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Der Große Fall
 
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Der Große Fall [Gebundene Ausgabe]

Peter Handke
4.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
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  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 280 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp Verlag; Auflage: 2 (19. März 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3518422189
  • ISBN-13: 978-3518422182
  • Originaltitel: Erzählung
  • Größe und/oder Gewicht: 20,2 x 12,8 x 3 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 164.531 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Peter Handke
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

»Aber all das ist eingesponnen in eine Sprache, die geschaffen ist, um – wie im Märchen – unterschiedlichste Dinge in einer Empfindung zusammenzubringen. Von der eben lässt sich nicht bestimmen, ob sie eine des fortwährenden Erschreckens oder der unverlierbaren Zugehörigkeit zu dieser Welt ist. … Handke scheint zu den frühesten Motiven seines Schreibens zurückgekehrt zu sein.«

(Jürgen Busche Focus )

»Allmählich, und darin liegt des Erzählers Kunstleistung, weiten sich die durchstreiften Gefilde von den Stadträndern bis ins Zentrum zu einer Weltlandschaft, so wie die alten Meister à la Brueghel sie imaginierten: Ein Panorama voll konturhart gezeichneter, äußert merkwürdiger Wesen.«

(Ulrich Weinzierl Die Welt )

»… ein lässiges, ziemlich cooles Buch, vorgetragen in einem beinahe homerischen Sound.«

(Andreas Rosenfelder Welt am Sonntag )

»In solchen Litaneien inniger Verdichtung und zugleich Entzerrung im Echoraum, im vorantreibenden und zugleich auf der Stelle schaukelnden Wiederholungen, hallt, dröhnt, sirrt und schwingt sich der Klang der Sätze zur großen Handke-Melodie auf.«

(Sabine Vogel Frankfurter Rundschau )

»Peter Handke schickt seinen zartkomisch-spinösen Helden auf einer phänomenologische Donquichotterie voller Epiphanien des Zufalls und Aventüren der Innerlichkeit.«

(Christopher Schmidt Süddeutsche Zeitung )

»In Der Große Fall zeigt sich Handke wieder als Andeutungsvirtuose und Wortklangkönner, als poetischer Leisetreter.«

(Wolfgang Paterno Profil )

»Handke macht es sich nicht leicht, eine aus den Fugen geratene Welt einmal mehr in der Schrift zu retten – er tut es kraft der Imagination und eines genauen Hinschauens auf Zwischenräume und -töne, für die keiner sonst die rechten Worte hat …«

(Jan Röhnert Der Tagesspiegel )

»Bei diesem Buch sei dem Leser geraten: Nimm Deinen Stock, stecke Dir, wie der Held des Großen Falls, eine Feder an den Hut und folge. Es ist zu Deinem Besten, und Du wirst es nicht bereuen. … Handke erzählt ganz einfach, in schlichten, schönen Sätzen. Es erinnert sehr an seine Anfänge, und es hinterlässt einen starken Eindruck. … Ohne Peter Handke ist die deutsche Literatur gar nicht vorstellbar.«

(Thomas E. Schmidt Die Zeit )

»Sein Buch konnte ich nicht weglegen, mehr noch: Ich konnte mich von mancher Seite nicht zur nächsten verabschieden, habe sie ein zweites und ein drittes Mal gelesen. Das liegt daran, dass Handke ein Genie der Sprache ist. Ich halte ihn für einen der größten Dichter der deutsch-sprachigen Literatur.«

(Gert Voss News )

»Peter Handkes neue Erzählung Der Große Fall ist in ihrer Weltwut und Zärtlichkeit ebenso gegenwärtig wie märchenhaft surreal.«

(Daniela Strigl Frankfurter Allgemeine Zeitung )

»Was immer dieses Buch an hellsichtigem Geheimnis birgt – es markiert eine Abkehr Peter Handkes vom Pathos der Abwesenheit und die Rückwendung zu einer Gesellschaft, der jede Mitte und jedes Mass abhandengekommen sind. Der Große Fall leistet eine dichte Beschreibung der geistigen und seelischen Verwahrlosung der Epoche, ohne den Anspruch erheben zu wollen, dem Zerfall etwas entgegensetzen zu können.«

(Andreas Breitenstein Neue Zürcher Zeitung )

»Die Gleichzeitigkeit von Alltag und Ausnahmezustand, das Nacheinander von resoluter Körperlichkeit und deren Krise …, von heiligem Ernst und slapstickartiger Komik, deren Kontrast sich auch noch in der Syntax und der ziemlich idiosynkratischen Interpunktion niederschlägt – das alles ist Handke at his best, sprich: Literatur, wie sie auf dem Erdenrund nicht so bald zu finden sein wird.«

(Klaus Nüchtern Falter )

Kurzbeschreibung

Die Geschichte eines müßiggängerischen Schauspielers, an einem einzigen Tag, vom Morgen bis tief in die Nacht: Das Gehen durch eine sommerliche Metropole, von den Rändern bis in die Zentren. Die Begegnungen: mit den Läufern, den Obdachlosen, den Paaren, dem Priester, den Polizisten. Ein Weg mitten durch Nachbarnkriege, vorbei an überlebensgroßen Leinwandpolitikern, dann inmitten von Untergrundfahrern aus einer anderen Welt. Wetterleuchten in der Stadtmitte. Und das Gesicht einer Frau.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Manfred Orlick HALL OF FAME REZENSENT TOP 100 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Peter Handke (Jg. 1942) ist einer der produktivsten Autoren des deutschsprachigen Literaturbetriebs. Fast im Jahrestakt meldet er sich mit einem neuen Buch zu Wort. Nur wenige Monate nach seinem Dramatext und der Familientragödie "Immer noch Sturm", in dem sich Handke mit seinen slowenischen Wurzeln auseinandersetzte, liegt nun ebenfalls im Suhrkamp Verlag mit "Der Große Fall" die Geschichte eines müßiggängerischen Schauspielers vor.

Der Prosaband erzählt dessen Tagesablauf vom frühen Morgen bis tief in die Nacht. Der bewusste Tag beginnt mit einem Morgengewitter und der Mann, von dem die 280 Seiten berichten, verlässt das Haus der Frau, das in der Peripherie der Stadt liegt. Hier hat er übernachtet. Zu Fuß macht sich der Schauspieler querfeldein auf den Weg, durchstreift gemächlich den Stadtwald und die Grenzgebiete einer fiktiven Stadt, die an Paris erinnert.

Unterwegs begegnen ihm eine Reiterin, eine Polizeipatrouille, ein Priester, eine Prostituierte und sogar der Staatspräsident, der mit seinem Tross auf dem Rückweg zum Regieren ist. Doch der einsame Schauspieler ist mit sich und seinen Gedanken an die Vergangenheit beschäftigt.

Mit seinen Filmen war er zum Star geworden. Sein Gesicht kennt man jedoch nur von der Leinwand, auf der Straße dagegen kennt ihn niemand. Sein Gehen ist eine Spielart des Erzählens. "Nur sollte sich das im Lauf jenes Tages, welcher schloss mit dem großen Fall, noch ändern." Je näher der Einsame dem Stadtzentrum kommt, desto endzeitlicher und entrückter werden seine Fantasien, desto dichter wird das Netz seiner Gedanken und Anspielungen. Sein Spaziergang wird immer mehr zu einer Erkundung des Inneren. Am Ende ist er mitten in der Nacht wieder mit der Frau verabredet.

"Der Große Fall", bei dem sich Vergleiche mit Eichendorffs "Taugenichts" aufdrängen, hat die Züge eines zeitlosen Märchens. Handke arrangiert unzählige Momentaufnahmen aus dem Leben seines Protagonisten zu einem beeindruckenden Prosawerk. Und wieder bewahrheitet sich, dass sich die jährlichen Novitäten des kreativen Autors in Stil und Thema grundlegend unterscheiden. So ist jede Neuerscheinung eine Überraschung für den Leser.

Manfred Orlick
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12 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
"Es war eine Endzeit... 24. März 2011
Von Spaddl TOP 500 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe
...Aber man hatte sich an sie gewöhnt. Sie würde nie enden." (S. 169f.)
Dieser Satz beschreibt die Grundstimmung in Peter Handkes neuestem Roman "Der Große Fall" kurz und bündig. Der Leser erlebt eine Welt, in der sämtliche Normalitäten aus den Angeln gehoben wurde und die Apokalypse im Vormarsch ist. Erzählt wird die Geschichte des namenlosen Schauspielers, der morgens bei einer Frau - ebenfalls namenlos bleibend - aufwacht und sich auf den Weg durch den Tag macht, dabei viele Gestalten und mehr oder weniger menschenähnliche Wesen trifft.

"Jener Tag, der mit dem Großen Fall endete" (S.7) wird stream-of-consciousness-artig, beinahe assoziativ beschrieben. Peter Handke ist dabei unglaublich sprachgewaltig, die Variationen in der Syntax und die vielfältige Nutzung von Satzzeichen lassen einen Satz ausufern, über ganze Absätze hinweg erstrecken und erfordern Aufmerksamkeit vom Leser. Ganz klar: "Der Große Fall" ist schwere literarische Kost und nichts für Anfänger. Konzentration und Mitdenken werden von Peter Handke vorausgesetzt.

Der Schauspieler wechselt von Gedanke zu Idee, von Erinnerung zu Gefühl. Die Themenvielfalt ist enorm: Peter Handke lässt Themen wie Liebe, Lust, aber auch Religion und Materialismus vom Protagonisten ansprechen, diskutieren und überdenken. Die Sequenzen, die sich mit dem Leben und dem Tod, in Form von Krieg und Selbstzerstörung, befassen, haben dabei eine ungemeine philosophische Wucht. Stellenweise bekommt der Leser den Eindruck, dass der Schauspieler zwischen Realität und Fiktion beziehungsweise Träumereien nicht zu unterscheiden weiß, sich in seinen geistigen Verworrenheiten verliert und nur schwer den Sprung in die Echtheit der Existenz zurückschafft. Diesen Umstand unterstützt Peter Handke, indem er Literatur innerhalb der Literatur beschreibt, so dass der Leser gefordert ist, zu unterscheiden, was gelesen und was "gelebt" wird. Wie sagt der Schauspieler doch so schön: "Hauptsache, die Einbildung, sie wirkt!" (S.61)

Peter Handke konstruiert spannende Begegnungen unterschiedlichster Art und Weise. Alle auftretenden Charaktere haben aber eins gemeinsam: die Verlorenheit und Einsamkeit in einer Gesellschaft, die nach einem Sinn in aller Existenz sucht. Dabei ist auch der Schauspieler ein solch determiniert Getriebener, der nach etwas sucht, das er nicht auf Anhieb finden kann. In vielen Absätzen fühlte ich mich an die ereignisreiche Reise des Odysseus in der "Odyssee" von Homer erinnert. Der Schauspieler absolviert in Peter Handkes Erzählung jedoch gedankliche Prüfungen, besteht sie, fällt aber auch häufig durch. Eine vom Autor sicherlich zwinkernd zu betrachtende Szene lässt den Schauspieler auf einen Mann treffen, der mit Homers "Odyssee" im Park sitzend beschäftigt ist.

Am Ende des Romans bleibt aber eine entscheidende Frage: Was ist "der Große Fall"? Peter Handke lässt den Leser alleine und irritiert zurück. Ist "der Große Fall" das Scheitern des Protagonisten; also das existentielle Abstürzen? Ist "der große Fall" als Kasus des Schauspielers zu sehen, eine Art "Kriminal"fall, den es zu lösen gilt? Unterstützt würde mein Interpretationsansatz durch die Tatsache, dass der Protagonist in der letzten Szene mit einer Situation konfrontiert wird, die ihm neu zu sein scheint, ihn verwirrt, beinahe lähmt. Mehr wird aber nicht verraten...Der Leser muss sich hier sein eigenes Bild zeichnen und darf, typisch Peter Handke, fleißig interpretieren.

Peter Handke ist mit "Der Große Fall" ein komplexes, aber sehr kluges Buch gelungen, das ich in ein paar Jahren sicherlich ein weiteres Mal lesen werde. Es hat mich sehr nachdenklich, aber mit einem Grinsen den Buchdeckel schließen lassen. Wenn Sie wissen wollen, warum ich grinsen musste, lesen Sie sich die Datumsangabe am Ende der Erzählung durch - auch hier: Deutungen sind gefordert!
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Peter Handke
Der Große Fall

Ein Stück Weltliteratur über den intensiven Zauber des Augenblicks

Ein Schauspieler verlässt am Morgen das Haus einer Frau, 'die ihm gut war', wandert durch eine idyllischen Wald in den Tag hinein und gelangt in der Absicht, eine ihm zugedachte Ehrung nicht anzunehmen, in das Zentrum einer Metropole. Er trifft dabei auf Läufer, einen Obdachlosen, zahlreiche Paare, einen Priester und Polizisten. Sie alle wecken in ihm Gefühle, die zwischen Aggression und Hilfsbereitschaft pendeln.
Peter Handke bringt in seine Erzählung viel Wissen als Theaterautor und häufiger Kinobesucher mit ein. Von Robert Bresson und John Ford ist da die Rede, darüber hinaus werden die darstellerischen Anforderungen an einen Bühnen- und Filmschauspieler genau analysiert. 'Der Große Fall' ist fast eine Autobiographie des Autors. Die Begeisterung für stundenlanges Gehen und das Sammeln von Pilzen, die Wut auf gesellschaftliche Zustände und minutiöse Naturbeschreibungen sind zentrale Elemente des Buches, das den Leser bis zum Schluss über den Sinn des Titels im Unklaren lässt. Aus dem Vollen schöpft Handke, wenn er scheinbar nebensächliche Dinge beschreibt. Auch wenn es nur ein Schwarm Ameisen ist, der durch ein undichtes Fenster ins Haus kommt.
'Der Große Fall' überzeugt durch große Sprachgewalt, ist aber keine leichte Kost.
Ein Buch, das viele Fragen offen lässt, gerade deswegen aber lange nachwirkt.

Johannes Preßl
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