, bei der der finale Kampf um Mittelerde entschieden werden soll. Zwar gibt es wenig neue Figuren, das liegt aber auch an den vorherigen Extended Versionen: Die Geschichte um Boromir, Faramir und deren Vater ist nun bekannt und alle anderen Charaktere werden nun näher beleuchtet und finden ihr entgültiges Schicksal.
Frodo und Sam gelangen zum Schicksalsberg, Aragorn muss sich mit seiner Bestimmung abfinden, um so Gondor zu retten und der Rest der Figuren kämpft Seite an Seite um das Überleben von Mittelerde. Und Gollum spielt natürlich noch eine Rolle in der Geschichte, wie Gandalf es im ersten Teil vorraus sagte...
Ist man einmal mitten drin, vergisst man schnell Alles um sich rum, so intensiv erlebe zumindestens ich "Der Herr der Ringe". Aber ich will nicht erzählen, was alle schon wissen, wer kennt denn "Herr der Ringe" noch nicht?
Dennoch muss ich einige Dinge nochmals loben:
Wie auch in beiden Teilen zuvor, gelingt Jackson eine geniale Optik, seien es Kostüme, Make Up, die umwerfenden Kulissen oder die auch die liebevollen Details in allem. Kein Wunder, dass diese Trilogie so absahnte bei den Oscars.
Trotzdem ist man immer wieder hin und weg: Jackson schafft es wie Tolkien, jede Menge Beachtung für die wunderschönen Landschaften Mittelerdes auf zu bringen. Minas Tirith ist mit Abstand die beeindruckenste Festung in "Herr der Ringe".
Der dritte Teil übertrumpft sich aber irgendwie in Allem: Es gibt unglaubliche Schlachten, dagegen wirkt der Kampf um Helms Klamm in "Die zwei Türme" wie eine kleine Prügelei. Der Krieg auf den Pelenor Feldern ist immer noch eins der spektakulärsten Dinge, die ich je gesehen habe. Und dennoch schafft es Jackson nicht Alles im Kitsch untergehen zu lassen und überzeugt mit einer ordentlichen Portion Horror, seien es die brutalen Olifanten oder Frodos Kampf mit sich selbst.
Die Schauspieler leisten wieder umwerfende Arbeit. Sieht man sich die Making Ofs an, so weiß man, dass der Dreh von "Der Herr der Ringe" genauso emotional war, wie der Film selbst. Elijah Wood und besonders Sean Astin sind meine Lieblinge in diesem Film und wahrscheinlich auch in der ganzen Geschichte. Beide spielen ihre Rollen so toll und ehrlich, da ist es kein Wunder, dass man am Ende selbst mit jeder Menge Tränen im Gesicht da sitzt. Apropos: Das Finale von "Der Herr der Ringe" ist für mich wohl eins der größten, wenn nicht sogar das größte Spektakel, was die Kinoleinwand je gesehen hat. Unbeschreiblich, wie bewegend doch ein Film sein kann und gerade hier fiebert man jede Minute mit und die vier Stunden kommen einem nur noch halb so lang vor!
Neben Jackson verdient auch ein weiterer ein Lob und Respekt auf Lebenszeit: Howard Shore, der Komponist dieser Wahnsinnsfilmmusik! Obwohl ich ein leidenschaftlicher Fan von John Williams bin, so bin ich immer wieder verblüfft, wie großartig und definitiv prägend Shores Score ist. Gerade bei "Der Rückkehr des Königs" lässt er alle Themen zusammenfließen und erschafft musikalisch die perfekte Symbiose aus Bild und Ton. Nur mit der Musik konnte "Der Herr der Ringe" am Ende so perfekt sein und jeder, der auch nur den Funken von Interesse an guten Filmscores hat, dem empfehle ich diesen Schatz!
Die Extended Version gewinnt natürlich wieder, gegenüber der Kinoversion! Gründe: Hunderte Szenen, die dem Geschehen mehr Sinn geben und vor Allem sehen wir Sachen, die man vergeblichst in der normalen Fassung vermisst hat. Zum Beispiel was mit Saruman letztendlich passiert, ein würdiges Ende für Eowen und noch viel mehr. Dies ist die längste(250 Minuten!), aber auch beste erweiterte Version, weil hier Nichts von der Dramaturgie und dem Verlauf verloren geht.
Genug geredet: Für alle Fans und alle, die es noch werden wollen, die klare Empfehlung an die erweiterten Versionen.
Mich hat "Der Herr der Ringe" geprägt, immerhin hat es keine andere Filmreihe geschafft mich so mitzureißen, geschweige denn zum Weinen zu bringen und ich bin sicher: Sowas wird es nie wieder geben! "Star Wars" und "Herr der Ringe", das ist Kino, das man nicht beschreiben kann!
Und wenn wir Glück haben, dürfen wir bald Jacksons "Hobbit" genießen, mit der alten Besetzung und dem gleichen Komponisten...