Nachdem ich nun die Bände 1-3 regelrecht verschlungen hatte und (trotz verzeihbarer Schwächen) sehr genossen hatte, holte mich "Der Herr der Puppen" doch wieder auf den Boden der Tatsachen zurück... Über weite Strecken des Buches passiert so gut wie nichts, man hat das Gefühl, auf der Stelle zu treten, was äußerst frustrierend sein kann. Man wünscht sich ein wenig Abwechslung, jedoch passiert durchwegs kaum etwas, und wenn doch, dann ist es sehr kurz gehalten und schon wieder vorbei, bevor man sich richtig warm gelaufen hat.
Wie schon in allen anderen Büchern auch, kommt dieses Mal besonders extrem das Problem der unglaublich detailarmen, manchmal fast schon kindlichen Beschreibungen der wichtigsten Szenen, zur Oberfläche. Jedes Mal, wenn man besonders mitfiebert ist die Szene schon nach einigen schnellen, abgehackten Sätzen vorbei. Das kann sehr enttäuschend sein und mitunter wirklich traurig. Nahezu alle Szenen hätten weitaus mehr Potential gehabt! Besonders der Herr der Puppen wirkt mehr lächerlich als wirklich bedrohlich und überhaupt bekommt man so gut wie keine direkten Beschreibungen der eigentlichen Person...
ein großes Plus ist jedoch das sehr berührende Ende (nicht der eigentliche "Kampf" mit dem Herrn der Puppen, der wieder einmal nur gefühlt wenige Sekunden andauert, sondern die Handlung direkt danach, die den Konsequenzen des Ausgangs folgt). Die allerletzten Seiten des Buches haben mich doch sehr berührt und mich dann auch bewogen, den fünften Band zu kaufen und gleich einmal weiterzulesen.
In diesem Sinne hoffe ich auf einen weiteren spannenden Band im Stil des allerersten, der mich wirlich durchweg begeistern konnte!