Als alter Tolkien-Fan habe ich mich auf die Lektüre gefreut in der Hoffnung, es werde NICHT wieder eine jener geistlosen Verulkungen sein, die Tolkiens Werk zwar benutzen, aber nicht ehren (was m.E. jede gute Parodie tun sollte - vgl. die grandiosen Shakespeare-Parodien Terry Pratchetts). Jung ist zugutezuhalten, daß er hier ein offenbares Liebhaberprojekt teilen möchte, dem mit Überschreitung einer gewissen Promillegrenze durchaus ein gewisser Amusementwert abzugewinnen ist. Seine Namensverulkungen Allround für Elrond, Gard Ariel für die laszive Galadriel (das kennt man nun aus 'Bored of the Rings' schon...) und Pank Rog für Balrog sind repräsentativ für die ganze Geschichte, und wer diese freundliche, liebevolle Ansammlung von Flachwitzen mag, fand auch das "Scary Movie" gut. Spürbar ist, daß Jung das Original gut kennt, was ihn aber nicht daran hindert, manche Elemente äußerst unelegant neu zu kombinieren, um zu kürzen, wo ihm nichts einfällt. Seine ca. 15mal vorgebrachte Entschuldigung, die gesungenen Lieder seien im Blauen Buch nicht überliefert, ist nicht halb so lustig, wie er zu glauben scheint.
Alles in allem ein Liebhaberprojekt, das von mir für die pure Mühe und die qualitative Gleichwertigkeit mit 'Bored of the Rings' (Der Herr der Augenringe) zwei Punkte bekommt. Es ist allerdings möglich, Tolkien WESENTLICH besser zu parodieren - und dazu muß man nicht Pratchett heißen, wie der ein und andere Text aus "Das Vermächtnis des Rings" beweist.