Mir ist die Version mit H. Rühmann ebenso bekannt, wie die Theater Version mit Otto Sander. Ich muss jedoch eingestehen, dass die Version mit Juhnke die beste von allen ist.
Für mich persönlich ist Juhnke eh einer der besten Schauspieler gewesen, die wir je hatten.
Er gibt der Figur das Tragische, das Rührselige. Allein sein Monolog:
Zitat aus dem Buch von Carl Zuckmayer:
"Willem Voigt, wat haste jemacht mit deinem Leben? Und da muß ick sagen - Fußmatte, muß ick sagen. Die hab ick jeflochten im Jefängnis, und denn sind se alle druff rumjetrampelt, muß ick sagen. Und zum Schluß haste jeröchelt und jewürcht, um det bißchen Luft, und denn wars aus. Det sagse vor Gott, Mensch. Aber der sagt zu dir: Jeh wech! Sagt er! Ausweisung! Sagt er! Dafür hab ick dir det Leben nich jeschenkt, sagt er! Det biste mir schuldig! Wo is et? Wat haste mit jemacht?"
Spätendens an dieser Stelle schluckt ein jeder. Ich habe noch nie jemanden erlebte, den dieses kalt lässt.
Juhnke spielt hervorragend. Er ist Willem Voigt!!!
Allein sein Berliner Akzent. Wunderbar, ich bin immer noch traurig, dass es Juhnke nicht mehr gibt. Mit solchen Filmen lebt er fort.
Die Geschichte selber ist bekannt; sie beruht auf einer Tatsache und zeigt Deutschland kurz vor dem Rande des Abgrundes. Die kommende europäische Tragödie zeichnet sich im Militarismus und der Uniformverliebtheit der Deutschen ab.
So traurig es sich liest, die soziale Kritik kann immer noch heute angewandt werden. Der Bürokratismus herrscht weiterhin, Herz und Engagement sind weiterhin in der Minderheit.
Der Mensch zählt nichts, Rang und Prestige dagegen exorbitant.
Ich behaupte hier, diesen Film muß man gesehen haben. Es hat seine komische Seite, zeigt auch das es immer mindestens mehr als einen Weg im Leben gibt.
Übrigens, Kaiser Wilhelm II. Soll Humor gezeigt haben und so die Begnadigung erwirkt haben.
Rückblickend eine Schande für die Deutschen, aus menschlicher Sicht. Schaue ich mir viele Institutionen an, hat sich nicht viel verändert.
Viel Spaß beim Schauen.