Auch wenn der Film etwas stiefmütterlich behandelt wird spätestens nach Peter Jacksons genialer Trilogie, finde ich, dass er auf seine Art einmalig ist.
Bedenkt man, dass 1978, als diese Version von "Der Herr der Ringe" entstand, es in Punkto Zeichentrick nichts anderes gab, als Disney, ist dieser Film vom Stil her so völlig anders, wie zuvor auch Bakshis "Fritz the cat".
Allein die ersten fünf Mintuten des Films werden drei völlig verschiedene Techniken eingesetzt. Zum einen verfremdete, mit realen Darstellern gefilmte Szenen, zum zweiten auf eine Leinwand geworfene Schatten real agierender und gefilmter Schauspieler sowie klassischer Zeichentrick. Bei den beiden erstgenannten muss man schon genau hinsehen, was was ist, um es zu erkennen.
Und dieser kühne Mix durchzieht den ganzen Film. So sieht man in der Taverne etwa echten Rauch durchs Bild schweben und die Gäste sind echte Schauspieler, leicht verfremdet, damit es wirkt, wie Zeichentrick.
Was diese Version von "Der Herr der Ringe" so einmalig macht, ist, dass dieser Mix nie wieder bei einem Film eingesetzt wurde. Er ist also optisch so einmalig, wie "300".
Auch wurde an Tolkiens Vorlage nichts verniedlicht. Die schwarzen Reiter sind finstere Gestalten und wenn sie auftauchen, wird auch die Grafik düsterer und Leonard Rosenmans Musik ebenfalls. Die FSK 12 Freigabe geht bei diesem Film völlig in Ordnung, eben weil er düsterer ist, als es Disney Filme dazu im Vergleich sind.
Disney erkannte die Klasse dieser Version von "Der Herr der Ringe" und schuf mit "Taran und der Zauberkessel" den ersten düsteren Disney mit eher gemischtem Ergebnis.
Diese Version von der "Der Herr der Ringe" geht bis zum Beginn der Schlacht um Helms Klamm. Und besieht man sich diesen Film und danach Peter Jacksons Filme bis zu dieser Stelle wird man diverse Kameraeinstellungen wiedererkennen, die er 1:1 übernommen hat. Doch auch wenn man sich Gandalfs Look von Hut und Kutte ansieht, sind sich Bakshis und Jacksons Filme verblüffend ähnlich.