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Der Großinquisitor: Aus dem Fünften Buch des Romans 'Die Brüder Karamasow' [Gebundene Ausgabe]

Fjodor Michailowitsch Dostojewski , Swetlana Geier
4.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (11 Kundenrezensionen)

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Kurzbeschreibung

August 2001
Ein Stück Weltliteratur. Die Legende vom Großinquistitor ist ein Teil aus seinem genialen Romanwerk "Die Brüder Karamasow".
-- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 95 Seiten
  • Verlag: Ammann Verlag (August 2001)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3250200026
  • ISBN-13: 978-3250200024
  • Größe und/oder Gewicht: 18,5 x 11,3 x 1,3 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (11 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 799.812 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Über den Autor

Fjodor Michailowitsch Dostojewski wurde am 11. November 1821 in Moskau geboren und starb am 9. Februar 1881 in St. Petersburg. Er entstammte einer verarmten Adelsfamilie, sein Vater war Arzt. Nach dem Tod seiner Mutter 1837 ließ sich Dostojewski mit seinem Bruder Michail in St. Petersburg nieder, wo er von 1838 bis 1843 an der Militärakademie Bauingenieurwesen studierte. 1844 begann er mit den Arbeiten zu seinem 1846 veröffentlichten Erstlingswerk Arme Leute. Dieser Roman machte ihn zusammen mit Der Doppelgänger, der ebenfalls 1846 erschien, schlagartig berühmt. Zu seinem Hauptwerk zählen unter anderem die Romane Schuld und Sühne aus dem Jahr 1866, Der Idiot (1868) und Die Brüder Karamasow (1880). Dostojewski ist ein zentraler Vertreter des Realismus innerhalb der russischen Literatur und gilt neben Lew Nikolajewitsch Tolstoj als bedeutendster russischer Schriftsteller.

-- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Taschenbuch .

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
12 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Jesus.......antwortet 5. Februar 2006
Von E-head
Format:Taschenbuch
"Die Gebrüder Karamasoff ist der großartigste Roman der je geschrieben wurde,
die Episode des Großinquiastors eine Höchstleistung der Weltliteratur" (Sigmund Freud)
Und man möchte bzw. darf diesem Mann nicht wiedersprechen. Auch ist es äußerst schwer diese Art
der Literatur zu bewerten, vermag selbst die höchste Punktzahl diesem Werk nicht gerecht zu werden.

Erzählt wird eine kurze Geschichte, von Iwan (dem zweiten der drei Karamasoff-Brüder).
Sie spielt im Jahre 1500 n.Chr im Spanien zur Zeit der Verbrennungen und Ketzereien. Jesus, Gottes
Sohn kehrt auf die Erde, zu den Menschen, zurück und wird nach zwei vollbrachten Wundern vom ansässigen
Großinquisitor in gewahrsam genommen. Nun erst beginnt die wahre Handlung.
Der Großinquisitor, ein alter sterbender Mann, beginnt mit Jesus einen monologen Dialog.
Er stellt sowohl die Frage, und gibt sogleich eine Antwort. Er wirft Jesus vor sein Volk (die Menschen)
im Stich gelassen zu haben, als er NICHT auf die drei Versuchungen des Geistes, jener Zeit eingegangen war.
-Die Gott gegebene Freiheit des Einzelnen, die daraus resultierte, sei eine zu große Bürde für den Menschen,
der ansich lieber faul und unterwürfich, sei. Und nun ist es an der Kirche den Menschen ihre so gehasst Freiheit
wieder zu nehmen und dies dürfte ER (Jesus) nicht verhindern indem ER wieder auf Erden wandle.-
Jesus lässt den gesamten "Dialog" ohne ein Wort selbst zu sprechen an sich vorbei laufen und Antwortet,
als der Großinquisitor in dazu auffordert, mit einem KUSS

Dostojewskij erlaubt uns Einblicke in die "wahre" menschliche Natur und um die verworene Chaotic die sie umgibt.
Zudem wirken die Worte des "Großinquisitors" fasst schon prophetisch im Bezug auf Kommunismus und russische Revolution.
Fjodor Dostsojewskij war schon seit seinen frühen Jahren ein Mann der seiner Zeit weit vorraus war.

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14 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein wortgewaltiger Dialog 27. September 2005
Von Mario Pf. HALL OF FAME REZENSENT TOP 100 REZENSENT
Format:Taschenbuch
... auch wenn es so aussieht als ob nur einer spricht.

Der Großinquisitor ist und bleibt ein Kapitel aus Dostojewskijs Die Brüder Karamasow. Doch im Gegensatz zu vielen anderen Werken der Literaturgeschichte vermag er für sich selbst zu stehen. Die Dichtung vom Großinquisitor ist im Grunde ein Dialog im Dialog der beiden Brüder Iwan und Alosha Karamasow. Iwan teilt seinem Bruder mit dass er sich eine Dichtung erdacht hat, die er ihm gerne vortragen möchte und diese Dichtung ist die Geschichte vom Großinquisitor.

Die Geschichte beginnt damit, dass Jesus unter die Menschen zurückgekehrt ist und das zur Zeit der spanischen Inquisition. Er trifft dort auf den greisen Großinquisitor, der ihn höchstpersönlich zu seinem Gefangenen macht und dem Scheiterhaufen überantworten möchte. Doch zuvor möchte der Großinquisitor den gefangenen Jesus noch verhören, wenn er ihn auch dabei kein Wort sprechen lässt, was auch nicht nötig ist, denn er hatte zu seiner Zeit bereits ja alles gesagt was wichtig ist, wie der Großinquisitor dies auch anführt. Er hält ihm vor, seine Kirche im Stich gelassen zu haben und dass es nun an ihm und den Klerus ist die Kirche und damit die Menschheit unter Kontrolle zu halten, denn ohne sie wäre der Mensch ja nicht fähig zu leben. Freiheit, so der alternde Mann, sei nicht in der Natur des Menschen verankert, sie würde nur Chaos verursachen. Menschen brauchen Hirten, denn sie sind wie Schafe und so müssen eben jene Kardinäle und Inquisitoren die schwere Bürde auf sich nehmen über die Menschen zu richten.

Dostojewskij erlaubt mit seiner Dichtung hierbei tiefe Einblicke in das menschliche Wesen und stellt unverblümt die dunkelsten Abgründe unserer Lebensphilosophie dar. Sein tiefgründiger Blick auf die chaotischen Grundlagen des Menschen mag ihm dann wohl auch den Titel des grausamen Philosophen eingebracht haben. Am Besten sollte man dieses Buch selbst lesen, denn nur dann wird man es gegebenenfalls verstehen und zu schätzen wissen oder auch nicht.

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13 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Rest ist Schweigen 29. April 2006
Von kpoac TOP 500 REZENSENT
Format:Taschenbuch
Das Problem von Freiheit, Verbrechen, Schuld und Strafe, sowie die Polarität zwischen Gut und Böse bestimmen das Werk Dostojewskis. In "Die Brüder Karamasow" erfahren diese Themen ihre letzte vollendete literarische Gestaltung. Dostojewskis letzter und bedeutendster Roman erzählt von der Idee der absoluten Freiheit. Und hier im Fünften Kapitel des fünftes Buches dieses besten Romans aller Zeiten wird Iwan seinem Bruder Aljoscha ein prosaisches Gedicht erzählen, wo die Fragen an Jesus, sich zu offenbaren, nicht beantwortet werden, weil die Freiheit des Einzelnen über allem steht. "Nicht vom Brot allein lebt der Mensch" ist die hier dominierende Antwort und Feststellung, die das Handeln rechtfertigt, nämlich einen Stein nicht in Brot zu verwandeln.
Iwan nimmt diesen Punkt auf und transformiert ihn in das spanische Sevilla des 16. Jahrhunderts, wo die Fragen der Verbesserung der guten Nachricht nicht mehr gestellt werden bzw. auf dem Scheiterhaufen der Inquisition beantwortet werden. Jesus taucht auf und wird, bevor er zum neuen Aufstand aufrufen kann, in Gewahrsam genommen.
Die Unterhaltung, der Monolog des Großinquisitors mit dem vermeintlichen Jesus im Gefängnis zeigt deutlich, dass die Glaubengeschichte nicht nochmals aufgerollt, geschweige weitergeführt werden kann. Es ist ein abgeschlossenes Kapitel und die Freiheit, die Jesus in der Wüste gab, ist heute gewichen einer Freiheit, die übergeben wird an die (säkular oder kirchlich) Herrschenden, da der Mensch an sich geführt und losgelöst eigener notwendiger Entscheidungen erst zum geführten Glück kommen kann. Freiheit und Glück scheinen sich in dieser Philosophie aufzuheben. Der Mensch braucht einen Hirten und die Kirche konnte die Hirten nicht mehr stellen, da Jesus die Kirche und ihre Diener wissentlich zu Gunsten der Freiheit im Stich ließ.
Dostojewski lässt Iwan die Kritik an die damals aktuelle Kirchenmacht üben, lässt Aljoscha zuhören und später diskutieren. Iwan lässt den Großinquisitor als Monolog seine Kritik an der Kirche, an dem Handeln Jesus gegenüber den drei Versuchungen in der Wüste vollständig ausführen - aber er lässt in seiner Geschichte Jesus schweigen bis zum Ende. Alles ist gesagt, der Bibelgeschichte ist nichts hinzuzufügen. Wie Hamlets letzte Worte: „Der Rest ist Schweigen“ bleibt auch hier für alle Zeiten die Geschichte abgeschlossen, (weil sie die zukünftige bereits integriert hat.) Einzig eine Geste als letzte Antwort bleibt Jesus, ein Kuss auf die trockenen Lippen des 90jährigen Großinquisitors als er das Gefängnis verlässt. Als nochmaliger Beweis dafür, dass Freiheit des Denkens und des Vorwurfs an der Liebe Jesus zum Menschen trotz Kreuzigung und möglichem Scheiterhaufen nicht rütteln kann.

Was bleibt am Ende: Freiheit überwältigt, Brot und Hunger sind Machtinstrumente (Lieber Knecht und satt), die Kräfte gegen Freiheit überwiegen und der Wille, alles in der Welt zu einem Ganzen zu machen, schürt den Kampf zwischen den Religionen. "Nur die im Besitz ihrer Gewissen sind, beherrschen den Menschen."
Dostojewski hat eine Erzählung von hoher Aktualität geschaffen. Seiner Zeit voraus ist immer derjenige, der die menschlichen Abgründe sehr wohl wahrnimmt.
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Am 26. Mai 2005 veröffentlicht
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Dieses gerade mal aus ca. 40 Seiten bestehende Büchlein ist einfach faszinierend.

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Veröffentlicht am 21. Mai 2001 von P. Knebel
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