Neu kaufen

oder
Loggen Sie sich ein, um 1-Click® einzuschalten.
oder
Mit kostenloser Probeteilnahme bei Amazon Prime. Melden Sie sich während des Bestellvorgangs an. Erfahren Sie mehr
Gebraucht kaufen
Gebraucht - Sehr gut Informationen anzeigen
Preis: EUR 15,29

oder
Loggen Sie sich ein, um 1-Click® einzuschalten.
 
   
Alle Angebote
Möchten Sie verkaufen? Hier verkaufen
oder
gegen einen Amazon.de Gutschein über EUR 7,50 eintauschen?
Der Hase mit den Bernsteinaugen: Das verborgene Erbe der Familie Ephrussi
 
 
Den Verlag informieren!
Ich möchte dieses Buch auf dem Kindle lesen.

Sie haben keinen Kindle? Hier kaufen oder eine gratis Kindle Lese-App herunterladen.

Der Hase mit den Bernsteinaugen: Das verborgene Erbe der Familie Ephrussi [Gebundene Ausgabe]

Edmund de Waal , Brigitte Hilzensauer
4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (33 Kundenrezensionen)
Preis: EUR 19,90 kostenlose Lieferung. Siehe Details.
  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o
Auf Lager.
Verkauf und Versand durch Amazon.de. Geschenkverpackung verfügbar.
Lieferung bis Donnerstag, 31. Mai: Wählen Sie an der Kasse Morning-Express. Siehe Details.

Weitere Ausgaben

Amazon-Preis Neu ab Gebraucht ab
Gebundene Ausgabe EUR 19,90  
Gutschein erhalten
Tauschen Sie jetzt Der Hase mit den Bernsteinaugen: Das verborgene Erbe der Familie Ephrussi gegen einen Amazon-Gutschein in Höhe von EUR 7,50 ein - einlösbar für Tausende von Artikeln bei Amazon.de. Entdecken Sie mehr eintauschbare Bücher im Bücher Trade-In Shop. Bitte beachten Sie die Teilnahmebedingungen.

Jetzt für Amazon Student anmelden und um 20% erhöhten Eintauschwert sichern.

Videos ansehen



Wird oft zusammen gekauft

Kunden kaufen diesen Artikel zusammen mit The Hare with Amber Eyes: A Hidden Inheritance EUR 10,00

Der Hase mit den Bernsteinaugen: Das verborgene Erbe der Familie Ephrussi + The Hare with Amber Eyes: A Hidden Inheritance
Preis für beide: EUR 29,90

Verfügbarkeit und Versanddetails anzeigen

  • Dieser Artikel: Der Hase mit den Bernsteinaugen: Das verborgene Erbe der Familie Ephrussi

    Auf Lager.
    Verkauf und Versand durch Amazon.de.
    Kostenlose Lieferung bei einem Bestellwert ab EUR 20. Details

  • The Hare with Amber Eyes: A Hidden Inheritance

    Auf Lager.
    Verkauf und Versand durch Amazon.de.
    Kostenlose Lieferung bei einem Bestellwert ab EUR 20. Details


Kunden, die diesen Artikel gekauft haben, kauften auch


Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 352 Seiten
  • Verlag: Paul Zsolnay Verlag Ges. m.b.H.; Auflage: 19 (29. August 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3552055568
  • ISBN-13: 978-3552055568
  • Größe und/oder Gewicht: 21,8 x 15 x 3 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (33 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 732 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Das Buch hat einiges von einem Netsuke: es ist so kompakt wie fein ziseliert, so charismatisch wie subtil. Der Blick darauf schärft das Auge gleichermaßen für das Detail wie er die Vorstellungskraft entzündet und seinen Gegenstand in den Wunsch hinein erweitert, mehr und immer mehr erfahren zu wollen." Gudrun Hamböck, Ö1 ex libris, 18.09.11 "Ein Buch, das man nicht genug preisen kann – für seine Liebe und seine Neugier, für seine Sorgfalt und Souplesse im Umgang mit tragischen Wirklichkeiten; dafür, dass es in Hinblick auf scheinbar Bekanntes ungeahnte Horizonte aufreisst; dass es die Grösse der versunkenen jüdisch-europäischen Kultur belegt, das Sinn-Universum der Familie beschwört und daran erinnert, dass wir Menschen nicht allein sind. Denn es gibt den Trost von Dingen, die uns als Zeugen begleiten und uns in eine Ordnung rücken, ohne dass wir es ahnen. (...) Selten ist einem eine Kartografie jüdischer Erinnerung so unter die Haut gefahren wie diese." Andreas Breitenstein, Neue Zürcher Zeitung, 20.09.11 "In de Waals Darstellung wird eines der finstersten Kapitel europäischer Historie aus der Perspektive der Urgroßeltern so lebendig wie wohl kaum je sonst. (…) Eines der schönsten Bücher der Gegenwart". Peter Stephan Jungk, Die Welt, 08.10.11 "De Waal ist ein ästhetisch sensibler, sorgfältiger, künstlerisch gebildeter und leicht melancholischer Familienerzähler. Gerade seine zurückhaltende, noble Erzählweise gibt den finsteren Kapiteln der Enteignung, Misshandlung und Vertreibung der Wiener Ephrussis eine herzzerreißende Intensität. Eines der bewegendsten Bücher dieses Herbstes." Sigrid Löffler, rbb, 10.10.2011

"Weniger ein Erinnerungs- denn ein Einfühlungsbuch, zeigt diese Spurenlese in der Geschichte einer sehr vermögenden Familie, dass in der eigenen Bescheidenheit zu jeder Zeit die größte Eleganz liegt. ... Eine unbedingt zu erlesende Kostbarkeit." Felicitas von Lovenberg, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.08.11 "Ein hinreißendes Leseerlebnis! Ein bescheidenerer, diskreterer und feinsinnigerer Chronist als de Waal ist nicht denkbar." Julia Kospach, Die Presse, 20.08.11 "Einzigartig in seiner Mischung aus akribischer Recherche und ungewöhnlicher Liebe zu Details. (…) Seine Sprache ist nüchtern, elegant und präzise, sein Interesse an Details lässt einen die Vergangenheit sinnlich erfahren." Johanna Adorján, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 21.08.11 "Edmund de Waals Buch, in England sofort auf den Bestsellerlisten, verführt wie ein japanischer Garten im Detail, das immer auf ein unsichtbares Ganzes verweist. Es ist unbedingt zu lesen - nicht nur von Sammlern." Anja Hirsch, WDR3 Passagen, 29.08.11 "Es fängt winzig an. Edmund de Waal hält eine aus Kastanienholz geschnitzte Mispel, eine Rosenfrucht, in seinen Händen. […] Und am Ende wird aus dem Kleinen, Winzigen etwas ganz Großes: ein Buch über die Geschichte Asiens und Europas, die Dekadenz des Bürgertums, den Antisemitismus der vergangenen beiden Jahrhunderte, die Kunst des Impressionismus, auch über Liebe, Angst und Verlust, und vor allem beschreibt de Waal den Niedergang dieser, seiner Familie." Johan Dehoust, Der Spiegel, 12.09.11 "So hat man eine derartige Geschichte noch nie gelesen - ein Meisterstück. Brillant, unsentimental, aber voller Empathie." Marianne Enigl, Profil, 22.08.11

Kurzbeschreibung

264 Netsuke, Miniatur-Schnitzereien aus Holz und Elfenbein aus Japan, liegen in der Vitrine des britischen Keramikkünstlers Edmund de Waal, Nachkomme der jüdischen Familie Ephrussi. Wie sie dorthin gelangten, erzählt de Waal in einem Erinnerungsbuch, das vom Paris der Belle Époque ins Wien des Fin de siècle führt und vom Tokio der 1950er Jahre über Odessa nach London. Die Ephrussi, einst an Reichtum und Einfluss den Rothschilds ebenbürtig, erlebten mit dem „Anschluss“ 1938 den Niedergang - ihr gesamtes Vermögen wurde arisiert. Eine außergewöhnliche Familiengeschichte, eine Wunderkammer, eine brillant geschriebene Erkundung über Besitz und Verlust, über das Leben der Dinge und die Fortdauer der Erinnerung.

Welche anderen Artikel kaufen Kunden, nachdem sie diesen Artikel angesehen haben?


In diesem Buch (Mehr dazu)
Ausgewählte Seiten ansehen
Buchdeckel | Copyright | Inhaltsverzeichnis | Auszug
Hier reinlesen und suchen:

Tags, die Kunden mit diesem Produkt verbinden

 (Was ist das?)
Klicken Sie zum Suchen verwandter Artikel, Diskussionen oder Personen auf ein Tag.
 
(1)

 

Eine digitale Version dieses Buchs im Kindle-Shop verkaufen

Wenn Sie ein Verleger oder Autor sind und die digitalen Rechte an einem Buch haben, können Sie die digitale Version des Buchs in unserem Kindle-Shop verkaufen. Weitere Informationen

Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
66 von 73 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Günter Nawe "Herodot" TOP 100 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe
Ein Buch, wie es einem selten unterkommt. Geschrieben von Edmund de Waal, Nachkomme der jüdischen Getreidehändler- und späteren Bankiersfamilie Ephrussi. Und damit ist ein literarisches Ereignis erster Güte zu vermelden; ein Familienroman, eine Kunst-, Kultur- und Zeitgeschichte und vieles mehr. Eine Geschichte des Geschmacks auch und der Gefühle. Vor allem aber ist "Der Hase mit den Bernsteinaugen" eine fantastische, eine höchst spannende und dramatische Erzählung - wie sie, beginnend im Europa des ausgehenden 19. Jahrhunderts bis ins Heute hinein, beispielhaft ist.

De Waal, Professor für Keramik an der Universität London, hat sich auf die Spur seiner illustren Familie begeben Mit dieser Familiengeschichte eng verbunden sind 264 Netsukes, kleine japanische Figuren. Sie sind der Leitfaden, an dem entlang Edmund de Waal erzählt und schreibt. Ihm war daran gelegen zu zeigen, wie über Objekte Erinnerungen bewahrt und transportiert werden können. Und das ist ihm bestens gelungen.

Von Tokio kamen diese wunderbaren Figürchen, darunter der titelgebenden "Hase mit den Bernsteinaugen", einst zu Charles Baron Ephrussi nach Paris. Dieser Charles, geboren in Odessa, Kunstsammler und -historiker, Freund von Künstlern und Literaten und nicht zuletzt Lebemann und Vorbild für Charles Swann in Marcel Prousts "Recherche", ist eine der interessantesten Figuren in diesem Buch. Wer sich über die faszinierende Schilderung de Waals hinaus ein Bild von ihm machen möchte: Charles Baron Ephrussi ist auf Renoirs Gemälde "Déjeuner des canotiers" zu erkennen.

Höchst abenteuerlich ist der weitere Weg dieser japanischen Miniaturen durch Zeiten und Länder. Von den Pariser Salons nach Wien, wo Viktor und Emmy Ephrussi im Palais in der berühmten Ringstraße residierten. Kultiviert wie alle Ephrussis, vor allem aber schwer reich und mehr an den materiellen Dingen interessiert sind die Odessaer Abkömmlinge wie ihre Vorfahren berühmt, aber nicht immer geliebt. Theodor Herzl hat sie als "Spekulanten" beschimpft. Und auch Isaak Babel war ihnen nicht besonders freundlich gesinnt. Nicht zuletzt "erscheinen" sie "literarisiert" bei Joseph Roth.

Zu ihnen also kamen die 264 Netsukes - und fanden Platz im Ankleidezimmer von Emmy. Hier wurden zum Spielzeug der Kinder. Hier waren die kleinen Kunstwerke "Zeugen" intimer Verrichtungen, wurden sie ein weiteres Mal zu Objekten der Erinnerung. Elisabeth, die Großmutter des Autors, weiß davon zu "erzählen". Auch von der weiteren und nun schrecklichen Geschichte der Familie. Die Ephrussis musste den politischen Ereignissen und Entwicklungen ihren Tribut zahlen. An dieser Stelle wird Weltgeschichte zur Familiengeschichte. Durch den ersten Weltkrieg verursacht verliert die Familie an Einfluss und Renommé. Wenig später sollte für die Juden Ephrussi der Anschluss Östeerreichs an das Nazideutschland sogar lebensgefährliche Folgen haben.

Edmund de Waal hat gründlich geforscht und akribisch recherchiert: in Archiven, Museen und wo immer sich etwas über seine Familie finden ließ. Das entspricht seiner Intension. Er wollte "...keine nostalgische Familiengeschichte über verlorenen Glanz und Ruhm schreiben". "Es sollte nicht sentimental im Tonfall sein, ich hasse nämlich solche Bücher. Mein Anliegen war es, die Geschichte meiner Familie so realitätsnah wie möglich festzuhalten, ohne dabei peinlich zu werden". So der Autor.

Das ist er in keiner Zeile - weder nostalgisch noch sentimental. Auch nicht, wenn er von der "Rettung" der Netsukes erzählt. Obwohl die Nazihorden das Wiener Palais verwüsten und plündern, entgehen ihnen die kleinen Kunstwerke - dank des alten Hausmädchens Anna, die "war damals so mutig und hat die Netsuke-Sammlung vor den Nazis cversteckt, aufbewahrt und meiner Familie wieder zurückgegeben".

Und damit - der Kreis schließt sich - gelangen die Miniatur-Kunstwerke, die Familie ist mittlerweile in aller Welt verstreut, wieder nach Tokio, zum Herkunftsort. Bis sie jetzt in London ihren hoffentlich endgültigen Platz gefunden haben.

Edmund de Waal schreibt in einem höchst eleganten Stil, brillant und wortmächtig. So ist ihm eine wunderbare, ja unvergleichliche Familienchronik gelungen - durch die Zeiten hinweg, über das Leben der Dingen und der Menschen, die sie besitzen; und über die bleibende Erinnerung daran.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
44 von 50 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Th. Leibfried TOP 500 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe|Amazon Vine™ Rezension (Was ist das?)
Wie häufig kommt es vor, dass man als Leser gar nicht weiß, auf was man sich bei einem Buch einlässt und dann vollkommen überrascht wird, positiv nämlich? So ist es mir gegangen bei dieser Familiengeschichte von Edmund de Waal, einem britischen Professor für Keramik mit britisch-niederländisch-österreichisch-russischen Wurzeln, die einen Zeitraum von 1871 bis 2009 umfasst und uns nach Paris und Wien, in die Tschechoslowakei und nach England, nach Odessa und Tokio führt. Und ich wurde nicht nur positiv überrascht, sondern bin restlos begeistert von diesem Werk, aus dem man vieles lernen und viel Wissen auffrischen kann.

Der rote Faden dieser Familienbiographie sind 264 Netsuke, einer japanischen Kunstform kleiner, handgefertigter Gegenstände aus Holz, Elfenbein, Horn oder Bambus. Diese Handschmeichler stellen Götter, Tiere, Blumen oder Szenen aus dem Alltag dar. Ein Urgroßonkel de Waals hatte diese Sammlung 1871 als Ganzes erworben: Charles Baron Ephrussi. Unter diesen 264 Kunstgegenständen, die Charles im Hôtel Ephrussi, dem Familienstammsitz des nach Frankreich ausgewanderten Zweigs der Familie, in einer Glasvitrine ausstellte, ist auch der "Hase mit den Bernsteinaugen".

Charles, als dritter Sohn geboren und damit von vorne herein in der wohlhabenden, nein reichen Familie Ephrussi vom Arbeiten befreit, beschäftigte sich als Kunstsammler und -historiker. Der erste Teil des Buches handelt von Charles, vom Paris im fin de siècle, dem ausgehenden 20. Jahrhundert und von unzähligen, mit Charles und der Familie Ephrussi bekannten und befreundeten Berühmtheiten: Manet, Monet, Renoir, Degas, Proust, Goncourt, der gesamte Pariser Hochadel und viele andere mehr.

Die Ephrussi waren neben den Rothschilds die einflussreichste und vermögendste jüdische Dynastie, deren Reichtum ihren Ursprung in Getreidegeschäften im russischen Odessa am Schwarzen Meer hatte. Ein weiterer Zweig der Familie ließ sich in Wien nieder, wohin die Netsuke gekommen war, als Charles die Vitrine samt Inhalt Viktor und Emmy Ephrussi, dem Urgroßvater und der Urgroßmutter Edmunds, zur Hochzeit geschenkt hatte. Teil 2 und Teil 3 beschreiben die Zeit von der Jahrhundertwende bis zum Anschluss Österreichs an Deutschland im Jahr 1938. Dort treffen wir neben der Familie auf Namen wie Rilke, der eine Brieffreundschaft zur jungen Elisabeth, Edmunds Großmutter, pflegte, Schnitzler, Wassermann, Karl Kraus, Gustav Mahler. Nach der Schilderung der Ausreise Viktors aus der Slowakei und seiner Ankunft bei London schreibt de Waal: "Er ist Emigrant. Sein Land der Dichter und Denker ist zum Land der Richter und Henker geworden."

Wer immer noch glaubt, dass Antisemitismus eine rein deutsche und hier wieder eine ausschließliche Sache der Nationalsozialisten gewesen war, sieht sich eines Besseren belehrt. Auch im Paris des 19. Jahrhunderts wurde Stimmung gemacht gegen Juden. Subtil und ganz offensichtlich. Auch Künstler wie Renoir waren nicht frei von antijüdischen Ressentiments. Ebenso im Wien des beginnenden Jahrhunderts, lange Jahre vor dem Anschluss und der Machtübernahme der Nazis in Wien. Hitler und Schergen nutzten Stimmungen, die lange vorhanden waren, zur Verfolgung ihrer grausamen Ziele und Neigungen. Das ist sicherlich keine neue Erkenntnis, wird hier aber noch einmal behutsam und dennoch eindringlich geschildert.

Der letzte Teil des Buches macht dann einen Sprung nach Japan, schlägt den Bogen also zurück in das Herkunftsland der Netsuke, wo sich Iggie, ein Großonkel Edmunds niederlassen wird und die kleinen Kunstwerke mit den Worten "Japan wird's werden. Ich bringe sie zurück." mitnahm.

Vergleichen möchte ich dieses Buch mit Stefan Zweigs "Die Welt von Gestern. Erinnerungen eines Europäers". Die inhaltlichen Parallelen liegen auf der Hand, in beiden Büchern geht es um das Sammeln von Kunstgegenständen, um Begegnungen mit großen Persönlichkeiten, die sich teilweise überlappen. "Absolut empfehlenswert!" ist das Mindeste, was ich potenziellen Leserinnen und Lesern zurufen kann. Fünf Sterne, mehr geht leider nicht.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe|Von Amazon bestätigter Kauf
Edmund de Waal hat lange um die Form gerungen. Es hätte eine anekdotenreicher Familienroman werden können, ein Abriss über fünf Generationen jüdischen Großbürgertums im Wandel der Zeiten.
Der in London lebende Tonkünstler und Nachkomme des einst märchenhaft reichen Bankiersgeschlecht Ephrussi hat einen anderen Weg gewählt.
Ausgehend von einem ungewöhnlichen Erbe, einer Vitrine mit sogenannten japanischen Netsuke - aus Holz und Elfenbein geschnitzten Miniaturen - wendet er sich in seiner Familienerzählung einzelnen Vorfahren seiner Familie zu und entwickelt daraus einen ungewöhnlichen Kosmos auf höchstem literarischen Niveau.

"Der Hase mit den Bernsteinaugen" ist eine von mehr als 230 Figuren, die einst sein Ururgroßonkel Charles, der im Paris des ausgehenden 18. Jahrhunderts lebte, gekauft hat.
Lange bevor es "en vogue" war, sich fernöstlich einzurichten, baute er eine beeindruckende Japan-Kunstsammlung auf, die ihm sehr am Herzen lag. Charles führte ein priviligiertes Leben, das er fast ausschließlich der Kunst und Kultur widmete.
Noch zu Lebzeiten schenkt er die Netsuke-Sammlung seinem Neffen, der die Niederlassung der Familienbank in Wien betreut, zur Hochzeit.
Edmund de Waals Urgroßeltern leben in einem prächtigen Palais an der Ringstraße und verbringen den Sommer standesgemäß auf ihren Gütern in Böhmen.
Die kaisertreue Familie wächst und übersteht den ersten Weltkrieg und die schwierigen Anfangsjahre der Republik.
Nach dem "Anschluss" jedoch bemächtigen sich die Nazis allen Besitzes und nur mit Mühe gelingt es, das Leben zu retten. Lediglich die Vitrine mit den Tierfiguren kann vor dem Zugriff der Nazis durch eine treue Hausangestellte gerettet werden.
Bei seinem Großonkel Iggie, der in Tokio lebt, sieht Edmund die Figuren zum ersten Mal.

Man begegnet in Edmund de Waals großartiger Geschichte sehr ungewöhnlichen Menschen, die von einer besonderen Aura umgeben sind.
Das ist nicht nur dem unfassbaren Reichtum geschuldet sondern auch den so beeindruckenden Persönlichkeiten: Der Flaneur Charles, der das Schöne so liebt und ungeheuer viel Zeit in seine kulturelle Bildung investiert und dem Familienentwurf des Wiener Zweiges, in dem sich eine untergegangene Welt spiegelt. Edmund de Waal betrachtet seine Wurzeln schlaglichtartig und mit großer, jedoch liebevoller Distanz.
Er bewältigte ein unglaubliches Lesepensum, um nicht nur die längst verstorbenen Familienmitglieder sichtbar zu machen, sondern auch das Umfeld, in dem sie sich entwickelten, für den Leser erfahrbar zu machen.

"Der Hase mit den Bernsteinaugen" ist also auch ein historischer Roman und dabei eine äußerst seltene literarische Kostbarkeit!
Zuweilen mag sich der Leser mit den sehr akribischen Schilderungen schwer tun, die jedoch der großen Umsicht ihres Schöpfers zu verdanken sind.
Dieses Buch erwartet und verdient die volle Aufmerksamkeit des Lesers, der dafür mit einer jener immer seltener werdenden Geschichten belohnt wird, in denen eine untergegangene Epoche selbstbewussten, jüdischen Großbürgertums beschrieben wird.
Ein sehr ungewöhnliches, wenngleich zuweilen auch sprödes aber ungeheuer vielschichtiges Buch!
War diese Rezension für Sie hilfreich?
Die neuesten Kundenrezensionen
Eine grosse Familiengeschichte
Edmund de Waal, ein Nachfahre der weitverzweigten Familie der Ephrussi begibt sich auf Spurensuche und entdeckt dabei Erstaunliches. Lesen Sie weiter...
Vor 5 Tagen von Uwe Ditzen veröffentlicht
Packende Historie passabel erzählt
Edmund de Waal ist jedenfalls eines: ein sensibler, zäher und genauer Rechercheur (familien)historischer Verhältnisse. Lesen Sie weiter...
Vor 1 Monat von M. A. Spannring veröffentlicht
Eine geistreiche Familiengeschichte
Odessa,Paris,Wien und Tokio sind die Orte,wo Teile der jüdischen Familie Ephrussi,über mehrere Generationen ihren Lebensmittelpunkt hatten. Lesen Sie weiter...
Vor 1 Monat von Detlef.H. veröffentlicht
Was sind Netsuke?
Das vorliegende Buch ist eines der besten, das ich jemals gelesen habe. Es gibt einen tiefen Einblick in die jüdische Geschichte in Frankreich und in der österreichisch-... Lesen Sie weiter...
Vor 1 Monat von Karoline veröffentlicht
Das fesselndste Buch seit Langem.
Dieses Buch war für mich wirklich eine Bereicherung. Es gelang dem Autor, mich auf eine lebendige, lehrreiche Zeitreise in seine Familiengeschichte mitzunehmen und mir... Lesen Sie weiter...
Vor 1 Monat von Stefan Brandt veröffentlicht
interessanter Inhalt aber langatmig
Ich lese das Buch auf Englisch, bin etwa zum 3. Drittel vorgedrungen und muss mich zum Lesen immer wieder zwingen. Lesen Sie weiter...
Vor 2 Monaten von Margit Siegl veröffentlicht
Sorgfältig recherchiert, sprachlich brilliant,
höchst informativ. Von der Apotheose gründerzeitlichen, nicht nur jüdischen Kapitalismus, einer "Welt von Gestern", deren Widerwärtigkeit vielleicht gerade... Lesen Sie weiter...
Vor 2 Monaten von Dkfm Brigitta Burger veröffentlicht
5 Schreibperspektiven
Fünf verschiedene Perspektiven erfährt der Leser:
1. Verlauf einer japanischen Netsuke Sammlung
2. Chronik der Ephrussi-Dynastie, 19./20. Jh.
3. Lesen Sie weiter...
Vor 2 Monaten von Denis Pondorf veröffentlicht
"Eine unbedingt zu erlesene Kostbarkeit"
Der Autor, Edmund de Waal, bekam ein Zwei-Jahres-Stipendium einer japanischen Stiftung zugesprochen. Dies ist der erste Schritt zur Findung dieser Geschichte. Lesen Sie weiter...
Vor 3 Monaten von Sonea84 veröffentlicht
Schöne Familiengeschichte
Sicherlich ist de Waal Meister der sinnlichen (vor allem optischen und haptischen) Beschreibungen und lässt dieses Talent immer wieder in sein Buch einfließen, mitunter... Lesen Sie weiter...
Vor 3 Monaten von Poch184 veröffentlicht
Kundenrezensionen suchen
Nur in den Rezensionen zu diesem Produkt suchen

Kunden diskutieren

Das Forum zu diesem Produkt
Diskussion Antworten Jüngster Beitrag
Noch keine Diskussionen

Fragen stellen, Meinungen austauschen, Einblicke gewinnen
Neue Diskussion starten
Thema:
Erster Beitrag:
Eingabe des Log-ins
 


Aktive Diskussionen in ähnlichen Foren
Kundendiskussionen durchsuchen
Alle Amazon-Diskussionen durchsuchen
   
Ähnliche Foren


Lieblingslisten


Ähnliche Artikel finden


Anhand des Sachgebietes nach ähnlichen Produkten suchen:








Das bedeutet, jeder Titel/Artikel muss zu Sachgebiet 1 UND zu Sachgebiet 2 UND... gehören.

Ihr Kommentar


Datenschutzerklärung von Amazon.de Versandbedingungen von Amazon.de Umtausch- & Rücknahme bei Amazon.de