... als die Dichter noch Märchen ersannen, spitzte der Rühmkorf Peter die Feder, tauchte sie in sein großes Tintenfass und schrieb von den Elfen im fernen Schottland, die eine Raketenabwehrstation zu Fall bringen, von dem Dichter Dintemann, der recht unliterarisch aktiv wird und dem beherzten Hans, der auf Umwegen doch noch seine Landratstochter bekommt.
Wer bei der Erbteilung nur Mist bekommt, sollte sich nicht grämen, sondern ihn klug nutzen; aber eine seltene Gabe bringt nicht unbedingt Glück, wie die traurige Geschichte von Huggelackdenneguck zeigt. (Über sein Talent mag man wirklich nur - pst- pst - hinter vorgehaltener Hand sprechen: Er konnte Blumen pissen.)
Ritter Blaubart findet seine Meisterin in der apfelbäckigen Anna von Calvados, Franz Brandnarb kommt durch die eifersüchtige Feuerfee in Schwierigkeiten, und die Geschichte von Rotkäppchen musste auch dringend einmal neu erzählt werden.
Rühmkorf sprüht vor Phantasie, seine Sprache ist ein Genuss und beschwört die schönsten Bilder herauf ("er sackte in sich zusammen wie ein ertrinkender Docht"), und nebenbei werden ganz locker ein paar Perlen der Weisheit im Text verstreut ("wo sich ein richtiger Schuldiger finden läßt, wiegt ein schlechtes Gewissen fast nur noch die Hälfte").
Wahrscheinlich nicht für die ganz Kleinen, aber unbedingt für erwachsene Kinder geeignet.