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"Der Held von Deutsch-Ostafrika": Paul von Lettow-Vorbeck: Ein preußischer Kolonialoffizier
 
 
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"Der Held von Deutsch-Ostafrika": Paul von Lettow-Vorbeck: Ein preußischer Kolonialoffizier [Gebundene Ausgabe]

Eckard Michels
4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Die glänzend geschriebene Biographie eines der populärsten deutschen Generäle des Ersten Weltkriegs. Der Kommandeur der deutschen Schutztruppe in Ostafrika kapitulierte nach erbitterten vierjährigen Kämpfen erst zwei Wochen nach Kriegsende in Europa. Angeblich »im Felde unbesiegt«, wurde er nach 1918 zu einer Ikone der Republikgegner und Kolonialrevisionisten.Eckard Michels, Autor des vielbeachteten Standardwerks »Deutsche in der Fremdenlegion«, zeichnet in seiner spannenden Biographie mit klaren Strichen das Leben eines Kolonialoffiziers, dessen Werdegang und Lebenswelt bis 1914 ihn als typischen Repräsentanten adeliger preußischer Militärdynastien ausweisen. Obwohl Lettow-Vorbeck wesentliche Teile seiner Karriere in Übersee verbrachte, in China, Deutsch-Südwest- und Deutsch-Ostafrika, blieb er in seinem Denken und Handeln ganz mitteleuropäisch geprägt.Die Darstellung ist für den deutschen Sprachraum zugleich die erste aus den Quellen geschriebene, wissenschaftlich fundierte Geschichte des Krieges in Ostafrika, der Lettow-Vorbeck berühmt machte. Das Buch verdeutlicht, dass dieser Krieg kein »ritterlicher Kampf« zwischen der von ihm befehligten deutschen Schutztruppe und ihren weit überlegenen britischen, südafrikanischen, belgischen und portugiesischen Gegnern war, sondern ein rücksichtsloser Kleinkrieg, der vor allem eine humanitäre Katastrophe für die afrikanische Zivilbevölkerung bedeutete.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
17 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Der Historiker Eckard Michels gliedert seine Biographie "Paul von Lettow-Vorbeck" in drei etwa gleich umfangreiche Teile:
Im ersten Teil, "Protektion und Leistung: Stationen einer militärischen Karriere im Kaiserreich 1870-1930", wird der Typus eines wilhelminischen Offiziers mit seiner Erziehung, Bildung und Ausbildung beschrieben. Zwei Kapitel, "Einsatz in China" und "Krieg in Deutsch-Südwestafrika", enthalten kurzweilige, schonungslose Resümees deutscher Militäroperationen in den Kolonien vor dem ersten Weltkrieg. Lettow bleibt in diesem ersten Teil eine Randfigur seiner eigenen Biographie. Immer wieder wird ungerechtfertigt, da nicht belegt, vom Muster des preußischen Offiziers auf die Person Lettows geschlossen. Der Drang des späteren Generals in die Kolonien wird wiederholt mit besseren Karrierechancen nach der Heimkehr erklärt. Träfe dies zu, wären die Kolonien voller aufstrebender, vielversprechender Offiziere gewesen, was nachweislich nicht der Fall war. Lettows wirkliche Motivation bleibt im Dunkeln.
Der zweite Teil, "Der Kommandeur: Ostafrika 1914-1918", ist eine wenig mitreißende Zusammenstellung von Truppenbewegungen, strategischen und taktischen Entscheidungen sowie von Daten zur Personalausstattung, Bewaffnung und Ausrüstung der kriegführenden Parteien. Die Leiden der autochthonen Bevölkerung und der Soldaten aller Seiten werden zwar numerisch erfasst, aber nicht greifbar gemacht. Die Persönlichkeit Lettows bleibt auch in diesem Kapitel blass. Es bleibt unklar, was von einem Offizier in seiner Lage erwartet werden durfte und ob sich Lettow davon abhob. Wenn auch nicht so eklatant wie in vergleichbaren Werken wird der Fehler begangen, eine Person der Geschichte mit den heutigen Maßstäben zu messen. Gebetsmühlenartig wird Lettow als einseitig denkend, engstirnig, borniert dargestellt. Trifft dies, aus gegenwärtiger Sicht, nicht auf die überwiegende Mehrheit der damaligen Bevölkerung zu, der weitere einhundert Jahre Geschichtserfahrung und die heute so wohlfeile Bildung fehlten? Es wäre sinnvoll, lediglich die Maßstäbe der damaligen Zeit anzulegen. Aussagen von Zeitzeugen über Lettow werden in diesem Teil der Biographie jedoch nur sporadisch zitiert, um sogleich als nachträglich "frisiert" und unglaubwürdig abgetan zu werden, sofern sie ein positives Zeugnis ablegen. Allerdings räumt das Buch überzeugend mit der Legende vom gegenüber den einheimischen Völkern Ostafrikas rücksichtsvoll operierenden Feldherrn und wohlmeinenden Kommandeur der schwarzen Askari und Träger auf.
Der dritte Teil, "Der Kolonialheld 1919-1964", zeichnet, wohl auch wegen der besseren Quellenlage, in dieser letzten Lebensphase ein differenzierteres Bild Lettows, das hinreichend detailliert und hinterlegt ist, um dem Leser eine eigene Bewertung zu ermöglichen.
Das Buch ist über lange Strecken unterhaltsam. Indes wird die Lektüre durch eine Vielzahl endlos verschachtelter Sätze, den spärlichen Gebrauch der Interpunktion und nicht zuletzt durch zahlreiche formale Fehler, die dem Verlag anzulasten sind, getrübt.
Empfehlenswert ist das Buch für alle, die sich für die deutsche Militärgeschichte zwischen den Vereinigungskriegen und dem Ende des Ersten Weltkriegs interessieren. Wer sich über die deutsche Kolonialgeschichte informieren möchte, wird manche Lücke füllen können. Auf eine wirklich aussagefähige Biographie Lettow-Vorbecks muss hingegen weiterhin gewartet werden.
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Von Biographiensammler TOP 500 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
... ist Eckard Michels Biographie "Der Held von Deutsch-Ostafrika. Paul von Lettow-Vorbeck. Ein preußischer Kolonialoffizier" und für militärgeschichtlich oder an der Geschichte des deutschen Kaiserreiches interessierte Leser unbedingt zu empfehlen.

Michels betrachtet und erklärt Lettow-Vorbeck aus seiner Zeit heraus und versucht den Blick durch die getrübte Brille des Nachgeborenen zu vermeiden. Michels entwirft das Bild eines standesbewussten Vertreter des preußischen Landadels, der aus Familientradition und wirtschaftliche Notwendigkeit heraus den Offizierberuf ergriff und durch seine Erziehung im Kadettenkorps geprägt war. Lettow-Vorbeck brachte zwar den Vorteil des "guten Namens" mit, musste sich seine Karriere dennoch mühsam erarbeiten und wäre beinahe an der Aufnahmeprüfung zur Kriegsschule gescheitert. Sein Sinn für technische Neuerungen, seine guten Englischkenntnisse und seine Zielstrebigkeit nach beruflichem Aufstieg waren die Triebfedern seiner Karriere, die ihn über die Teilnahmen am Boxeraufstand und am Krieg in Deutsch Südwestafrika sowie Verwendungen in Deutschland schließlich an die Spitze der kaiserlichen Schutztruppe von Ostafrika beförderten. Der Aufstieg Lettow-Vorbecks wird von Michels im ersten Teil seines Buches umfassend dargestellt, die Lettow-Vorbecks bestimmenden Größen aufgezeigt und seine Persönlichkeit gut erklärt.

Lettow-Vorbeck hatte dabei Lehren aus seinen Einsätzen in Übersee gezogen, die er konsequent während der Führung der Kräfte die Deutsch-Ostafrika umsetzte. Sein fünfjähriger Widerstand gegen die überlegenen alliierten Truppen, mit rücksichtslosem Einsatz gegen die einheimische Bevölkerung und eigene Truppe geführt und vor allem mehr als hunderttausend toten Einheimischen erkauft, ließen Lettow-Vorbeck nach Ende des I. Weltkrieges zum Kriegsheld aufsteigen, während des Krieges wurde die Auseinandersetzung auf afrikanischem Boden in der Heimat eher peripher betrachtet. Michels widmet den Hauptanteil seines Buches der Rolle Lettow-Vorbecks in Ostafrika, wobei er sich ab und an zu sehr in militärischen Details verliert. Gleichzeitig erhält der Leser ein Persönlichkeitsprofil Lettow-Vorbecks als militärischer Führer, in dem Michels auch deutlich den rüden und rücksichtslosen Umgang mit den eigene Untergeben darstellt sowie die Legende der treuen Askaris auf das richtige Maß zurechtstutzt.

Der dritte Teil des Buches in Lettow-Vorbecks Zeit nach Ende des I. Weltkrieges gewidmet. Michels zeigt auf, wie sehr Lettow-Vorbeck seinen eigenen Beitrag zur Legendenbildung um seine Person und die Kriegführung in Ostafrika leistete, kritische Stimmen unterdrückte und sich den Kult um seine Person befeuerte.

Im Summenzug eine lesenswerte, faktenreiche und interessante Biographie, die dem Leser tiefe und weitgehende Einblicke in Selbstverständnis und Denkweise eines Vertreters der militärischen Elite des Kaiserreiches gibt. Somit leistet dieses Buch einen wertvollen Beitrag zum Verständnis der deutschen Militärgeschichte und ist daher zu empfehlen.
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9 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von E. Witt
Format:Gebundene Ausgabe
Auf Lettow-Vorbeck stieß ich, als im Fernsehen vor etwa zwei Jahren der Dreiteiler 'Afrika Mon Amour' mit Iris Berben lief. Der Fernsehfilm zeigt die Abenteuer einer geschiedenen Frau vor dem Hintergrund des Ersten Weltkriegs in Ostafrika. Seitdem ist mein Interesse für deutsche Kolonialgeschichte geweckt und ich freue mich über alle seriösen Informationen zu diesem Thema. Leider sind wissenschaftlich fundierte Darstellungen, welche diesen häufig vernachlässigten Teil unserer deutschen Geschichte insbesondere auch unter Berücksichtigung der damaligen Anschauungen seriös und ohne eine Wertung vorwegnehmend aufbereiten ausgesprochen selten.

Umso größer ist die Leistung von Michels zu bewerten, welcher im Rahmen einer Biographie über einen der wichtigsten Protagonisten deutscher Kolonialgeschichte ' Paul von Lettow-Vorbeck (Kommandeur der deutschen Schutztruppe in Ostafrika von 1914-1918) ' eine seriöse historische Aufarbeitung der damaligen Ereignisse vornimmt. Das Buch ist nicht nur umfangreich recherchiert und mit zahlreichen Quellen belegt sondern ' - für eine derartige wissenschaftliche Aufbereitung selten genug - spannend und auch für den interessierten 'Hobby-Historiker' bestens verständlich geschrieben.

Die Biographie befasst sich im ersten Teil mit dem gesellschaftlichen Hintergrund, der Ausbildung und typischen Karrierewegen preussisch-deutscher Offiziere. Diese entfalteten sich laut Michels für so ambitionierte Offiziere wie Lettow-Vorbeck zwischen den Polen 'Leistung und Protektion', das heisst steigender Anforderungen an den Soldatenberuf nach 1870 wegen der Wandelung des Krieges einerseits wie auch Elementen der Protektion für Söhne des preussischen Adels durch die Hohenzollernmonarchie andererseits. Deutlich wird auch, dass Kolonialeinsätze wie jene Lettow-Vorbecks im 'Boxeraufstand' 1900/1 und im Herero- und Namakrieg 1904-1907 nicht von entscheidender Bedeutung für die Karriere deutscher Offiziere waren, noch ihr militärisches Denken nachhaltig beeinflussten. Das Buch ist im ersten Teil mehr eine Art Sozial- und Kulturgeschichte des preussischen, aristokratischen Offiziers am Beispiel Lettow-Vorbecks als eine Individualbiographie.

Im zweiten Teil wendet sich Michels dem Krieg in Ostafrika zwischen 1914 und 1918 zu. Es wird deutlich, dass Lettow-Vorbeck zwar ein geschickter und äussert zäher militärischer Kommandeur war, dem es immer wieder gelang, der Übermacht der Gegner auszuweichen. Zugleich nahm seine Straegie aber den Tod von hunderttausenden von Afrikanern in Kauf, in dem sie diesen die Lebensgrundlage entzog durch Requirierung von Lebensmitteln und Arbeitskräften, die mehr oder weniger als Sklaven Trägerdienste für seine Truppen leisten mussten und dabei zu Tode geschunden wurden. Wer sich für Militärgeschichte interessiert, kommt vor allem in diesem Kapitel auf seine Kosten, ohne dass sich je die Darstellung des Krieges in einer ermüdenden Aufzählung von Schlachten erschöpft. Vielmehr werden ebenso wirtschaftliche, medizinische, politische und militärsoziologische Aspekte mit einbezogen um zu erklären, warum es Lettow-Vorbeck gelang so lange im afrikanischen Busch auszuhalten.

Im dritten Teil verfolgt Michels dann Lettow-Vorbecks Leben nach 1918. Er zeigt, wie der General den Krieg in Ostafrika und die ihm bewiesene Treue seiner afrikanischen Söldner ('Askaris') instrumentalisierte, um die Rückgabe der Kolonien an Deutschland zu erwirken und wie er zugleich zu eine Symbolfigur der antirepublikanischen Kräfte in der Weimarer Republik wurde. Auch hier gelingt Michels eine gute Balance zwischen der Person Lettow-Vorbecks und ihren Aktionen sowie ihrer gesellschaftlichen Einbettung in bestimmte politische Zeitströmungen. Ebenso erklärt er prägnant, warum Lettow-Vorbeck selbst nach 1945 trotz seiner Kollaboration mit den Nationalsozialisten und ungeachtet des sich abzeichnenden Endes der Kolonialreiche in der jungen Bundesrepublik weiterhin öffentlich geehrt wurde, und zwar über seinen Tod 1964 hinaus.

Alles in allem ist diese Biographie weniger die individuelle Lebensgeschichte eines Menschen. Bei diesem Buch handelt es sich vielmehr um ein wichtiges und zugleich spannend geschriebenes Buch zur deutschen Militär-, Kolonial- und Politikgeschichte vom Kaiserreich bis in die Bundesrepublik der sechziger Jahre.

Unter diesem Aspekt konsequent und trotzdem bedauerlich fehlt in dieser Biographie lediglich eine tiefere Auseinandersetzung mit dem Menschen Lettow-Vorbeck. Sein Privatleben wird nur am Rande gestreift obwohl sich hier spannende Aspekte seiner Persönlichkeit verbergen: Z.B. wurde Lettow um die Jahrhundertwende von seinem Vater aufgrund eines Zerwürfnisses zeitweise enterbt. 1913 traf Lettow bei seiner Reise nach Ostafrika auf Tania Blixen ('Jenseits von Afrika'), freundete sich mit dieser an und hatte bis in die fünfziger Jahre hinein sporadischen Kontakt. Laut Ada Schnee, der Gattin des Gouverneurs von Deutsch-Ostafrika, war Lettow 'kein Mann für Frauen und' fühlte 'sich am wohlsten auf Safari oder im Feld.' 1919 hatte es der 49jährige Lettow unmittelbar nach seiner Rückkehr aus Ostafrika ausgesprochen eilig zu heiraten. Statt seine Chancen als gefeierter Kolonialheld auf dem preußischen Heiratsmarkt zu nutzen, telegrafierte Lettow schon während seiner Bahnfahrt nach Berlin an seine zwischenzeitlich geschiedene Jugendliebe (Martha Wallroth). Seiner Bitte, ihn in Berlin zu treffen kam diese am 4.3.1919 nach. Bereits einen Tag später, am 5.3.1919 (sic!) heirateten die beiden. (Man bedenke, den damaligen Skandal, den das ausgelöst haben muss...)
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