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22
4,3 von 5 Sternen
Der Graf von Monte Christo - Der komplette 6-Teiler (Fernsehjuwelen) [4 DVDs]
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 19. September 2014
Dieser Mehrteiler nach dem berühmten Roman von Alexandre Dumas genoss lange fast legendären Ruf, so wurde er von vielen herbeigesehnt. Selten im Fernsehen zu sehen, ist er nun auf DVD in selbstgewählten Häppchen und wieder und wieder zu sehen. Von anderen Verfilmungen des Romans hebt sich die Adaption ab. Es ist eine in ihren Proportionen ausladende, aber bewusst unspektakuläre Erzählung, ohne Stars und knallbunte Farbbilder. Statt dessen entfaltet sich die Geschichte an sonnengebleichten Schauplätzen (gedreht in Portugal) und nimmt sich viel Zeit für die komplexe Handlung, die über weite Strecken von den Dialogen des Romans getragen wird. Wer Abenteuerserien nach klassischen Stoffen, wie die Adventsvierteiler des ZDF, mag, wird sich hier mehr zuhause fühlen als bei den strafferen Adaptionen des Dumas-Romans.

Die Veröffentlichung des Labels Fernsehjuwelen enthält zwei Versionen: die 6-teilige deutsche Fernsehfassung der ARD, nostalgisch mit dem original deutschen Vor- und Abspann, und die 4-teilige französische Fassung. Die Bildqualität wurde von meinen Vorschreibern bereits kritisiert. Tatsächlich sind die Schärfe sowie der Umfang von Farben und Kontrast ziemlich beschränkt. Eine Hinweistafel zu Beginn begründet dies durch das 16mm-Schmalfilmmaterial, welches man aus Kostengründen verwendet hatte. Immerhin sieht man den Bildern an, dass man diesen Mangel einkalkulierte und sich auf die matten Kontraste der Schauplätze konzentrierte. Und das Label hat die französische Restaurierung lizensiert, die - auch wenn sie nicht wesentlich stabiler ist als das deutsche TV-Master - wohl die derzeit beste Bildfassung darstellt.

Beide Fassungen bieten deutschen und französischen Ton, sodass der Zuschauer die Wahl zwischen den Schnittfassungen nicht von der Sprache abhängig machen muss. Die deutsche Fernsehfassung ist zudem ca. 12 Minuten länger; da ich keinen Vergleich vorgenommen habe, kann ich nicht sagen, ob sich die Differenz nur aus unterschiedlicher Länge von Vor-/Abspännen und den deutschen Inhaltszusammenfassungen vor jedem Teil ergibt oder ob zusätzliche Szenen enthalten sind.
Die französischen Zusammenfassungen sind im Bonusmaterial zu finden; ebenso eine kleine geschnittene Szene, die nur in französisch vorliegt. Ein bebildertes Booklet informiert über Alexandre Dumas, den Roman, andere Verfilmungen, die Entstehung der Serie und stellt zahlreiche Schauspieler in Kurzbiographien vor, darunter auch Wolf Ackva (De Boville), der als Chef von Beppo Brems Inspektor Wanninger und als Synchronschauspieler bekannt ist.
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12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 10. Juli 2014
Ich war noch ein kleiner Schulbub,als ich diese Verfilmung erstmals als Vorabend-Serie in den Weihnachtsferien sah. Schon damals war ich fasziniert von der Geschichte und dieser überzeugenden Inszenierung.

Jacques Weber brilliert in seiner besten Rolle als raffinierter,eleganter Racheengel und fast alle anderen Darsteller wirken ebenfalls absolut überzeugend.
Lediglich die Darstellerin der "Mercedes" finde ich viel zu wenig hübsch für diese Rolle,wegen so einer Frau würde ich wohl nicht zum Verräter werden,aber das ist natürlich Geschmacksache.

Nachdem ich diesen Film gesehen hatte,konnten mich die vielen anderen Verfilmungen eigentlich nur enttäuschen:
Fast immer fehlten wichtige Handlungsstränge oder die Handlung wurde verfälscht,oft war die Regie langweilig und die Darsteller schwach.

Die für mich zweitbeste Verfilmung ist die Kinoversion von 1974 mit Richard Chamberlain in der Titelrolle und Tony Curtis als Bösewicht Fernand Mondego. Interessantes Detail: In jenem Film schlüpft ein früherer Graf von Monte Christo,Louis Jourdan in die Rolle des Staatsanwalts Villefort und wirkt in dieser Rolle fast noch überzeugender als im Filmklassiker von 1962 als Edmont Dantes.
Natürlich gibt dieser zwar höchst effektvoll inszenierte Mantel- und Degen-Film die originale Handlung nur unvollkommen wieder,ist aber dafür äußerst kurzweilig und unterhaltsam anzusehen.

Die jüngste Verfilmung von 2002,"Monte Cristo" mit James Caviezel als Titelheld,Guy Pierce als Erzschurke Mondego und der vielleicht erotischsten Mercedes der Filmgeschichte,Dagmara Domińczyk,ist zweifellos die spannendste und actionreichste,geht aber mit der literarischen Vorlage so frei und respektlos um,daß man sie schon nicht mehr als Literaturverfilmung bezeichnen kann.

So gesehen kann es für mich nur einen wahren Grafen von Monte Christo geben und das ist und bleibt Jacques Weber in dieser beispielhaften und mit Recht vielgelobten Bilderbuch-Inszenierung von 1979.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Der Graf von Monte Christo

Es muss inzwischen Jahrzehnte her sein, dass ich diese fantastische Literaturverfilmung nach dem Weltbestseller des französischen Autors Alexandre Dumas (1802-1870) im Fernsehen erleben konnte. Warum man sich mit einer Wiederholung dieser 1980 erstmals im deutschen Fernsehen gezeigten Serienproduktion, die von vielen als eine der dem Buch am nahesten kommenden filmischen Umsetzung beurteilt wird, derart zurückhält, wird wohl auf ewig ein Rätsel bleiben.

Es ist schön, dass sich nun das Label der Fernsehjuwelen, der in einer Coproduktion mit deutscher, französischer, portugiesischer, italienischer sowie schweizerischer und belgischer Beteiligung entstandenen Produktion angenommen hat und diese endlich auf DVD verlegt. Es ist dabei besonders lobenswert, dass sich auf den vier DVDs dieser Box, neben der hier in Deutschland gezeigten sechsteiligen Fernsehfassung, zudem noch die als Original bezeichnete vierteilige Schnittfassung findet.

Das Drehbuch zu der u.a in Lissabon sowie in Queluz und Sintra bei Portugal auf Film gebannten Produktion schrieben André Castelot und Jean Chatenet. Im Regiestuhl der mit spektakulären Kulissen und aufwendigen Kostümen beeindruckenden Verfilmung, nahm Denys de La Patellière (1921-2013) Platz.

Jacques Weber spielt in dem Mehrteiler die Rolle des "Edmond Dantès" und späteren "Grafen von Monte Christo" rundum überzeugend und stimmig mit der ihn umgebenden, geheimnisvollen Aura und cleveren Art, wie sie sich beim Lesen des Romans im Kopfkino abspielt. Alles beginnt damit, dass "Edmond" von dem Reeder "Morrel" (Diogo Dória), das Kommando über eines seiner Schiffe angeboten bekommt. "Edmond" ist überglücklich, da er vorhat, die schöne "Mercedes" (Carla Romanelli) zu heiraten und die höhere Heuer gut gebrauchen kann.

Allerdings ruft dieses Glück auch Neider hervor. Der Zahlmeister "Danglars" (Roger Dumas) schmiedet zusammen mit dem Schneider "Caderousse" (Claude Brosset) und dem katalanischen Fischer "Fernando" (Manuel Tejada) finstere Pläne gegen "Edmond", welche diesen dann auch schließlich in den Kerker bringen.

Dort lernt "Edmond" den intelligenten Mithäftling "Abbé Faria" (Henri Virlogeux) kennen, durch dessen Tod ihm nach vierzehn Jahren Haft die Flucht von der Gefängnisinsel gelingt. Noch kurz vor seinem Tod hatte ihm "Abbé" noch das Geheimnis eines riesengroßen auf Monte Christo versteckten Schatzes erzählt. Nach seiner Flucht macht sich "Edmond" auf die Suche nach diesem Schatz und sinnt in Gedanken auf Rache an den für sein Schicksal verantwortlichen Verrätern und Schurken.

Ob er den Schatz finden wird und seine Rachepläne aufgehen werden, zeigen der Vier- bzw. Sechsteiler in seiner komplexen und dabei nicht minder spannend erzählten Geschichte. Sowohl der Vierteiler als auch der Sechsteiler finden sich verteilt auf zwei DVDs, die in je einem Slim-Case einzeln lagernd und entnehmbar liegen. Zu ihrer Aufbewahrung kommen die beiden Cases in einen stimmungsvollen in Hochglanzoptik gestalteten Pappschuber ohne FSK-Hinweis.

Während die Folgen des Vierteilers jeweils in Spielfilmlänge laufen, hat jede der Episoden des Sechsteilers eine Laufzeit von nicht ganz einer Stunde. So ergeben sich dann auch die auf dem Cover angegebenen Laufzeiten von in etwa 336 Minuten für den Vierteiler bzw. 344 bei dem Sechsteiler. Das Bild bei beiden Fassungen ist von den DVDs im Vollbild 4:3 (1,33:1) zu erleben.

Zwar wird der als Originalfassung deklarierte Vierteiler als "restauriert" beworben, allerdings informiert eine zu Beginn der Wiedergabe gezeigte Tafel auch über den Umstand, dass die Produktion aus Kostengründen damals nur auf 16 mm Filmmaterial erfolgte. Insofern darf man hier nun wirklich kein Bild wie vom neuesten Hollywood-Blockbuster erwarten. Sowohl beim Vier- als auch Sechsteiler wirkt das Bild oft recht weich und kann mit seiner Schärfe und dem Kontrast nicht immer überzeugen. Zudem machen sich einige mechanische Beschädigungen bemerkbar und die Farbintensität und deren Natürlichkeit zeigt sich wechselnd.

Die DVD-Menüs zeigen sich in ihrer Gestaltung ebenso übersichtlich als auch gut bedienbar. Sehr schön finde ich, dass die jeweils drei Folgen von den beiden ersten, sowie die dann je drei von der dritten und vierten DVD sowohl einzeln als auch über "Alles Abspielen" zur Wiedergabe gebracht werden können. Zu jeder Episode wird eine Szenenauswahl geboten, die sich nach der Anwahl des zur Ansicht gewählten Titels in einem separaten Fenster öffnet und von wo aus dann auch die Einzel-Wiedergabe gestartet wird.

Die beiden ersten DVDs bieten einige Extras an. Diese bestehen aus dem Trailer zur Serie sowie "Original Rückblenden" zu den Teilen 2, 3 und 4 des Vierteilers. Zudem sind über ca. 110 Sekunden noch einige entfallene Szenen des vierten Teils als Extra zu sehen.

In dem der Box beiliegenden, vierundzwanzigseitigen Booklet mit einem "Episodenführer", sowie einem Beitrag unter dem Titel "Ein Bestseller wird verfilmt" werden noch einige der Darsteller vorgestellt. Das Booklet schließt mit Informationen über "Weitere Highlights" der Fernsehjuwelen.

Tonbewertung:

Sowohl zu dem Vier- als auch Sechsteiler wird ein die Darsteller stets gut verständlich bleiben lassender deutscher Dolby digital 2.0 Ton von den DVDs angeboten. Beim Vierteiler besteht die Möglichkeit, diesen auch mit französischem Dolby digital 2.0 Ton wiederzugeben. Untertitel werden allerdings leider zu keiner der Sprachfassungen der DVDs angeboten. Mir gefiel die Musik in dem Film sehr gut. Hier waren es Nino Rota (Titelmusik) und Carlo Savina, die für diese verantwortlich zeichneten.

Gesamteindruck:

Es ist einfach nur schön, dass es diese legendäre und sehr gelungene Literaturverfilmung eines Weltbestsellers, dank dem veröffentlichendem Label der "Fernsehjuwelen, nun endlich auf DVD gibt. Als Sahnetupfer auf diesem Serienleckerbissen gibt es neben der Schnittfassung als Sechsteiler zudem auch noch den Vierteiler von dieser Box zu sehen.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 12. Februar 2015
War bisher eigentlich die Verfilmung mit Gerard Depardieu mein Favorit, hat sich dies nun grundlegend geändert, seit ich diesen Mehrteiler gesehen habe. Für mich ist diese Verfilmung die wohl fast perfekte Verfilmung des wunderbaren Romans von Alexandre Dumas.

Obgleich der allseits bekannte Stoff schon mehrmals verfilmt wurde, ist dies die Einzige, welches das grandiose Werk wirklich fast 1:1 wiedergibt. Das liegt natürlich daran, dass es sich hierbei um einen Mehrteiler handelt. So kann auch die Nebenhandlung, welche dem Hauptstrang eigentlich in kaum etwas nachsteht, behandelt werden. In der Machart wurde hier "Der Graf von Monte Christo" trotz gleichen Stoffes aber komplett anders umgesetzt. Ein etwas düsterer Dantes, welcher mehr auf Rache aus ist. Wenn man auch daran denkt, dass dieser Mehrteiler Ende der 80er Jahre entstanden ist, ist die aufwendige Inszenierung, Kostüme und Setting sehr beeindruckend.

Die DVDs erhält man in zwei Slim-Amaray-Hüllen, welche in einem hochwertigen Schuber stecken. Als Bonusmaterial liegen entfallene Szenen bei. Desweiteren ist ein informatives Booklet enthalten.

Fazit:

Eine aufwändige, dem Roman treue Mini-Serie. Die beste Verfilmung (neben der mit Gerard Depardieu :-)) des Romans. Absolut zu empfehlen!
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 22. August 2014
Ich habe mir jetzt nacheinander die Verfilmung mit Richard Chamberlain und die mit Jacques Weber angesehen.
Dumas wollte seine Leser sicherlich unterhalten und er wäre vermutlich der Letzte der langweilige Filme gemocht hätte. Insofern hätte er wahrscheinlich die Chamberlain-Version durchaus gemocht. Sie ist flott, die Ausstattung ist hervorragend und die Menschen sind schön. Das die Handlung mehr als nur gestrafft wurde, das die Namen falsch ausgesprochen werden, muss man bei dieser Version in Kauf nehmen.
Die Weber-Version ist zwar näher am Original aber trotzdem kann man an der einen oder anderen Stelle schon mal mit dem Kopf schütteln. Warum hat man für den Abbe Faria keinen Schauspieler gefunden, der der Beschreibung im Buch entspricht? Warum ist das Degenduell zwischen Monte Christo und Morcerf so peinlich in Szene gesetzt? Warum agieren die Schauspieler teilweise so steif, als würden sie auf einer Theaterbühne stehen? Und schließlich scheitert das Drehbuch doch an der Vorlage. Ich hatte oft den Gedanken: Gut das ich das Buch kenne. Der Sprung war jetzt doch etwas groß." Und dann kommt noch das wirklich sehr schlechte Bild dazu. Selbst Stummfilme zeigen in restaurierter Fassung ein besseres Bild als diese Version. Diese Kritik kann man mit dem Hinweis auf das mangelhafte Ausgangsmaterial nicht einfach so wegwischen.
Die Vorzüge des Films hat "Rumburak" überschwänglich gelobt. Die politischen Bezüge in der Geschichte werden hier gezeigt. Das moralische Dilemma und der Wandel von Monte Christo wird nachvollziehbar dargestellt. Es wurde wenig von der doch sehr verästelten Geschichte aus dem Buch gestrichen und selbst die Dialoge wurden dem Buch entnommen. (Manchen Dialog konnte ich fast nicht glauben, da habe ich mal in meiner Fischer-Ausgabe nachgeschaut.)
Wem kann man nun diesen Film empfehlen? Menschen die das Buch kennen und mögen und die Unterstützung für ihr Kopfkino suchen. Ich werde mir mal in nächster Zeit die Depardieu-Version ansehen. Schaun mer mal.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 24. August 2014
Versprochen wird die dem Original am nächsten kommende Version der vielen Verfilmungen. Im Vergleich zu früheren und späteren Filmen scheint das zuzutreffen. Schade ist, dass die leichte Unschärfe (durch die Aufarbeiung enstanden ?) den Gesamteindruck etwas trübt.
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7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 23. Juli 2014
"Warten und Hoffen" mit diesem Satz endet einer der brillantesten und spannendsten Romane der Weltliteratur.
Warten und Hoffen,- das Credo des jungen Matrosen Edmond Dantes, der nach einem unaussprechlichen Leidensweg, nach 14 Jahren unschuldiger Festungshaft im französischen Chateau D' If, nachdem ihn eine perfide Intrige von vier neidzerfressenen Todfeinden das Lebensglück und die Freiheit beraubte , durch die unergründlichen Wege des Schicksals zu unermesslichem Reichtum gelangt.
Unter der Maske des geheimnisvollen "Grafen von Monte Christo" kehrt er in die mondäne Pariser Gesellschaft zurück um nach Jahrzehnten auf mitreissend, fesselnde Weise an seinen Widersachern Rache zu nehmen.
Vier Menschen, die vorsätzlich das Leben eines unschuldigen jungen Mannes zerstörten:
Schneider Caderousse, der eifersüchtige Fernando Mondego, der mittlerweile als Graf de Mocerf in den Adelsstand erhoben wurde, Zahlmeister und jetziger Bankier Danglars, der damals in einem kleinen Gasthaus den denunzierenden Brief schrieb, der Edmond fälschlich als bonapartistischen Intriganten brandmarkte und schließlich der königliche Staatsanwalt Gerard de Villefort, der um seine familiären Verstrickungen in die Rückkehr Napoleons zu vertuschen, endgültig die jahrzehntelange Festungshaft besiegelte.
In seiner Komplexität und meisterhaft verschachtelten Dramaturgie ist dies eines der packendsten Menschheits-Dramen überhaupt.
Alexandre Dumas Genius hier über 1200 Seiten alle Fäden so traumwandlerisch fesselnd zu verbinden, hunderte von Charakteren, tragische Verknüpfungen atemberaubend genial ineinander fließen zu lassen, kann man nur Bewunderung zollen.
Gestalten ,die sicherlich vielen seit ihrer Kindheit am Herzen liegen, mit denen wir schon bei der ersten Lektüre gelitten haben und die bis heute in diesem Roman, der nie altern wird, immer aufs neue bewegen.
Da ist der alte Häftling Abbé Faria, der Edmond zum Erben seines riesigen Schatzes auf der Insel Monte Christo macht.
Da ist die nervenaufreibende Flucht Edmonds aus den Kerkern des Chateau d'If, eingenäht in den Leichensack des toten Abbé. Da ist das erste Zusammentreffen mit seiner ehemaligen grossen Liebe Mercedes, die nun die Frau seines Widersachers wurde, und da ist die unglaublich schleichend, gespenstisch zermahlende von langer Hand geplante Rache an den Widersachern, die bis zu Schluß nicht merken, wie sich auf langsamste Weise die Schlinge um ihren Hals zuzieht.
" Gott hat mir die Maske des Grafen von Monte Christo geschenkt, mich in Gold und Seide gekleidet, damit ich heute Rache nehmen kann".
"Stehen die Toten wieder auf" -der Moment des fassungslosen Erkennens, wer hier schmerzlich tragische Vergeltung
übt, wird für alle vier der Moment des finalen Urteilspruchs.
Der Graf von Monte Christo, ein vom Schicksal Gezeichneter, der letzlich selbst erkennt, daß seine Rache unter Umständen die Grenzen überschritt, weil sie Unschuldige mit in den Tod riß.
Warten und Hoffen, durften auch lange die Zuschauer auf eine Sternstunde der Filmgeschichte, die hier nun endlich als kompletter Sechsteiler, bzw. als Vierteiler, je nachdem welche Fassung man wählt ,vorliegt.
Alexandre Dumas gigantischer Roman ist unverfilmbar; das bewiesen letzlich unzählige gescheiterte Versuche von Richard Chamberlain, bis zu dem eklatant fehlbesetzten Gerard Depardieu.
Nur eine einzige schafft es tatsächlich sehr nahe an die ausufernde Schuld und Sühne Story heranzureichen.
Diese hier vorliegende Filmfassung von 1979 mit dem einzig wahren Graf von Monte Christo , Schauspieler Jacques Weber ist ein einziger Glücksfall, trifft sie doch am ehesten den Wortlaut des Buches.
Darüberhinaus schafft sie es auf geniale Weise die vibrierende Spannung, die hochtragische Komponente, die Bitternis und gleichzeitig die atemberaubende Konstruktion des Buches in dichten intensiven Bildern zu transportieren.
Wer diese Verfilmung einmal vor Jahrzehnten sah, dem haben sich die Charaktere und Szenerien ins Gedächtnis gebrannt, und beim neuerlichen Genuß kann man nur mit offenem Mund staunen über die Präzision und die Vielschichtigkeit dieser 360 minütigen Literaturverfilmung.
Was hebt sie nun so über alle Maßen über andere Filmversuche hinaus ?
Es ist die Hingabe an den Originaltext, der absolute Wille der Produzenten, die Personen, Handlungsstränge Alexandre Dumas so authentisch wie möglich auf die Leinwand zu bringen.
Gott sei Dank fast puritanisch, sklavisch hält sich der Film an die Abläufe des Buches, fügt nichts hinzu, versucht so wenig wie möglich wegzulassen.
Das ist der grosse beglückende Vorteil dieses Filmwerkes, denn es verläßt sich auf die magische Kraft des Buches, ohne zu vereinfachen, zu modernisieren, zu verwässern.
Regisseur Dennys DeLa Patelliérre hat erkannt, daß dieses frappierende monströse Spannungswerk so viel Kraft und funkelnde Vielschichtigkeit besitzt, daß es erstens mindesten knapp sechs Stunden Filmzeit benötigt und zweitens so gut wie eins zu eins und unverfälscht auf die Leinwand gehört.
Das filmische Kunstwerk strahlt dadurch eine unglaublich hypnothische Nachhaltigkeit und Dichte aus, nimmt sich in langen Bildern, in Grossaufnahmen von den Akteuren, in jeder Gesichtsmimik, in geschliffenen Dialogen viel Zeit um den Zuschauer sogartig in die Erzählung zu entführen.
Es nimmt sich Muße unvergessliche Eindrücklichkeit zu erschaffen , wo andere Verfilmungen auf uninspirierte Vereinfachungen und vordergündige Schaueffekte setzten.
Als kleines Beispiel sei nur angeführt wie plastisch uns der Film einen Eindruck verschafft wie Abbé Faria seine Schreibwerkzeuge in der dunklen Zelle über Jahre erstellte, wie er aus Fischtran Kerzen drehte.
Eine von tausend Kleinigkeiten, detaillierten Ausschmückungen , die den Film so gehaltvoll unterfüttern, und ihn damit lange wirken lassen, und wofür andere Verfilmungen keine Filmminuten "verschwendeten".
Ein anderes Beispiel: Die Einarbeitung der politisch geschichtlichen Hintergründe, die scheinbar viele andere Filmversionen auch für vernachlässigbar hielten, bestenfalls anrissen und die doch im Gegenteil erst den Nährboden dafür bieten, im Strudel der historischen Verwerfungen als Unschuldiger im Mahlwerk von Intrigen zerrieben zu werden.
Die markanten Schauspieler- exquisitestens auf die Rollen passend. Die Musik des Komponisten Nino Rota, die elegisch, eindringlich und wehmütig die niederschmetternde Lebenstragödie des Edmond Dantes unterstreicht. All dies macht dieses Filmerlebnis zu einem unvergesslichen, atemberaubenden Genuß.
Gerade im Hinblick auf heutige Serien , Literaturverfilmungen wird um so mehr die erhabene Größe dieses epochalen Fernsehfilms deutlich, der sich ohne vordergründige Effekte, schnelle Schnitte einfach den Raum gibt, tief und bestürzend eine Geschichte zu erzählen, die fast sechs Stunden an den Bildschirm bannt.
Jacques Weber spielt nicht, er ist dieser sinisterer Graf, dessen Blick und Gesichtsausdruck, dessen hochgewachsene, anmutig, charismatische Gestalt, dessen feingeschnittenes Antlitz jeden versteckten Schmerz, jede tragische Komponente seines Lebens, seines erfahrenen Unrechtes widerspiegelt.
Wie ein unsichtbarer übermenschlicher Strippenzieher im Hintergrund läßt er die an ihm Schuldig Gewordenen nach und nach ins offene Messer laufen. Ähnlich einem Racheengel der Vorsehung wird er die vielen weiteren heimlichen Verbrechen der Denunzianten zu seinen Gunsten zu nutzen wissen.
Ein verräterischer Akt eines Leutnants Mondego in Janina, ein scheinbar totes vergrabenes uneheliches Kind im Garten eines Landhauses, Giftmorde im Hause Villefort.
Die Vielfältigkeit der tausend Geschichten, die sich wie ein riesiges, mannigfaltiges Mosaikbild im "Grafen von Monte Christo" zusammenfügen, macht immer wieder sprachlos.
Mit einem einzigen Blick kann Jacques Weber in seiner Rolle eine komplex doppelbödige Gefühlsintensität und Aura entwickeln, wie es dieser facettenreichen Gestalt auch gebührt.
In keiner anderen Verfilmung wird soviel Wert gelegt auch auf die vielen Verwandlungen und Rollen in die der Graf schlüpft.
"Sindbad der Seefahrer" in seinem funkelnden orientalischen Palast auf Monte Christo, ein gekrümmter Abbè Busoni, ein englischer Lord, all diese Verkleidungen nimmt Edmond Dantes an, umschmeichelt betört seine Widersacher, die ihn erst zum Zeitpunkt ihrer eigenen Verdammnis erkennen werden.
So detailliert und brillant konzipiert ist die Rache, daß man den Film auch leicht doppelt so lang hätte konzipieren können.
Ein Glanzstück des Drehbuchschreibers, der hier alle Fäden doch bis zum letzten Bild authentisch und detailliert zusammenfügt.
Auf die technischen Gegebenheiten dieser DVD- Edition haben schon Mitrezensenten ausführlich hingewiesen.
Tatsächlich ist das Bild ob digital bearbeitet oder nicht weit vom heutigen Standard entfernt.
Eine weitere Verbesserung scheint hinsichtlich des Ausgangsmaterial , wie am Anfang des Films in einer Vorspanntafel erwähnt wird, nicht möglich.
Es gibt wohl keinen anderen Film ,der eine moderne brillante Bild- und Tonqualität mehr verdient hätte als dieser Fernseh-Meilenstein.
Seis drum,- glücklich kann sich der schätzen, der jetzt die Möglichkeit hat ihn zu genießen und in seine Sammlung einzureihen.
Den einzig wahren "Graf von Monte Christo"- eine Literaturverfilmung voller intelligenter, berauschender Wucht.
"Nur wer das tiefste Elend erlebte, ist auch zu höchstem Glück fähig."
Ein kleines Schiff, welches im letzten Bild am weiten Horizont verschwindet .
Ein Liebespaar, das am Ufer einem geheimnisumwitterten Mann an Bord nachwinkt.
Ein Schicksal, das tief die Seele erschüttert hat.
Sechs Stunden- jede Minute lang ein unbeschreibliches Abenteuer.
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am 2. August 2015
Nachfolgende Rezension fand ich im News-Ticker Nr. 382 vom 30. Juli 2015 des TITANIC-MUSEUM-GERMANY. Ich stimme dem voll und ganz zu.

(Zitat:) ,,Es gibt zahlreiche Verfilmungen vom dem Romanbestseller „Der Graf von Monte Christo“. Neben den Spielfilmen wurde aber eine TV-Serie gleichen Titels ein absoluter Erfolg, der Kritiker und Publikum in ihrer Beurteilung einte. Es ist auch kein Geheimnis, dass sich alle darin einig sind, dass eben diese Verfilmung die Romangetreuste Umsetzung ist, die es weder vorher noch nachher gab. Die Geschichte ist dabei bekannt: Inhaltlich geht es um den Seefahrer Edmond Dantés, der durch Zufall im Jahre 1815 in eine Verschwörung des Königs verstrickt und in den Kerker geworfen wird. Dort soll er den Rest seines Lebens verbringen. Die Jahre vergehen und er lernt dann in einer Nebenzelle den Gefangenen Abbè Faria kennen, der kurz vor seinem Tod steht. Er vertraut Edmond ein Geheimnis an und bietet ihm die Möglichkeit zur Flucht. Die gelingt nur, weil die Toten in einen Leinensack gesteckt ins Meer geworfen werden. Nun will Edmond zur Insel Monte Christo und nach dem Schatz Ausschau halten, über den sein toter Zellengenosse gesprochen hatte. Und tatsächlich. Edmond Dantès ist nun der reichste Mann der Welt und nennt sich fortan „Graf von Monte Christo“. Sein Reichtum ist so unermesslich, dass er alles daran setzt, seine Verschwörer und Widersacher festzusetzen und sich zu Rächen. Denn über 18 Jahren Kerker muss er feststellen, dass seine ehemalige Braut seinen Erzfeind geheiratet hat. Alle Beteiligten sind sehr überrascht zu entdecken, wer eigentlich der „Graf von Monte Christo“ ist. – Hauptdarsteller ist Jacques Weber als Graf von Monte Christo. Da es sich um eine internationale TV-Produktion handelte, spielten auch Darsteller wie Christiane Krüger mit. Das Besondere dieser DVD-Box ist aber, dass hier sowohl die restaurierte Original-Fassung in vier Teilen zu sehen ist und auch die hierzulande bekannte TV-Serie der sechsteiligen ARD-Fassung im Auftrag des WDR. Zusätzlich erklärt ein Booklet die Hintergründe zum Bestsellerroman von Alexander Dumas und der Entstehung der Serie. Die ARD-Fassung ist insgesamt rund 10 Minuten länger. Diese Box mit 4 DVDs gehört in jedes DVD-Regal und ist ein wirkliches TV-Vermächtnis. + + + "
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am 9. September 2014
Ich habe den Film vor vielen Jahren im TV gesehen. Er ist mir in Erinnerung geblieben als einzige mir bekannte Verfilmung des Romans, die authentisch ist und sich weitgehend an die Vorlage des Buches hält. Bemerkenswert ist zudem, dass sich die Schauspieler in ihrer jeweiligen Rolle dem Buch unterordnen und nicht für sich dominieren wollen/dürfen.
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am 8. April 2015
Auf diese DVD's habe ich seit vielen Jahren gewartet. Für mich persönlich ist dies die gelungenste "Graf von Monte Christo"-Verfilmung! Ein absoluter Traum. Sehr nah am Roman. Vor allem für jene geeignet, die vorher bereits den Roman gelesen haben. Und auch der Darsteller ist für mich der Aller-Allerbeste. Kaufempfehlung!!!! ********* :-)
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