Ich kann meinem Vorrezensenten nur aus vollstem Herzen zustimmen!
"Der Herr im Haus" (1940) zählt zu meinen Lieblingsfilmen. Hans Moser (als Hausmeister Sixtus Bader) im Gespann mit Leo Slezak (als Kammersänger Schellenberg) ist immer wieder sehenswert!
Ich bin mit dem Film aufgewachsen, er wurde in den 60er Jahren und danach oft im TV gezeigt. Meine liebe Oma war ein großer Moser-Fan, so habe ich mir den Film schon als Kind/Teenager mind. 5 x mit ihr angesehen... und es bis heute nie bereut. Im Gegenteil, ich sehe ihn auch heute noch gerne!:)
Hans Moser, als 'Johann Julier' am 6. August 1880 in Wien geboren, begann seine Karriere trotz seiner eher kleinen Statur (1,57 m) im Jahre 1918. Er ist seinem Publikum bis kurz vor seinem Tod (am 19.06.1964 in Wien) treu geblieben und hat in seiner 46jährigen Karriere an über 150 Film- und TV-Produktionen mitgewirkt.
Der 'Sixtus Bader' zählt zu seinen Paraderollen, da konnte er die ganze Bandbreite seines schauspielerischen Könnens ausbreiten. Vom Fast-Despoten, bis zum vermeintlich Unterwüfigen, vom grantelnden Hausmeister bis zum gespenstischen Napoleon Bonaparte, Moser hatte 'sie alle drauf' und konnte sich von einer Minute auf die andere in einen anderen Charakter verwandeln.
1961 hat er im hohen Alter von 81 Jahren als 'Zauberkönig' noch einmal eine herausragende Leistung in der ORF-Inszenierung 'Geschichten aus dem Wienerwald' von Ödon von Horvath aufs Parkett gelegt. Auch die anderen Mitwirkenden konnten sich sehen lassen, da wären u.a. Johanna Matz, Walter Kohut, Helmut Lohner, Helmut Qualtinger, Jane Tilden und Lotte Lang zu nennen. Solche erstklassigen TV-Produktionen gibt es heute im deutschsprachigen Raum nicht mehr! Der ORF wäre gut beraten, dieses und andere Meisterwerke wie z.B. 'Liliom' (sowohl mit Josef Meinrad als auch mit Helmut Lohner) auf DVD zu veröffentlichen.
Mosers kongenialer Gegenspieler Leo Slezak (* 18. August 1873) war ursprünglich ein Heldentenor, oder besser gesagt ein 'Mammuttenor vorsintflutlicher Größe', wie ein zeitgenössischer Kritiker ihn treffend beschrieb. Sein 'Pianissimo' war legendär, selbst auf den technisch noch unzulänglichen Schallplattenaufnahmen seiner Zeit fasziniert seine Stimme unter anderem mit erstaunlicher Textverständlichkeit. Mit einer Körpergröße von 195 cm und einem Gewicht von etwa 150 kg war er auch optisch eine markante Erscheinung.
Unzählige Anekdoten, deren Wahrheitgehalt allerdings nicht immer zweifelsfrei ist, berichten von Slezaks großem Humor, der ihn auch auf der Bühne nicht verließ: Als zum Beispiel in 'Lohengrin' ein Bühnentechniker den Schwan zu früh in Bewegung setzte, bevor der Tenor aufgestiegen war, soll er das verdutzte Publikum gefragt haben: 'Entschuldigen Sie, wann geht der nächste Schwan?'
Slezak hat der Nachwelt 4 hinreißende Taschenbüchlein: Meine sämtlichen Werke (1922), Der Wortbruch (1927), Der Rückfall (1940) sowie Mein Lebensmärchen (1948) hinterlassen.
Der böse 'Menarek' wurde von Fritz Odemar gespielt, dessen Sohn Erik Ode den älteren Zuschauern noch aus 97 Episoden von DER KOMMISSAR Herbert Keller (69-76) vertraut sein dürfte.
Mein Fazit: Für die Liebhaber alter deutscher Filme SEHR SEHENSWERT daher KLARE KAUFEMPFEHLUNG! *****
P.S.: Ich warte seit Jahren vergebens auf die Veröffentlichung von 'Herrn Josefs letzte Liebe (1959), in dem der 79jährige Hans Moser (als seinem Herrn treuergebener Diener Josef Redlich) einen besonders ans Herz gehenden Charakter verkörpert.
Der Film basiert auf Mosers eigenem Manuskript, er war ein sehr großer Tierfreund. Das macht ihn nur noch liebenswerter!