Ich weiß nicht, warum immer wieder auf den Rückseiten von Fantasybüchern ein Vergleich zu J.R.R. Tolkien gezogen wird. Als wenn die heutigen Autoren nicht fähig wären, etwas Eigenständiges zu schaffen. Und in diesem Fall fühlte ich mich recht wenig an den Herrn der Ringe erinnert.
Für Freunde von wilden Schlachten ist dieses Buch wahrlich nichts, denn letztendlich geht es um Geschichten. Ein Geschichtenerzähler erzählt einem jungen Mann eine Geschichte, von einem Geschichtenerzähler und einem Harfner, in der ständig Geschichten erzählt werden. Am Anfang eher gewöhnungsbedürftig vermag das Buch mit der Zeit durchaus zu fesseln und es kristallisiert sich heraus, wohin die Triologie einen führen möchte: Der Feind mit Namen Nodun ist aus der Finsternis zurückgekehrt und will die Welt unterjochen.
Der Ansatz des Buches ist ungewöhnlich, anstatt die Hauptcharaktere vorzustellen, wird die Welt vorgestellt. Der Autor beschreibt die Landschaften sehr genau und die vielen Geschichten leisten ihren Beitrag zur Einführung des Lesers in die Welt, die - wie der Autor gleich zu Anfang anmerkt - stark an die der Kelten angelehnt ist. Doch über den Geschichtenerzähler und den Harfner erfährt man eher wenig.
Nun zu dem Buch selbst:
Der Verlag braucht einen Lektor. Die vielen Grammatik und Ausdrucksfehler haben es mir am Anfang sehr schwer gemacht, mich mit dem Buch anzufreunden.
Der Umschlag ist aus Hochglanzpapier, man sieht jeden Fingerabdruck, aber dafür läßt es sich auch gut reinigen.
Vor jedem Kapitel wird ein fantastischer Klassiker zitiert, wie z.B. Alice im Wunderland und Herr der Ringe. Ich muß gestehen, ich sah keinen Zusammenhang zwischen den Zitaten und der eigentlichen Geschichte des Buches. Besonders seltsam fand ich, daß die Zitate mal in Deutsch, mal in Englisch und mal in einer Art Altdeutsch waren. Ich hätte es lieber gesehen, wenn man konsequent deutsche Üersetzungen oder die Originaltexte verwendet hätte.
Der Satz des Buchtextes ist teilweise unglücklich, so daß in manchen Zeilen zwischen den einzelnen Worten seltsam viel Platz ist.
Fazit: Das Buch ist mal was anderes. Es läßt sich im Allgemeinen gut lesen und ich bedaure nicht, es gekauft zu haben. Die anderen Bände werde ich mir allerdings nicht holen. In erster Linie stört mich die starke Anlehnung an den keltischen Kulturkreis. Vieles wurde einfach übernommen und Orte und Gottheiten bekamen nur einen anderen Namen. Die Landschaftsbeschreibungen waren auch nicht wirklich mein Fall.